Hohenlohe-Franken

Schloss Schrozberg Die Farbenpracht der Blumenbeete erfreut die Besucher

Ein Paradies nicht nur für Insekten

Archivartikel

Die Blütenpracht am Schrozberger Schloss lockt nicht nur viele Insekten an, sondern auch viele Menschen, die sich an der bunten Farbpalette erfreuen.

Schrozberg. “Es grünt so grün, wenn Schrozbergs Blüten blühen“: Der Liedtext aus dem bekannten Musical „My fair Lady“ bezieht sich sicher nicht nur auf die Farbe Grün, denn auch Spaniens Rosen blühen in den allerschönsten Farbtönen, die man sich vorstellen kann. So auch die Beete vor und um das Schloss Schrozberg. Die Zeit der Rosenblüte neigt sich zwar langsam dem Ende zu, doch die Rabatten zeigen ihre herrliche Pracht. Strahlendes rot, orange, gelb, lila, weiß und und und. Die Farbpalette besitzt unendlich viele Farbtöne und die Blüten leuchten um die Wette.

Mittlerweile hat sich die Blütenpracht von Schloss Schrozberg einen Namen gemacht. Sie lockt viele Wanderer, Radfahrer und Pilger an, die sich an der Schönheit in Grün und Farbe erfreuen. Die Rathausmitarbeiter – das Rathaus befindet sich im Schloss – bekommen sehr viele positive Rückmeldungen, denn der Jakobsweg führt direkt daran vorbei und die Pilger holen sich dort ihren Stempel ab.

„Es ist nicht oft zu sehen, dass in das Anlegen und die Pflege von Grünanlagen investiert wird,“ erzählt eine Pilgerin, die mit einer kleinen Gruppe ab Rothenburg den Jakobsweg laufen möchte.

Auch führt der Schmetterlingsradweg und noch viele andere Wander- Pilger,- und Radwege durch den blühenden Ort. Die Beete laden zum An- und Innehalten an, sich an der Natur zu erfreuen und wecken Lebenslust, wenn man den vielen Insekten zusieht, wie sie von Blüte zu Blüte fliegen und sie mit süßem Nektar versorgen. Um diesen Anblick genießen zu können, gibt es in den Blumenbeeten und im Schlossinnenhof viele Bänke, die zum Pause machen einladen.

Viel Arbeit nötig

Für eine solche Pracht muss aber auch viel getan werden. Vor dem ehemaligen Wasserschloss gibt es Wechselflor, das heißt die Beete werden zwei Mal im Jahr neu angelegt. Das passiert im Herbst und im Frühjahr eines jeden Jahres. Das Bepflanzen der Sommerpracht übernimmt selbstständig eine Gärtnerei. Die Pflege erfolgt durch die städtischen Bauhofgärtnerinnen. Im Herbst werden nach dem Fräsen des Bodens die Frühlingszwiebeln gesetzt, die Rosenstämmchen und -bögen werden Winterfest eingepackt und Phacelia (Bienenfreund) gesät, um den Boden mit frischen Nährstoffen zu versorgen und das Unkraut über die Wintermonate zu unterdrücken.

Aber nicht nur um das Schloss herum wird Wert drauf gelegt, dass die Rabatten und Beete gepflegt sind. In ganz Schrozberg und den Teilorten sind fleißige Helfer und Helferinnen beschäftigt, um die Pflanzen zu hegen und pflegen, zu gießen und Unkraut zu jäten. „Der Ursprung der Blühanlage liegt Anfang der 90er Jahre. Dort wurde der Wassergraben zugeschüttet und man wollte einen barocken Buchsbaumgarten anlegen. Nur hat damals dann ein Pilz den Buchs völlig zerstört,“ berichtet Elke Schmitt, Stadtgärtnerin.

Wertvoll für die Tierwelt

Zum Leidwesen des Buchs und zum Erfreuen für die Blumenfreunde legte man dann die heutigen Rabatten an. Im Zeitalter von Naturschutz und bewusstem Leben wird auch in Schrozberg einiges dafür getan. Es werden gezielt brach liegende Grundstücke als Bienen- und Schmetterlingsweiden angelegt. „Das sieht zwar nicht so wunderschön aus, ist aber umso wertvoller für die Tier und Insektenwelt,“ erklärt Thomas Pöschik, Bauamtsleiter in Schrozberg. Diese Weiden werden nur einmal im Jahr gemäht, damit die Tiere auch in den kalten Monaten überwintern können. Wer also nicht zufällig auf dem Wander- oder Radweg an den herrlichen Blütenoasen vorbei kommt, für den ist der Anblick vielleicht sogar eine extra Reise wert.