Hohenlohe-Franken

„Leben mit Herz“ Musikfest der Stiftung Würth von Menschen mit Behinderung / Vierfacher Weltmeister im Gewichtheben spricht über Erfahrungen

Jede Stimme spielt eine wichtige Rolle

Archivartikel

Unter dem Motto „Leben mit Herz: Miteinander – Füreinander“ veranstaltete die Stiftung Würth am Würth-Museum in Gaisbach zum vierten Mal ein Musikfest von Menschen mit Behinderung.

Gaisbach. Mit dem Musikfest will die im Jahre 1987 von Reinhold und Carmen Würth gegründet Stiftung ein Zeichen der Menschlichkeit setzen. Die Stiftung Würth fördert Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur, Forschung und Wissenschaft sowie Bildung und Erziehung - schwerpunktmäßig in der Region Hohenlohe, dem Stammsitz des Unternehmens. Unterstützt werden auch soziale Projekte zur Integration von Flüchtlingen und Migranten. Die Projekte der Stiftung Würth werden von der inländischen Würth-Gruppe, unterstützt.

Beim Musikfest von Menschen mit Behinderung traten am Samstag sieben Musikgruppen aus sonderpädagogischen Einrichtungen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf. Ideengeberin Carmen Würth, die sich seit vielen Jahren für Menschen mit Handicap engagiert, ist das gemeinsame Singen ein Herzensbedürfnis. Musik in jeder Form empfindet sie als eine ideale Ausdrucksmöglichkeit der Lebensfreude. In ihrer Eröffnungsrede ging sie auch kurz auf die Vorgeschichte der Veranstaltung ein und wünschte den Gästen und den Menschen mit Beeinträchtigung ein fröhliches Fest und viel Freude beim gemeinsamen Musizieren, das im Mittelpunkt stehen sollte.

Carmen Würth ist es seit Jahren ein Bedürfnis, den Gedanken der Inklusion nicht nur zu propagieren, sondern auch mit Leben zu erfüllen und in die Tat umzusetzen. Sie ist fest davon überzeugt, dass Musik und Kunst alle Barrieren überwinden kann.

Der Unternehmerfrau, auf deren Initiative die Veranstaltung ins Leben gerufen wurde, ist es ein großes Anliegen, die Musik von Menschen mit Behinderung in der Region stärker in den Vordergrund zu rücken und damit auf die Notwendigkeit der musikalischen Förderung für Menschen mit Behinderung hinzuweisen. Daher organisierte die Stiftung Würth in der Gaisbacher Firmenzentrale vor vier Jahren das erste Musikfest von Menschen mit Behinderung, das auf Anhieb zu einem großen Erfolg wurde.

Auch Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsführung der Adolf Würth GmbH & Co. KG brachte in seiner Rede zum Ausdruck, wie wichtig es sei, mehr Achtsamkeit im Umgang mit behinderten Menschen zu zeigen und dafür eigne sich die Musik ganz besonders, denn sie bringe Freude und verbinde die Menschen auf der ganzen Welt. Musik habe schon immer Menschen berührt, in allen Jahrhunderten und in allen Kulturen. Diese musikalische Kultur werde auch im Unternehmen selbst mit dem Würth-Chor, der Würth-Big Band und den Würth-Philharmonikern in besonderer Weise gepflegt.

Musik kenne keine gesellschaftlichen Titel oder Hierarchien, sie entstehe in der Seele, komme von innen, strahle in die ganze Welt und könne so auch die Seele des Anderen berühren.

Die Botschaft der Inklusion, die vom Musikfest ausgehe, fasste Heckmann so zusammen: „Im großen Orchester des Leben spielt jede Stimme und jedes Instrument eine wichtige Rolle. Und nur wenn alle ihren Teil beitragen und wichtig genommen werden, nur dann klingt das Leben so fröhlich und lebendig, wie wir es hier und heute erleben können“.

Zum abwechslungsreichen Programm des Festes gehörte in diesem Jahr auch der Auftritt des Geigenvirtuosen József Lendvay und der Vortrag des vierfachen Weltmeisters im Gewichtheben, Oliver Caruso. Er sprach über zum Thema „Die integrative Kraft des Sports“ über seine Arbeit im integrativen Sportverein Kraft-Werk Schwarzach nahe Mosbach.

Zwei halbstündige Führungen durch die aktuelle Ausstellung „Siegfried Anzinger“ des Museum Würths öffneten den Besucherinnen und Besuchern die Bildwelt des österreichischen Künstlers, in der sich Löwen, Heilige und Cowboys tummeln. Den Schlussakkord des Musikfestes setzte eine Gesangseinlage des Anne-Sophie-Chors, der alle Besucherinnen und Besucher zu einem gemeinsamen Lied animierte.

Die teilnehmenden Gruppen waren die „Happytones“ und die Rhythmikgruppe „Rondo“ der Lebenshilfe Buchen und Umgebung, die Trommelgruppe Wazungu der Geschwister-Scholl-Schule, Künzelsau, das Klavierprojekt der Andreas-Fröhlich-Schule, Krautheim, die Gruppe „The Braillers“ von der Blindeninstitutsstiftung Würzburg, die Gruppe „Klangspiel“ der Caritas Werkstätte Alois Eckert in Lauda-Gerlachsheim und der Anne-Sophie-Chor des Hotel-Restaurants „Anne-Sophie“ in Künzelsau.