Hohenlohe-Franken

Im Bartensteiner „Löwen“ „Johkurt und Paulaner-Trio“ begeistert seine Zuhöhrer mit einem pfiffigen „Tanz der Satire“

Frech, hohenlohisch und unendlich bescheiden

Bartenstein.Seit nunmehr 24 Jahren gibt es sie. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, sie sind in der Region sogar berühmt: das „Johkurt und Paulaner-Trio“. Sie haben sich in diesen 24 Jahren einen ansehnlichen Namen in der Mundartszene gemacht. Sie treten fast jeden Monat irgendwo in der Region auf und bescheren dem Publikum überaus mitreisend, heitere und leidenschaftliche Abende.

So auch Samstag im „Löwen“ in Bartenstein. Der „Löwe“ liegt momentan im Winterschlaf und hofft auf einen neuen Wirt. Bis dahin findet zumindest immer zum Jahresende ein kleines, fast schon familiäres Konzert des Trios statt.

Dieses Jahr war der Titel des Abends „Tanz der Satire“ und machte diesem auch alle Ehre. Wer die drei kennt, weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und Dinge des täglichen Lebens in ihrer Musik verarbeiten. So muss man sich nicht wundern, wenn sich sogar Liebeslieder darunter befinden. Es war ein musikalischer Abend mit vielen altbekannten Songs und natürlich auch die Gassenhauer wie „Linsa mit Saitawurscht“ und „Reisbrei“ warren dabei. Und wie es auch nicht anders zu erwarten war, sangen alle, wirklich ausnahmslos alle Gäste in vollem Umfang mit. Es wurde sogar ein Kanon versucht, aber es blieb dann doch nur beim Versuch.

Paul Grönsfelder alias Paulaner erklärte, wie sich die Zeiten doch geändert haben: „Früher war das Zarteste, das man sich vorstellen konnte ein Baby-Popo und heute ist es der Gelbe Sack.“ Das war dann die Überleitung zum Lied „Gelber Sack“, einer Hommage an das „Dual-Fatal-System“ der Mülltrennung.

In ihren Songs besingen sie die Problematik des Landlebens: „Wir haben eine ländliche Informationslücke, du schaust ja montags in die Zeitung um zu schauen, was los gewesen wäre.“ Und danach ging es um Windisch-Bockenfeld (Schrozberg), „des is kaum besunge, und darum kümmern wir uns drum“, witzelt Kurt Rösch (Johkurt). Alleine schon die Zwischenmoderationen der Lieder brachten die Gäste zum Losprusten. Darüber hinaus wurden aber auch die Ohren zufriedenstellend „gefüttert“. Manchmal fetzig rockig und dann wieder mit groovigem Blues, dann mit neuen Kompositionen wie der „kleinen Schweine-Oper“. Texte über neugierige Nachbarn, die Straßenmeisterei und die Sorgen einer Mutter sorgten für rasenden Applaus.

Echte „Rampensäue“

Die beiden „Rampensäue“ Kurt Rösch und Paul Grönsfelder machten die Show und diese wurde vom eher zurückhaltenden Bernd Leidig auf dem Keyboard begleitet. Das Trio ergänzte sich blendend.

„Wir sind die ambitionsloseste Band, die es gibt. Und deshalb gibt es uns auch noch“, so Paul Grönsfelder vor dem Konzert. Und das macht die drei so sympathisch: keine Star-Allüren, dafür frech, hohenlohisch und mehr als bescheiden. mst