Hohenlohe-Franken

Landwirtschaftsamt Info-Veranstaltung zu einem brisanten Thema

Kuhhaltung und der Wolf

Kupferzell.Unter dem Thema „Mutterkuhhaltung und der Wolf“ referierten unter anderem Karl-Heinz Lieber, Abteilungsleiter Naturschutz im Umweltministerium, und Siegbert Lamparter von der Firma Patura.

Neben der Frage, wie der Wolf tickt, wurde auch ausführlich über sichere Weidezäune informiert. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landratsamt Hohenlohekreis, Landwirtschaftsamt, und dem Verein Hohenloher Weiderind. Lieber machte in seinem Vortrag deutlich, wie wichtig die Weidetierhaltung für den Naturschutz ist. Nur mit ihr ließen sich viele Ziele des Naturschutzes erreichen. Die finanziellen Mittel wurden in den letzten Jahren deutlich aufgestockt und sollen mit der neuen GAP-Reform weiter steigen. Die gute Zusammenarbeit von Umweltschutz und Landwirtschaft solle auch im Hinblick auf den Wolf weitergeführt werden. Im Moment lebt in Baden-Württemberg ein männlicher Wolf im Nord-Schwarzwald. Dort wurde die Förderkulisse Wolfsprävention eingerichtet. Maßnahmen zur Abwehr auf Weiden werden finanziell gefördert. Im restlichen Baden-Württemberg stehe ein Ausgleichsfonds für Wolfsschäden zur Verfügung.

„Baden-Württemberg möchte aus den gemachten Fehlern von anderen Bundesländern lernen und ist gut auf den Ernstfall vorbereitet“, so Lieber. Mit großem Aufwand betreibt das Land Wolfsmonitoring. Er bat alle Kuhhalter, bei Sichtungen oder Schäden Kontakt mit dem hiesigen Wildtierbeauftragten beim Forstamt Hohenlohekreis aufzunehmen. Im Anschluss stellte Siegbert Lamparter vor, wie ein sicherer Weidezaun aussieht. Neben dem passenden Gerät seien die wichtigsten Punkte die Erdung der Anlage und die Leitfähigkeit der Litzen.

Als Fazit nahmen die Teilnehmer mit nach Hause, dass man zukünftig wohl mit dem Wolf als geschützte Tierart leben müsse. Vonseiten der Landesregierung werden jedoch viele Anstrengungen unternommen, damit Tierhalter nicht alleine gelassen werden. Bis jetzt gab es nur wenige Vorfälle in Baden-Württemberg – und die Wahrscheinlickeit für einen in Hohenlohe ist weiterhin als äußerst gering einzustufen. Hohenlohe ist eine Gäulandschaft mit wenig Waldanteil. „Ich glaube nicht, dass hier Wölfe heimisch werden“, so Dr. Wolfgang Eißen, Leiter des hiesigen Landwirtschaftsamtes des Landratsamtes Hohenlohekreis. pm