Hohenlohe-Franken

Kirchberger Schlosskonzerte Über die Region hinaus bekannter Veranstaltungsreigen in besonderem Ambiente

Ein kleines, aber feines Format

Archivartikel

Das Jahresprogramm der Kirchberger Schlosskonzerte wartet wieder mit einigen Highlights auf. Auch für Kinder ist ein Nachmittag dabei – mit einer etwas anderen Form des Klassikers „Peter und der Wolf“.

Kirchberg. Das Lilith Saxophon Quartett (Ilona Haberkamp, Sopransaxophon; Karin Hatzel, Altsaxophon; Nikola Seegers, Tenorsaxophon; Catrin Groth, Baritonsaxophon) spielt im Rahmen der Kirchberger Schlosskonzerte im Rittersaal am Sonntag, 19. Mai, um 17 Uhr Werke von Bach, Florio, Grieg, Iturralde, Piazzolla, Pierné, Bernstein und Singelée.

Neben der menschlichen Stimme ist das Saxophon das ausdrucksstärkste und wandlungsfähigste Instrument. Im Lilith-Quartett haben sich vier Saxophonistinnen aus Dortmund zusammengefunden, um in kammermusikalischer Besetzung dieser klangfarbenreichen Fähigkeit ihres Instruments musikalisch Ausdruck zu verleihen.

Ob argentinischer Tango, spanische Rhapsodie, altenglische Weise, Bach-Fuge, Werke des französischen Impressionismus oder jazzige Werke – dem Quartett gelingt es stets, den speziellen Klang des Werks zu interpretieren.

16. Juni, 17 Uhr: In Zusammenarbeit mit dem Hohenloher Kultursommer gastieren Belén Cabanes, Kastagnetten und Tanz, und Andreas Maria Germek, Gitarre, in Kirchberg.

Dieses außergewöhnliche Konzerterlebnis entsteht durch das musikalische Spiel zwischen der Gitarre als spanisches, klassisches und Flamenco-Instrument und den Konzertkastagnetten, die hierbei den traditionellen Rahmen verlassen und sich neue Dimensionen – auch mit Unterstützung des Tanzes – erschließen. Jeder Rhythmus der Kastagnetten, jedes Zapateato der Füße, der Klang der Gitarre, der Ausdruck des Körpers bilden zusammen eine neue, sehr persönliche Sprache voll musikalischer Sensibilität. Das Repertoire erstreckt sich von der klassischen Musik (von der Renaissance bis zur Moderne), über eigenwillige, für dieses Ensemble geschaffene Stücke und Arrangements bis hin zu Flamencokompositionen.

30. Juni, 14 Uhr: Das Duo Liepe (Niklas Liepe, Violine, und Nils Liepe, Klavier) und Maxine Troglauer (Bassposaune) führen das Kinderkonzert „Peter und der Wolf“ auf.

In diesem Kinder- und Familienkonzert wird das berühmte Märchen in einer außergewöhnlichen Besetzung präsentiert. Gemeinsam mit dem Publikum wird die Geschichte „Peter und der Wolf“ neu gestaltet: Wie klingt eigentlich der Wolf auf der Bassposaune? Oder der Vogel auf der Geige? Und wie klingen alle drei Instrumente zusammen? Im Laufe des Konzerts werden den Kindern die Tiere und Instrumente mit passenden Musikausschnitten spielerisch vorgestellt.

30. Juni, 17 Uhr: Das Duo Liepe (Niklas Liepe, Violine, Nils Liepe, Klavier) präsentiert am selben Tag zu späterer Zeit Werke von Schubert, Beethoven, von Webern und R. Strauß. Die Brüder Niklas und Nils begannen ihre Kammermusik-Karriere bereits in der Kindheit: im Alter von elf beziehungsweise 13 Jahren erste Rundfunkaufnahmen mit Radio Opole in Polen, ein Jahr später schon die erste CD-Produktion. Niklas und Nils Liepe waren zweimal erste Bundespreisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“, Preisträger der Deutschen Sparkassenstiftung, der Stadt Gera für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Kammermusikwerkes, der Bundesapothekerkammer sowie des internationalen Kammermusikwettbewerbs der Da-Ponte-Stiftung. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2017 wurden sie mit einem Stipendium des DMW sowie dem Sonderpreis von Cappricio ausgezeichnet.

21. Juli, 17 Uhr: Das Trio Adorno (Christoph Callies, Violine, Samuel Selle, Violoncello, Lion Hinnrichs, Klavier) gibt Werke von Beethoven und Mendelssohn zum Besten.

Das in Hamburg beheimatete Klaviertrio wurde 2003 im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ gegründet. Mit seinem Namen bezieht es sich auf den deutschen Musikphilosophen und großen Denker des 20. Jahrhunderts Theodor W. Adorno. Das Trio wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet - unter anderem beim Hamburger Kammermusikwettbewerb, beim Internationalen Johannes Brahms Wett-bewerb, dem Deutschen Musikwettbewerb, der Osaka Chamber Music Competition und der Melbourne Chamber Music Competition. Das Trio musiziert in Konzerten und auf Festivals in ganz Europa, in Asien und Australien.

Von der Presse hochgelobt, spielt sich das Trio Adorno durch sein expressives, sensibles und stilsicheres Auftreten immer wieder aufs Neue in die Herzen des Publikums.

29. September, 17 Uhr: Unter dem Motto „Carl Ludwig Jubker and friends“ gibt es Musik zur Zeit der Aufklärung in Kirchberg. Beteiligte: Christine Reber, Sopran; Fabiola Gamarra Colina, Violine; Frithjof Vollmer, Kontrabass; Robert Bärwald, Klavier; Joachim Kremer, Moderation. Zu hören sind Werke von C. L. Junker, J. Fr. Christmann, L. van Beethoven, Chr. Fr. D. Schubart und anderen. Carl Ludwig Junker wurde am 12. Juni 1748 in Kirchberg an der Jagst geboren. Er war als Komponist, Flötist, Schriftsteller und Pfarrer tätig. Nach abgeschlossenem Studium der Theologie in Gießen sowie Göttingen zog es ihn als Hauslehrer unter anderem nach Karlsruhe zu Prinz Christof von Baden und nach Schaffhausen.

1777 arbeitete er als Lehrer im Heidesheimer Philanthropin, wo er nahezu alle seine Kompositionen schrieb. Zudem wirkte er gelegentlich als Flötist bei Hofkonzerten mit. Es folgten verschiedene Pfarrei-Stationen im Hohenlohisch-Kirchbergischem Patronat: von 1789 bis 1792 Döttingen, ab 1792 Beimbach und ab 1795 Ruppertshofen.

Ausgehend von der populären Sammlung der „Blumenlese für Klavierliebhaber“ umreißt das Konzert freundschaftliche Netze von Komponisten und Publizisten der Aufklärungszeit. Der Kirchberger Carl Ludwig Junker steht im Zentrum, darunter auch sein Melodram „Die Nacht [...] eine musikalische Deklamation gesetzt fürs Klavier mit der willkürlichen Begleitung einer Violine und eines Basses“.