Hohenlohe-Franken

Vom 20. bis 22. Juli Auber Ritterspiele bringen das Mittelalter zurück / Gewinner der FN-Verlosung ermittelt

Ein Bürgermeister im Bettlergewand

Archivartikel

Für drei Tage kehrt in Aub das Mittelalter zurück: Vom 20. bis 22. Juli finden die traditionellen Ritterspiele statt.

Aub. Auch in diesem Jahr treffen sich in Aub wieder die edelsten und besten Ritter des Landes, um in waghalsigen Stunts zu Pferde und am Boden ihr Können unter Beweis zu stellen. Vom 20. bis 22. Juli wird im Schlossgarten wieder ein mittelalterliches Spektakel geboten mit Rittern und Gauklern, Spielleuten und Zauberinnen, Prinzessinnen und Bettlern.

Galoppierende Pferde unter bunten Schabracken, Recken in glänzenden Rüstungen, die mit gezogenen Waffen aufeinander losreiten, unter ihnen auch mutige Maiden, die es in Sachen Reitkunst durchaus mit ihren männlichen Kollegen aufnehmen können – Pferde wiehern, Lanzen krachen aufeinander und splittern, Ritter stürzen vom Pferd, ziehen das Schwert und kämpfen am Boden weiter: Die Auber Ritterspiele versprechen auch in diesem Jahr wieder Action pur.

„Der Kampf um den Thron“ ist in diesem Jahr der Titel der Ritterspiele, aufgeführt von der Rittertruppe von Horst Bullheller und dem EHS-Team. Die Geschichte erzählt von einem alten König, der vor der schweren Entscheidung steht, welchem seiner beiden Söhnen er sein Königreich übergeben soll: Dem redlichen unerprobten Jüngling oder dem wilden durchtriebenen Erstgeborenen, dem die Krone eigentlich zusteht. Eine Entscheidung, die letztendlich nur ein Ritterturnier entscheiden kann.

Aus den Kreisen der Veranstalter war zu erfahren, dass in diesem Jahr sogar ein Bettler „verbrannt“ werden soll, ein Bettler, der im wahren Leben ein Prominenter ist: der Creglinger Bürgermeister und frühere Auber Kämmerer Uwe Hehn.

Einen König – also eine andere Form des Bürgermeisters – bekleidete Uwe Hehn schon mehrmals. Meistens starb er bei allen fünf Aufführungen früh den Bühnentod und hatte Zeit für seine normalen Wochenendtermine. Doch trotz kurzer Rollen ging er als Ungeübter meistens mit blauen Flecken und Verstauchungen von der Bühne.

In diesem Jahr hatte er die Wahl, wieder einen König, einen guten Prinzen, sowie einen bösen schwarzen Ritter sowie einen Bettler zu spielen. Uwe Hehn entschied sich für die Rolle des Bettlers! Warum? „Betteln“, so witzelte er gegenüber der Creglinger Touristinformation, „habe ich in Aub als Kämmerer von Grund auf gelernt.“ Heute führt ihn seine Arbeit in Richtung Stuttgarter Ministerien, damit Creglingen an Geld kommt. Also die gleiche Situation, nur in Baden-Württemberg statt wie damals in Bayern.

Eine aufregende Show zu Pferde mit viel Witz und rasenden Stunts ist angekündigt, ein Spaß für die ganze Familie mit unvorhersehbaren Wendungen und der großartigen Reitkunst der Darsteller. Wilde Kämpfe zu Boden und zu Ross, ein hochedles Turnier in prunkvollen Kostümen wird in diesem Jahr kommentiert vom Herold Martin Schinagl aus Österreich, dem auch über die Landesgrenzen bekannten Radio-und Fernsehkünstler, der sein Leben mittlerweile als „professioneller Höfling“ zelebriert und die Zuschauer als Herold durch die Geschichte führen wird. Neben den Ritterturnieren bieten sie in den Abendstunden am Freitag und Samstag wieder ein beeindruckendes Feuerreiten, eine Kombination von Feuer und Pferd sowie rasanten Stunts, bei denen Reiter und Pferd zeigen müssen, wie sehr sie einander vertrauen. Mit brennenden Fackeln bei einbrechender Dunkelheit entsteht eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die Reiter auf dem Turnierplatz ihre Figuren reiten, im Schein der lodernden Fackeln und Feuerstellen nur noch in Konturen zu sehen sind, die züngelnden Flammen immer neuer Figuren darstellen.

Dazu kommt auch in diesem Jahr wieder ein Mittelaltermarkt mit Fresserey und Sauferey, mit Gauklern, die ihren Schabernack treiben, die mit mittelalterlicher Musik unterhalten oder längst vergessene Spiele vorführen. Dazu werden Handwerker Künste zeigen, die heute kaum noch jemand kennt, Wahrsager werden immer nur eine rosige Zukunft versprechen und Geschicklichkeitsspiele werden Groß und Klein herausfordern, zu zeigen, ob sie beispielsweise zielgenau mit dem Pfeil oder der Wurfaxt umgehen können. Das Mittelalterspektakel ist am Freitag, 20. Juli, von 16 bis 23 Uhr, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Ritterturniere beginnen am Freitag um 19 Uhr, am Samstag um 14 und um 19 Uhr und am Sonntag um 13 und um 17 Uhr. Die abendliche Feuershow beginnt am Freitag und am Samstag jeweils um 22 Uhr. ag/kh