Hohenlohe-Franken

Landesgartenschau Ellwanger Gemeinderäte entscheiden sich mit 24 zu 9 Stimmen für die Ausrichtung im Jahr 2026

„Eine wahnsinnige Chance“ genutzt

Archivartikel

Die Ellwanger Stadträte votieren – nach kurzer, kontroverser Debatte – mit deutlicher Mehrheit dafür, die Gartenbau-Ausstellung im Jahr 2026 auszurichten.

Ellwangen. Diese Entscheidung ist von elementarer Bedeutung. Selten sind im Ellwanger Gemeinderatl alle 35 Ratssitze belegt, jetzt fehlte kein einziger Stadtrat. Nachdem das Land der Stadt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2026 bereits gegeben hat, bedurfte es nun noch der Entscheidung des Gemeinderates.

Aufgrund der zahlreichen Vorberatungen hatte man im Vorfeld ahnen können, dass es eine Mehrheit dafür geben würde. Aber die Frage war, wie deutlich sie ausfallen würde. Nach gerade mal etwa einem halben Dutzend Wortmeldungen leitete Oberbürgermeister Karl Hilsenbek die Abstimmung ein, und 24 Hände hoben sich pro Landesgartenschau: die der gesamten CDU-Fraktion sowie jene von Franz Ostermeier von den Freien Wählern/Freien Bürgern, von vier der fünf Grünen und dreien der vier SPD-Räte. Dagegen stimmten – bis auf Franz Ostermeier – alle „Freien“ und Rudi Kitzberger von den Grünen. Der Stimme enthielten sich Thomas Geist und Eva Schuster von der SPD. 24:9. Damit ist die Entscheidung gefallen: Ellwangen ist Gartenschaustadt.

„Mantel der Geschichte“ wehte

Wer auf eine heftige Debatte gewartet hatte, sah sich getäuscht – natürlich, denn die Argumente waren längst ausgetauscht, die Sorgen benannt und Hoffnungen ausgemalt, keine neuen Gesichtspunkte aufgetaucht.

Stadtplaner Klaus Ehrmann und Oberbürgermeister Hilsenbek redeten noch mit Engelszungen für die Landesgartenschau – „Jetzt oder nie, sonst warten wir unter Umständen eine Ewigkeit“, sagte Hilsenbek; Ehrmann versprach Impulse für die Konversion des alten Kasernenareals, die Kernstadt und die gesamte Innenstadt, lange vor und weit über die Gartenschau hinaus. „Wenn Sie zustimmen, ist Ellwangen ab heute Gartenschaustadt“, sagte der OB. Und so kam es dann auch.

Franz Josef Grill vertrat das fast durchgängige Nein der Freien Wähler/Bürger. Er erinnerte an den Brief von Landwirtschaftsminister Hauk, der die Vergabe der Gartenschau an Ellwangen mit dem Erhalt der LEA verknüpft hatte (Hauk ist später zurückgerudert). Grill bezeichnete dies als „einzigen ehrlichen Brief, der in den letzten Jahren aus Stuttgart gekommen ist“ und meinte, man hätte unter der Voraussetzung als Bewerbung auch ein leeres Blatt abgeben können und die Schau trotzdem bekommen. Die Berechnungen der Finanzierbarkeit und der Entwicklung der Finanzen nannte Grill zu optimistisch, die Annahmen unseriös.

Armin Burger (CDU): Er wolle sich „der Angstmacherei und dem Schlechtreden“ nicht anschließen, die Gartenschau sei „eine wahnsinnige Chance“, und das ganze Land würde über Ellwangen lachen, wenn nun mit Nein gestimmt würde. Nun, so kam’s dann nicht. Die Gartenschau wird in Ellwangen stattfinden. Beschlossen. fro