Hohenlohe-Franken

Leserbrief Zu „Gerüchte sind nicht die Wahrheit“ / Öchsner-Rücktritt (FN/TZ 22. Juni)

Kritiker sollten froh und glücklich sein

Es war nur der Bossa Nova. Was kann ich dafür.

Diese Vermutung drängt sich unmittelbar auf, wenn man die Entstehungsgeschichte des mitten im früheren Landschaftgsschutzgebietes hinein komponierten Chalets verfolgt.

Es wird alles seine formaljuristische Expertise haben; daran wird nicht zu rütteln sein. Alles andere wäre auch ausgesprochen doof. Jeder Akteur, ob Bauherrschaft, Gemeinderat, oder die Genehmigungsbehörde haben geliefert und damit auf wundersame Weise einen architektonischen Traum im US-amerikanischen East Cost Style Wirklichkeit werden lassen, an dem vermutlich jeder andere Bauherr krachend gescheitert wäre.

Dabei sollten doch die Kritiker froh und glücklich darüber sein, welche individuelle Lösung möglich ist, wenn alle Beteiligten ihrer Kreativität, trotz, oder jenseits von Landschaftsschutz, Bebauungsplan, Gestaltungsordnung und dem üblichen baurechtlichen Firlefanz – für Normalbürger – freien Auslauf gewähren. Zu den vielen Merkwürdigkeiten dieser Baustelle zählt am Ende auch der mit noch größerer Aufregung errichtete Pferdestall. In diesem haben überraschenderweise statt fränkischer Lipizzaner nun pflegeleichte Vierbeiner aus dem Hochland von Peru eine neue Heimat gefunden. Aber auch hier wird sich das tauberfränkische Motto bewahrheiten: Über alles wächst mal Gras. Ist das Gras ein Stück gewachsen, find’s ein Alpaka. Frisst’s und sagt, das war’s.