Hohenlohe-Franken

Steinbruch-Pläne in Bölgental Bürgerinitiative verweist auf deutliches Ablehnungs-Votum der Einwohner

Firma hält an Vorhaben fest

Archivartikel

Auch nach dem Bürgerentscheid in Satteldorf (wir bericheten) hält das Unternehmen Schön und Hippelein am Steinbruch-Vorhaben fest. Die Bürgerinitiative warnt die Firma vor Imageverlust.

Satteldorf. Fast 68 Prozent der Satteldorfer, die sich am Sonntag am Bürgerentscheid beteiligt haben, stimmten gegen den geplanten Steinbruch bei Bölgental. Doch damit ist das umstrittene Vorhaben der Firma Schön und Hippelein noch lange nicht vom Tisch. Das Unternehmen hält an dem Projekt fest und hat in einer Pressemitteilung angekündigt, „zügig einen Genehmigungsantrag zu stellen“. Ein Datum wurde nicht genannt, bislang war von Oktober die Rede. Über den Antrag entscheidet das Landratsamt.

Frank Hippelein, Geschäftsführer von Schön und Hippelein, schreibt zum Ausgang des Bürgerentscheids, dass er ihn „sehr bedauert“. Und fährt fort: „Für die Bürgerinitiative und die Ja-Wähler wird das Wahlergebnis zu einem sehr teuer erkauften Erfolg.“ Selbstverständlich werde die Planung für den Steinbruch, der den jetzigen bei Neidenfels ablösen soll, „im Vertrauen auf Gesetze und Verordnungen“ fortgesetzt.

Die verkehrliche Erschließung eines Steinbruchs bei Bölgental wird ab sofort wohl über Gröningen geplant – zumindest laut S und H-Pressemitteilung: „Eine Nordumfahrung wird es jetzt leider nicht mehr geben können“, da der Gemeinde durch den Bürgerentscheid die Hände gebunden seien. Weiter heißt es: „Vor allem für die Menschen in Gröningen, die künftig von Schwerlastverkehr belastet werden, tut es uns sehr leid.“

Versuch des „Abstrafens“

Der erneute Hinweis der Firma auf die Ortsumfahrung wird von der Bürgerinitiative „Steinbruch Bölgental – Nein Danke!“ als „Abstrafaktion“ für die Steinbruch-Gegner kritisiert. In ihrer Stellungnahme warnt die Bürgerinitiative die Firma Schön und Hippelein vor einem „Imageverlust“, und betont: „Die Firmenleitung muss erkennen, dass jetzt eine Fortführung jeglicher Planung gegen das deutliche Votum der Bevölkerung stattfindet.“ Hervorgehoben wird, dass der Bürgerentscheid von vorgestern ein „klares Votum“ ergeben habe. Vor diesem könne sich „niemand mehr verschließen“.

„Neuer Mitstreiter“

Im Übrigen freut sich die Bürgerinitiative, „die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat, wenn auch kraft Gesetz, als unsere neuen Mitstreiter gewonnen zu haben“. Ob sich die Angesprochenen tatsächlich als „neue Mitstreiter“ verstehen, ist fraglich, aber für Bürgermeister Kurt Wackler steht seit Sonntag fest, dass nun die Gemeinde „alle Möglichkeiten der Verhinderungen zu verfolgen hat“. In einer Pressemitteilung schreibt er weiter, dass die Gemeinde aufgrund der Bindewirkung des Bürgerentscheids die Feldwege, die die Kommune im vorgesehenen Abbaugebiet bei Bölgental besitzt, nicht hergeben dürfe.

„Mehr als fraglich“ ist für den Bürgermeister, ob die Sachverhalte, die er und eine Mehrheit des Gemeinderats im Dialog mit der Firma ansprechen wollten, „überhaupt noch weiterverfolgt werden können“.

Dazu zählt für Wackler die Einrichtung einer Schiedsstelle und eines Fonds, aus dem unbürokratisch und ohne Schuldanerkenntnis Gebäudeschäden hätten bezahlt werden können.

Auch wenn für S und H-Geschäftsführer Hippelein die Nordumfahrung von Gröningen gestorben ist, hält er doch an seiner Aussage, einen „umweltfreundlichen Steinbruch“ einrichten zu wollen, fest: „Wir versprechen, dass wir eine Vielzahl an freiwilligen Auflagen, bei denen wir keine Mithilfe der Gemeinde benötigen, umsetzen.“ Dazu gehört für ihn „die weitestgehende Vermeidung von Lärm, Staub und Erschütterungen“. aha