Hohenlohe-Franken

Chorjubiläum Festkommers zum 170-jährigen Bestehen des Sängerkranzes Aub / Langjährige aktive und passive Mitglieder ausgezeichnet

Johannes Wolf jetzt Ehren-Chorleiter

Archivartikel

Der Sängerkranz Aub feierte am vergangenen Wochenende seinen 170. Geburtstag. Aus diesem Anlass hatte der Chor eingeladen zu einem Festkommers in Verbindung mit einem Liederabend.

Aub. Für die musikalische Gestaltung des stimmungsvollen Abends, für traditionelle wie auch moderne Liedvorträge, sorgte der Jubiläumschor selbst mit seinem Dirigenten Patrick Tuttle, wurde dabei unterstützt vom Sängerkranz Bieberehren unter Leitung von Johannes Wolf und dem Giebelstadter Liederkranz, geleitet von Marvin Biehler.

In unruhiger Zeit im Jahr 1849, dem Zeitalter der Romantik und des erwachenden Selbstbewusstseins der Bürgerschaft, fanden sich auch in Aub Männer zusammen, die das Liedgut und die Gemeinschaft pflegen wollten. Schirmherr Manfred Ländner ging in seinen Grußworten auf die Gründungszeit des Vereins ein. „Wir müssen auch unseren Kindern wieder das Singen lernen“, empfahl Ländner.

Die Grüße des Landkreises überbrachte stellvertretende Landrätin Karen Heußner. Der Sängerkranz als der älteste organisierte Verein in Aub bestehe derzeit aus etwa zwanzig Sängerinnen und Sängern, werde von mehr als sechzig passiven Mitgliedern unterstützt.

Beitrag gelobt

Bürgermeister Robert Melber lobte den Beitrag des Sängerkranzes am kulturellen Leben in der Stadt. Er erinnerte insbesondere an den Bau der Spitalbühne unter maßgeblicher Mitwirkung des Sängerkranzes. Die Zerreißprobe vor vier Jahren, als der damalige Männerchor nicht mehr singfähig war und in einen gemischten Chor umgewandelt wurde, habe der Verein überstanden. Obwohl längst nicht von allen mitgetragen konnte damit der Chor gestärkt und optisch aufgewertet werden und hat sich mit der Umwandlung neues Liedgut erschlossen.

Claus Menth, Sprecher der Auber Vereine, überbrachte die Glückwünsche der insgesamt 27 örtlichen Vereine und Vereinigungen. Vereinsvorsitzender Burkhard Mark ging ins einem Bericht aus der Vereinschronik auf die wechselvolle Geschichte des Sängerkranzes ein. Dessen Geschichte begann im Jahr 1849, als sich 25 aktive und 24 passive Mitglieder zum damaligen Liederkranz zusammenschlossen. Der Verein wurde am 14. August 1849 von der königlichen Regierung genehmigt. Mitglied konnte „jeder gesittete Mann“ werden.

Der Liederkranz schloss sich im Jahr 1901 mit dem damals zweiten bestehenden Chor, der „Sängerlust“ zusammen zum Sängerkranz. Zwei Weltkriege, unruhige politische Zeiten konnte der Chor überstehen, ehe das Jahr 2013 zum Schicksalsjahr des Vereins wurde. Innerhalb weniger Wochen brach nach dem Ausfall mehrerer Sänger das Vereinsleben zusammen. Am 22. März 2013 trat der Männerchor zum letzten Mal öffentlich auf, danach wurde der Probenbetrieb eingestellt.

Mit einem „Sing along“ wurde versucht, neue Sangesbrüder zu gewinnen. Heftig wurde diskutiert, ob Frauen aufgenommen und der Chor als gemischter Chor weitergeführt werden solle. Im Jahr 2015 schließlich war es so weit: der neu gegründete gemischte Chor nahm seinen Probenbetrieb auf. In heutiger Zeit wird es immer schwerer, junge Menschen für das Singen im Chor zu gewinnen. Für den Jubiläumschor sind aber auch nach 170 Jahren noch die Freude am Lied und am Gesang geblieben. Heute besteht der Chor aus 24 aktiven Sängerinnen und Sängern und 61 passiven Mitgliedern. Im Rahmen des Kommersabends zum 170-jährigen Jubiläums des Auber Sängerkranz ehrte der Verein einige Mitglieder, die ihm jahrzehntelang als passive Mitglieder die Treue halten und zum Teil fast ein Menschenleben lang als Sänger aktiv mitwirken, mit Anstecknadeln und Urkunden.

So gehören seit 50 Jahre Gosbert Geißendörfer, Georg Hahn, Willi Kemmer, Hans Manger, Bernhard Menth und Hermann Stahl als passive Mitglieder zum Auber Sängerkranz. Sechzig Jahre lang unterstützen Getrud Engert und Maria. Kemmer als passive Mitglieder den Sängerkranz. Auf vierzig aktive Sängerjahre können Burkhard Mark und Erwin Schwarz zurückblicken, gar seit sechzig Jahren singen Franz Pfeuffer und August Schedel im Chor des Auber Sängerkranzes und sogar seit siebzig Jahren, die meiste Zeit davon ebenfalls als aktiver Sänger, gehört Otto Stüber dem Chor an. Johannes Wolf schließlich, bis vor einigen Jahren Chorleiter des Männerchores und auch aktuell noch als aktiver Sänger mit dabei, durfte für seine großen Verdienste um den Verein seine Ernennung zum Ehrenchorleiter entgegennehmen. Johannes Wolf war auch treibende Kraft und Initiator beim Bau der Spitalbühne.