Hohenlohe-Franken

Konversion Umbau der ehemaligen Ellwangener Kaserne beginnt

Hauk hämmert die Millionen los

Ellwangen.Die ersten Schüler der Europäischen Ausbildungs- und Transferakademie (EATA) in Ellwangen haben bereits ihre Zeugnisse erhalten, aber richtig ins Laufen kommen soll das 15,6-Millionen-Euro-Projekt auf dem ehemaligen Kasernengelände 2020. Zunächst muss das sogenannte „Z-Gebäude“ mit zirka 10 000 Quadratmetern Nutzfläche umgebaut werden.

Zum symbolischen Start des Umbaus kam Landwirtschaftsminister Peter Hauk nach Ellwangen und schwang den Hammer. Weil’s ein Umbau ist und kein Neubau, gab es keinen ersten Spatenstich, sondern einen ersten Hammerschlag. „Opfer“ war eine Rigipswand.

Vor dem munteren Hämmern wurde das Projekt gewürdigt. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek erläuterte den Sinn: In der Region gebe es Fachkräftemangel und es fänden sich zu wenige Interessenten für freie Lehrstellen. Dagegen herrsche in einigen EU-Nachbarländern hohe Jugendarbeitslosigkeit. Hier setze die EATA an, suche im Ausland ausbildungswillige junge Leute und qualifiziere sie für die duale Berufsausbildung. Mit denselben Zielen werden auch junge Asylbewerber in der EATA aufgenommen. Am Ende sollen die Azubis in Betrieben Lehrstellen bekommen und danach als Facharbeiter bleiben.

Drei Gesellschafter im Boot

Getragen wird die EATA von drei Gesellschaftern: Die Stadt und der Landkreis halten je 25,5 Prozent Gesellschaftsanteile; das Kolping-Bildungswerk, das im Ausland Ausschau nach geeigneten Bewerbern hält und den Betrieb der EATA bewerkstelligt, hält 49 Prozent. Sprachkenntnisse, aber auch gesellschaftliche Werte sollen vermittelt werden. Dafür werden im Z-Gebäude 200 Wohn- und Appartementplätze geschaffen, zwölf Lehrsäle und die für den Betrieb nötigen Verwaltungs- und technischen Räume.

Das kostet voraussichtlich 15,6 Millionen Euro, von denen die Europäische Union rund 6,6 Millionen Euro übernommen hat, das Land 2,6 Millionen. Die übrigen 6,4 Millionen muss die Stadt stemmen.

„Wir sind sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, bekräftigte der Ellwangener OB Hilsenbek und spekulierte, dass die Ellwanger EATA eine Art Pilotprojekt für weitere Vorhaben dieser Art im ganzen Land sein könnte. Dr. Klaus Vogt als Vorsitzender des Kolping-Bildungswerks hofft, dass die EATA bis 2020 fertiggestellt sein kann. Bis dahin wird die Schülerzahl nach und nach in Zielrichtung 200 aufgestockt.

Was Europa zusammenführt, sei nicht nur Jugendaustausch, sondern auch Arbeit in den Nachbarländern, sagte schließlich Peter Hauk. Dabei gelte es, die Arbeitskräfte aus dem Ausland gleich richtig zu integrieren: „Das ist beste, pragmatischste Europapolitik“, sagte er. Die EATA bat er als Beleg dafür zu sehen, dass das Land seine Zusage einhalte, Ellwangen nach Abzug der Bundeswehr „nicht allein zu lassen“. froh