Hohenlohe-Franken

Ölberg in Bieberehren Freiwillige Helfer setzen sich für Renovierung des Baudenkmals ein

Großes Zeugnis der Volksfrömmigkeit

Bieberehren.Mit der Renovierung des Ölbergs haben nach der im Vorjahr abgeschlossenen Erneuerung der in den Jahren 1850 bis 1852 errichteten Kreuzkapelle, wieder einige Bürger in freiwilligem Einsatz ein von ihren Vorfahren geschaffenes Zeugnis der Volksfrömmigkeit zu seiner ursprünglichen Schönheit verholfen.

Als Anton Peppel, Wolfgang Herkert, Leo Heller, Hans-Josef Nagel, Günter Walch, Michael Volkert, Herbert Seubert und Anton Groß sich an das Werk machten lagen rund 120 Arbeitsstunden vor ihnen.

Um den idyllisch unterhalb des Eulenbergs gelegenen Ölberg wieder strahlen zu lassen, wurden sowohl der Putz ausgebessert wie auch der Zaun mit der Jahreszahl 1881 entrostet und gestrichen.

Nach der im Jahr 1980 erfolgten Renovierung, bei der der in den Hang eingebaute offene Satteldachbau mit dem ornamentierten Giebelfeld weiß gestrichen wurde, gaben jetzt die freiwilligen Arbeiter dem Ölberg mit blauem Farbanstrich sein ursprüngliches Aussehen zurück. Die Figuren des von unzähligen Steinen eingefassten Bildes des Ölbergs, das die Szene von Jesus am Ölberg in Jerusalem nachstellt, wurden einer gründlichen Reinigung unterzogen. Die Materialkosten für die Renovierung, für die Malermeister Michael Neckermann (Baldersheim) das Gerüst gestellt hat, belaufen sich auf zirka 2000 Euro.

Wie sehr den Bieberehrenern ihre sakralen Zeugnisse aus der Vergangenheit am Herzen liegen, das zeigt nicht nur Elisabeth Beil aus der nahegelegenen Franzensmühle. Während sie seit Jahrzehnten den Ölberg mit Blumen schmückt, sorgt Leo Heller sich um die Pflege des Geländes. Die beachtlich große Fläche, die er mit dem Motormäher zu säubern hat, zieht sich vom Aufgang des Ölbergs und der Stationen steil bis hinauf zu der Kapelle. Nach der Geschichte, wie sie in der Festschrift zur Erneuerung der Kreuzkapelle festgehalten ist, bekam 1880 der Röttinger Bildhauer und Vergolder Adam Ziegler den Auftrag den Ölberg auszustatten. Für den Handwerker hieß es fünf Figuren zu gestalten. „Den betenden Heiland oder Jesus in der Todesangst am Ölberge“ sowie drei andere Figuren die Petrus, Johannes und Jakobus darstellen. Die Figuren sollten nach dem Willen der Auftraggeber „5 bis 6 Fuß“ groß sein. Da das Längenmaß ein Fuß nach dem, aus dem Jahr 1869 stammendem königlich-bayerischen Gesetz für Maß-und Gewichtsverordnung 29,2 Zentimeter entsprach lag die geforderte Größe nahe der damals gängigen Körpergröße. Der Bildhauer schuf die Figuren, die nicht aufrecht stehen, in einer Höhe von zirka 1,15 Metern.

In der hinteren Mitte ist Jesus kniend und betend auf einem Felsblock platziert. Ihm gegenüber, ein Engel, der ihm den Leidenskelch entgegen hält. Auf der linken Seite ist Petrus dargestellt und rechts die zwei schlafenden Zebedäussöhne.

Der Bildhauer unterzeichnete mit dem Versprechen für eine kunstvolle Herstellung und der Garantie zur vollsten Zufriedenheit seinen Kostenvoranschlag in Höhe von 470 Mark. Das Bezirksamt Ochsenfurt setzte mit Vermerk von 28. Februar 1880 den Betrag für die Fertigung der Figuren auf 800 Mark fest. hag