Hohenlohe-Franken

Museen und Schlösser Arbeitskreis bechließt Förderung für kleinere Einrichtungen

Kulturwert nicht nur an den blanken Zahlen messen

Schwäbisch hall.Über 40 Museums- und Kulturschaffende aus der Region zwischen Wertheim und Mainhardt, Osterburken und Feuchtwangen trafen sich in Schwäbisch Hall zu ihrer halbjährig stattfindenden Tagung.

Friedrich König, der erste Vorsitzende des Arbeitskreises, betonte die hohe Bedeutung, die Schwäbisch Hall im Raum Hohenlohe inzwischen einnehme. Auch der Arbeitskreis arbeite nun schon seit 40 Jahren mit wachsendem Erfolg daran, diesen alten Kulturraum touristisch weiter zu erschließen und die darin befindlichen Institutionen bekannter zu machen.

Dr. Armin Panter (Hällisch-Fränkisches Museum) verlas zur Begrüßung ein dreißig Jahre altes Gutachten, in dem das „Keckenhofmuseum“ (das später zum Hällisch-Fränkisches Museum wurde) noch als „antiquiert, verstaubt und stehengeblieben“ tituliert wird. Damit löste er spontane Heiterkeit aus, denn der Kontrast zum heutigen Museum ist offensichtlich: strukturell gut aufgestellt, durchaus auf der Höhe der Zeit und ständig auf Erneuerung bedacht. Davon konnten sich die Museumsfachleute bei einem einstündigen Rundgang dann auch selbst überzeugen.

Tendenzen und Neuerungen

Wie sehr man sich im „HFM“ um Highlights bemüht, zeigt die Ausstellung zum sogenannten „Riedender Altar“, der nun als Dauerleihgabe des Württembergischen Landesmuseums in den Sammlungen verbleiben soll. Mit der Datierung „um 1440/50“ ist es das früheste bekannte „Import-Retabel“ aus Brüssel oder Löwen und damit Gegenstand der Forschung zum Kulturaustausch der Regionen im 15. Jahrhundert.

Bei der nachmittäglichen Sitzung berichteten die Mitglieder von Tendenzen, Neuerungen und Schwierigkeiten des Museumsalltags. Die Einweihung des „Jüdischen Kulturpfads Hohenlohe“, der von Braunsbach über Creglingen, Niederstetten, Crailsheim, Dörzbach, Gerabronn, Bad Mergentheim, Wallhausen, Weikersheim, Krautheim,Schöntal nach Schwäbisch Hall führt, war sicher einer der Höhepunkte, der in diesem Jahr in der Region für Aufmerksamkeit sorgte.

Aus Wertheim berichtete Dr. Jörg Paczkowski in einer humorigen, bisweilen aber auch leidenschaftlichen Rückschau auf den Alltag und das Resumée eines Museumsleiters. Er verurteilte dabei scharf das Schielen der Kommunalpolitik auf die „ewigen Besucherzahlen“.

Nach seinem Dafürhalten ermesse sich der Wert der Kultur nicht an reinen Zahlenwerten, sondern an der Qualität der Vermittlung: „Wenn man bei nur wenigen Gästen eine echtes Interesse weckt, ist das viel mehr wert als eine hochprozentige Besucherzahlensteigerung, die oft nur durch flüchtige Aktionen ausgelöst wurde.“

Auch um diese Vermittlung zu vereinfachen und besonders um kleinen und kleinsten Mitgliedsmuseen in der Region bei diesen Bemühungen zu helfen, beschloss der Arbeitskreis einstimmig, eine Unterstützungsprämie für solche Einrichtungen zu schaffen. Wie der zweite Vorsitzende, Dr. Hellmuth Möhring aus Rothenburg hinzufügte, sei der Betrag von 1000 Euro zwar keine gewaltige Summe, könne aber doch bei der Beschaffung von Vitrinen, Displays oder sonstiger Ausstellungs-Infrastruktur nützlich sein. ak