Hohenlohe-Franken

Burgruine Leofels Theatergruppe schafft neue Zuschauertribüne an / Kosten liegen bei rund 100 000 Euro

Maßanfertigung für den unebenen Hof

Archivartikel

Die Burgruine Leofels bekommt eine neue Tribüne. Das freut die Truppe der Burgschauspiele – und vermutlich auch die Zuschauer. Denn die neuen Stühle sind bequemer.

Leofels. „In den vergangenen Jahren haben wir konsequent Rücklagen gebildet“, sagt Heike Köhnlechner, Pressesprecherin der Burgschauspiele Leofels. „Dass es jetzt so schnell klappt, ist toll für alle Beteiligten.“ Die Rede ist von einer neuen Tribüne für die Zuschauer, die es schon in dieser Saison geben wird.

Bislang saßen die Zuschauer auf Stühlen, die auf einer selbst gebauten Holzkonstruktion aufgestellt waren. Doch die ist nun in die Jahre gekommen und genügt den Sicherheitsvorschriften nicht mehr. Die alte Tribüne war auch für die Theatertruppe unbequem: Vier Tage und 25 Mann brauchte sie jedes Jahr, um sie aufzustellen. Kein Wunder: Der Burghof ist uneben, Steine, Mauerreste und nicht zuletzt die Buche stehen dem Gerüst im Weg. Das erschwerte auch die Sicht in den hinteren Reihen.

Buche bleibt stehen

„Wir rechnen damit, dass wir die neue Tribüne zukünftig zu sechst an zwei Tagen aufbauen können“, sagt Konstantin Frank, der im Vorstand des Theatervereins sitzt und für die Technik zuständig ist. Die neue Tribüne ist maßgefertigt. Anders geht das in dem Ruinengeviert, in dem es kaum gerade Linien und keine rechten Winkel gibt, auch gar nicht. Weil die neue Tribüne aber auch steiler wird als die alte, sind die Mauerreste im Burghof künftig kein Problem mehr. Nur der Baum bleibt als Hindernis. Frank: „Aber die Buche gehört zur Ruine. Die werden wir selbstverständlich auch in Zukunft umbauen.“

Die neue Tribüne besteht aus einem Stecksystem aus Aluminium und Stahl. Darauf sind die Klappsitze aus Kunststoff fest montiert. Köhnlechner: „Von ihnen läuft das Regenwasser besser ab. Das hat den Vorteil, dass man die Sitzflächen nicht nach jedem Guss neu abtrocknen muss.“ Die neuen Sitze sind zudem komfortabler als die alten, und sie sind anthrazitgrau. „Wir haben uns für eine neutrale Farbe entschieden.“ Damit die alten „Mauern wirken, nicht die Stühle“.

Einen weiteren Vorteil haben Klappstühle: Sie sind kompakter. Dies und eine vergrößerte Tribünenfläche führt auch dazu, dass es künftig mehr Sitze gibt als bisher. Die Zuschauer wird das freuen: Die Aufführungen werden also nicht ganz so schnell ausverkauft sein. Die neue Tribüne kostet insgesamt 95 000 Euro, die Podestanlage für das Technikhäuschen zusätzlich 6800 Euro.

Förderung beantragt

Es ist die größte Investition in der Vereinsgeschichte. Die Burgschauspiele Leofels haben dafür Förderungen beantragt, zum Beispiel beim Landesverband Amateurtheater. Der allerdings unterstützt nur die Podestanlage. Und das auch nur dann, wenn sich die Kommune ebenfalls beteiligt. Der Ilshofener Gemeinderat hat deshalb beschlossen, das Technikpodest mit 2290 Euro zu unterstützen.

Nächstes Jahr fördert die Stadt die Tribünenanlage mit 7700 Euro, behält sich dafür aber ein Nutzungsrecht vor. Zwei Stücke zeigen die Burgschauspiele in diesem Jahr: eins für Kinder und eins für Erwachsene. Beide werden von Jan Käfer inszeniert und sind von Frauen geschrieben: das Erwachsenenstück, „Stolz und Vorurteil“, von Jane Austen und das Kinderstück, „Meisterdetektiv Kalle Blomquist“, von Astrid Lindgren. uts