Hohenlohe-Franken

Schwallstube im Limpurger Land Exkursion des HFM und des Historischen Vereins

Holzbedarf der Haller Saline war enorm

Archivartikel

Schwäbisch Hall.In Schwäbisch Hall kann schon für die vorchristliche Zeit die gewerbliche Nutzung natürlicher Solevorkommen nachgewiesen werden.

Während des Mittelalters entwickelte sich ein Salinenbetrieb, dessen Versorgung mit dem nötigen Brennholz aus der näheren Umgebung nicht mehr möglich war. Man war daher gezwungen, das Holz aus dem südlich gelegenen waldreichen Limpurger Land zu beziehen und auf dem Kocher nach Schwäbisch Hall zu verflößen.

Für das angehende Mittelalter bis Mitte des 16. Jahrhunderts kann von einer jährlichen Holzmenge von durchschnittlich 70 bis 75 000 Kubikmeter ausgegangen werden.

Siedetechnik verbessert

Wenn auch durch Verbesserungen der Siedetechnik der Holzbedarf bis Ende des 18. Jahrhunderts halbiert werden konnte, blieb die Beschaffung des Holzes auf dem Wasserweg die einzige Möglichkeit, solche Mengen von Holz transportieren zu können. Um auch die Nebenbäche des Kochers für die Flößerei nutzen zu können und somit den Einzugsbereich zu erweitern, legte man ab dem 16. Jahrhundert an deren Oberläufen künstliche Seen an.

Durch das Ablassen dieser Schwallstuben konnte der Wasserstand in den Bächen dermaßen erhöht werden, dass das in das Bachbett eingeworfene Holz mitgerissen und bis an den Unterlauf der Bäche getrieben werden konnte, von wo es dann zur Saline Hall weitergeflößt wurde. Noch heute sind an neun Bächen Reste der Dämme zum Teil noch erhalten und lassen interessante Einblicke in das über Jahrhunderte wichtigste Gewerbe im Limpurger Land, die Kocherflößerei, zu.

Führung an den Floßseen

Der Historische Verein für Württembergisch Franken und das Hällisch-Fränkische Museum Schwäbisch Hall bieten am Samstag, 18. Mai, eine Führung an den Floßseen am Eisbach und am Großen und Kleinen Wimbach mit Prof. Dr. Wolf Dieter Rommel von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf an.

Prof. Rommel hat über die Kocherflößerei promoviert und erforscht die heute noch erhaltenen Reste der Wasserbauten. Ausgangspunkt für die Exkursion am 18. Mai 2019 mit Privatautos ist der Parkplatz der Stephan-Keck-Halle in Sulzbach-Laufen (Nestelbergstraße 6).

Um 15 Uhr werden von dort die Floßseen am Eisbach sowie am Großen und Kleinen Wimbach angefahren. Für die Begehung des Geländes wird Wanderschuhwerk empfohlen. hfm