Hohenlohe-Franken

Stadtrat Aub Verkehrsplanung während des Brückenneubaus führt zu Dringlichkeitsantrag der Gewerbetreibenden

Interessenskonflikte bei Handel und Anwohnern

Aub.Die Angst der Auber Geschäftsleute vor ausbleibenden Kunden, wenn im nächsten Jahr beim Neubau der Gollachbrücke die Zufahrt zur Innenstadt gesperrt wird, hat die Fremdenverkehrs- und Gewerbegemeinschaft auf den Plan gerufen.

Mit der von Dr. Knut Wolfram vom staatlichen Bauamt bei der kürzlich stattgefundenen Bürgerversammlung in Aussicht gestellten weiträumigen Umleitung wollen sich die Auber Geschäftsleute nicht abfinden. Die Gewerbetreibenden haben deshalb nach Möglichkeiten gesucht, den Verkehr innerorts umzuleiten und einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag an den Stadtrat formuliert.

Die Gemeinschaft der Gewerbetreibenden schlägt abweichend von den Plänen der Baubehörden vor, den örtlichen Verkehr entweder durch die Auber Westsiedlung oder über Wege in Richtung Hemmersheim umzuleiten. Schon zum diesjährigen Weihnachtsmarkt will man den Marktbesuchern die Möglichkeit bieten, die alternativen Umleitungen zu erkunden. Ein Infostand ist ebenso geplant wie die Möglichkeit, mit dem Kleinbus Interessierten die Strecken zu zeigen, damit die Kunden wissen, wie sie auch trotz Baustelle im nächsten Jahr die Auber Geschäfte sicher erreichen können.

Auch Bürgermeister Robert Melber will sich nicht darauf einlassen, den örtlichen Verkehr kilometerweit umzuleiten, um die Auber Innenstadt erreichen zu können. „Es wird einen Ortstermin geben mit den beteiligten Behörden und der Polizei“, stellte Melber in Aussicht. Eine innerörtliche Umleitung durch die Westsiedlung müsse aus seiner Sicht machbar sein. Man könnte den bisher geschotterten Postpfad hernehmen um Begegnungsverkehr zu vermeiden, am Angersberg die Böschung zurücknehmen um für Begegnungsverkehr Platz zu schaffen. Sollte eine Ampel erforderlich sein, muss die einspurig befahrbare Strecke möglichst kurz gehalten werden.

Die Umleitung durch die Siedlung stößt allerdings bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe. „Da müssen wir alle durch, da wird jeder Einschränkungen haben“, bezog Melber dazu Stellung.

Theo Theuerkaufer bat, auf jeden Fall darauf zu achten, dass die Steigung in der Siedlung ohne Anzuhalten gefahren werden kann. Aus Roman Menths Ansicht ist es erforderlich, den Bürgern die Sicherheit zu geben, dass man auch trotz gesperrter Brücke nach Aub hinein und wieder heraus fahren kann.

Bürger schnell informieren

Einig war man sich im Stadtrat, schon am Weihnachtsmarkt die Bürgerinnen und Bürger über innerörtliche Fahrmöglichkeiten zu informieren. Am Infostand und bei den Erkundungsfahrten mit dem Kleinbus sollten sich auch die Ratsmitglieder mit einbringen, schlug Roman Menth vor.

Mit der gleichen Problematik befasste sich ein weiterer Antrag einer Bürgerin aus der Weinbergsäckersiedlung. Sie befürchtet lange Fußwege in die Innenstadt. Um einen kleinen Steg unterhalb der Siedlung, das sogenannte Eselsbrückchen, erreichen zu können, beantragte sie, einen Fußweg von der Siedlung zur Eselsbrücke einzurichten.

Ein dafür geeigneter Geländestreifen gehört bereits der Stadt Aub. Schon als in den 1960er Jahren die ersten Häuser in der Siedlung gebaut wurden, war dort ein Fußweg vorgesehen, wurde aber aus Kostengründen nie verwirklicht. Der Hang dort ist sehr steil und unwegsam, im unteren Bereich vom Gartenweg her muss erst eine Trockensteinmauer überwunden werden. Diese Mauer ist in keinem guten Zustand und droht derzeit einzustürzen.

Haftungsfragen

Der Geländestreifen am Hang wird derzeit von den Anwohnern mit genutzt, könnte aber zeitnah für einen Fußweg herangezogen werden. Problematisch dürften sich die Bauarbeiten für einen solchen Weg auch dadurch gestalten, das der Streifen mit 2,15 Metern bis 2,5 Metern sehr schmal ist, das Gelände teilweise und ein Weg dort möglicherweise selbst mit Stützmauern gesichert werden müsste. „Auf die Schnelle wird es dort keinen Weg geben“, stellte Bürgermeister Robert Melber klar. Dennoch will er sich mit einem Fußweg dort weiter befassen. Südlich des Eselsbrückchens könnte der Weg über den Eselsweg, der östlich am Judenfriedhof vorbei führt, zum Harbach weitergeführt werden. Roman Menth hält zudem für einen möglichen Weg dort auch eine ausreichende Beleuchtung für erforderlich, damit der Weg auch bei Dunkelheit genutzt werden kann.

Manfred Neeser schlug vor, im Sinne einer schnellen Lösung doch einfach eine einfache Treppe zu errichten. Dagegen stellte sich der Bürgermeister. Wenn in dem unwegsamen Gelände etwas passiere, müsse die Stadt möglicherweise haften.

Schließlich einigte sich das Gremium darauf, das Projekt zunächst von einem Planungsbüro auf Machbarkeit überprüfen und die Kosten überschlagen zu lassen.