Hohenlohe-Franken

Freiwillige Feuerwehr Röttingen Festkommers in der Burghalle mit Rückblick und Ehrungen langjähriger Mitglieder / Vor 150 Jahren gegründet

Für die Mitbürger durchs Feuer gegangen

Röttingen.Die Ehrung langjähriger Mitglieder und ein Rückblick auf 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr (FFW) Röttingen standen beim Festkommers in der Burghalle im Mittelpunkt.

Eine umfangreiche Bildpräsentation stellte am Ende des kurzweiligen Abends Auszüge aus den Aktivitäten – auch mit Dokumentationen über die weniger schönen Stunden, wie Brandeinsätze oder Unglücksfälle– vor.

Wie „anno dazumal“ der Alarm zu einem Einsatz kam (es signalisierte eine Trompete den Brandalarm) übernahmen diesmal Hans Uhl und Anton Engelhardt diese Aufgabe mit ihren Musikinstrumenten als nostalgische Einlage.

Vorsitzender Mathias Amersbach, in dessen Händen auch die Moderation des Jubelabends lag, begann in seiner Chronologie mit der Gründung der Wehr durch 37 verantwortungsbewusste Männer am 2. November 1869 mit dem Bierbrauer Georg Lochner als ersten Kommandanten an der Spitze.

Nur kurze Zeit später, im August 1870, kam die damals sehr moderne fahrbare Löschmaschine in Lenzenbrunn zum Einsatz. In Röttingen selbst geschah dies glücklicherweise erstmals bei einem Brand am 27. November 1888. Mit zu den größten Einsätzen zählte Amersbach neben einem Manöverunfall in Bieberehren mit einem US-Truck, dessen Benzintankanhänger explodierte und drei Häuser in Brand setzte, den Brand im Seniorenheim 2009. Dort waren 80 Feuerwehrleute 15 RTWs mit 40 Rettungssanitätern, die das komplette Seniorenheim evakuierten, im Einsatz.

Im Jahr 2001 ist die Wehr in ein weiteres Aufgabengebiet gestartet, die First Responder, auch Helfer vor Ort genannt. Diese Gruppe hat eine medizinische Ausbildung für die Erstversorgung der Patienten. Bedingt durch die immer komplexer werdenden Aufgaben und die rasante technische Entwicklung mussten auch die Ausrüstung und die Ausbildung angepasst werden. Da dies in Zusammenarbeit mit der Stadt Röttingen sehr gut gelang, befindet sich die Wehr zur Freude aller nahezu auf dem modernsten Stand der Technik.

Verantwortungsvolles Ehrenamt

Dazu zählen auch die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am 13. November 1992 und der Kauf eines neuwertigen LF10/6 im Juli 2017. Für Röttingens Bürgermeister galt es Dank zu sagen, gingen und gehen die Männer und vier Frauen mit einem Wehrsystem gegen Brände doch für andere durchs Feuer.

Die Röttinger Feuerwehr präge aber auch mit das gesellschaftliche Leben in der Stadt. Jens Lörner, Kommandant vom Patenverein Tauberrettersheim, wünschte sich in seinem Grußwort weiterhin die sehr harmonische Zusammenarbeit. Schirmherr und Landtagsabgeordneter Manfred Ländner stellte das Ehrenamt und die Verantwortung in seiner Festrede in den Mittelpunkt, sei dies gerade bei der Feuerwehr mit besonders ausgeprägt. Im Gegensatz zu viel anderem, brauche man eine Feuerwehr mit Gewissheit in 100 Jahren auch noch. Nach Meinung von MdL Volker Halbleib könne die Politik vieles, vor allem Geld, bereitstellen, aber nicht das tolle Engagement und den persönlichen Einsatz eines jeden einzelnen Feuerehrmitglieds.

Landrat Eberhard Nuß bezeichnete den Jubelverein als „ausgezeichnete Truppe, die Besonderes leiste“ und bedankte sich mit einem „Vergelt’s Gott“ und der Ehrenamtskarte.

Kreisbrandrat Michael Reitzenstein, der die Glückwünsche der 112 Wehren in der Kreisinspektion Würzburg überbrachte und die gute Ausbildung der Wehr lobte, nahm anschließend mit Landrat Nuß die staatliche Ehrung von fünf Röttinger Feuerwehrmitgliedern vor. Als Dank und Anerkennung bekamen Reinhold Dörschner und Michael Metzger für ihre 25-jährige aktive Dienstzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr das Ehrenzeichen des Freistaates Bayern überreicht.

Gerhard Bauer, Peter Englert und Manfred Thomas bekamen dies gar für 40 Jahre.

In der vereinsinternen Ehrung wurden zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt, u. a. Hans Uhl für 70 Jahre.

Ein ganz außergewöhnliches Geschenk überreichte Kunstmäzen Martin Sinn an die Feuerwehr: ein knapp zwei Meter großes Bild mit dem „Roten Hahn“ des Ochsenfurter Künstler Herbert Janouschkowetz. brun