Hohenlohe-Franken

Stadtratssitzung Röttingen Bürgermeister Martin Umscheid legte die Zahlen der vergangenen Festspielsaison auf Burg Brattenstein vor

Mehr Defizit, aber auch mehr Zuschüsse

Archivartikel

Überdurchschnittlich viele Zuhörer hatten sich bei der jüngsten Röttinger Stadtratssitzung eingefunden, stand doch die Bekanntgabe der Rechnungsergebnisse der Festspielsaison an.

Röttingen. Zunächst ging Bürgermeister Martin Umscheid auf den Stadtratsbeschluss vom 23. Februar 2015 ein. Damals hatte man den Grundsatz „Genauigkeit vor Schnelligkeit“ festgelegt, an den sich die Verwaltung zu Recht gehalten habe, sagte Umscheid. Das Rechnungsergebnis der Röttinger Festspiele müsse demnach zwischen Februar und Ende Mai des Folgejahres vorgelegt werden. Umscheid betonte, dass man sich bisher daran gehalten habe.

3535 Euro mehr Zuschussbedarf

Der Gesamtzuschussbedarf für die Festspiele hätte im Jahr 2018 130 857 Euro betragen, was gegenüber 2017 einer Erhöhung von 3545 Euro und zu 2016 von 21 091 Euro entspreche. Im laufenden Spielbetrieb, also nur bezogen auf die drei Eigenproduktionen, komme man auf ein Defizit von 159 298 Euro.

Wie Umscheid weiter ausführte, hätten sich im gleichen Zeitraum die Zuschüsse erhöht. So bekam Röttingen im Jahre 2016 vom Freistaat Bayern noch 110 000 Euro, 22 000 Euro vom Bezirk Unterfranken und vom Landkreis Würzburg 19 000 Euro. Aktuell bekomme man 42 000 Euro mehr: 140 000 Euro vom Freistaat, 28 000 vom Bezirk und 25 000 Euro vom Landkreis.

Die Gesamtbesucherzahlen hätten sich von 17 449 im Jahre 2016 über 16 367 im Jahr 2017 auf 17 871 im vergangenen Jahr wieder erhöht.

Umscheid betonte, dass bei der Zuschussvergabe die Zahlen des laufenden Spielbetriebs, also die drei Eigenproduktionen, die entscheidende Rolle spielten: nur für diese gebe es eine jährliche Förderung. Hier hätte man im Jahr 2016 12 926 Besucher gehabt, 13 351 seien es im im Jahre 2017 gewesen und schließlich 13 016 Besucher im Jahr 2018.

Ein klares Plus wiesen die jährlichen Sonderveranstaltungen wie etwa im letzten Jahr das Konzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim auf, ebenso der Auftritt der A-Cappella-Formation „Alte Bekannte“, „Süden“ mit Werner Schmidbauer, Pippo Polina und Martin Kälber sowie „Wolfgang Krebs & Die Bayerischen Löwen“. Diese Veranstaltungen waren meist ausverkauft und hätten den Festspielen zudem einen guten Warenumsatz beschert.

Da die tatsächlich verkauften Karten aus dem Ergebnisbericht nicht ersichtlich waren, stellte Erich Mitnacht die Frage, über die im Festspielstädtchen seit Jahren gerätselt wird: wie viele Karten würden wirklich bezahlt und wie viele Freikarten gingen an von der Stadt subventionierte Gäste, an Helfer, Mitarbeiter oder die Presse. Umscheid konnte diese Frage spontan nicht beantworten, versprach aber, diese Zahl künftig aufzulisten. „Wir sind guter Dinge und alle sind voll motiviert“, mit dieser begeisterten Aussage stimmte der neue Intendant Lars Wernecke die Räte auf die neue Spielsaison ein, für die in der angrenzenden Burghalle bereits geprobt wird.

Drei Neuproduktionen

Neu sei, dass es eigens für Röttingen drei Neuproduktionen gebe, was natürlich einen Mehraufwand wie zusätzliche Arbeiten bzw. Proben erfordere. Wernecke erläuterte, dass er einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit darin sehe, den Stab weiter zu professionalisieren. Mit große Freude sei es ihm gelungen, mit Dirk Immich einen überaus erfahrenen Bühnenbildner zu bekommen, der für alle drei Stücke zuständig sei. Für die Kostüme zeichne Angela C. Schuett verantwortlich.

Mit Rudolf Hild für die Musikalische Leitung als auch Julia Grunwald bei der Choreographie habe man exzellentes Personal verpflichten können, freute sich Wernecke. Auch das Ensemble sei mit tollen Schauspielern besetzt. Dabei betonte er mehrmals, dass der vorgegebene Etat konstant bleiben und eingehalten werden solle. Lob gab es vom neuen Intendanten für die neue Sparte „Junges Theater“ mit Theaterakademie. So seien mit zahlreichen Schulen aus der Region Kooperationen geschlossen worden.

Wie Bürgermeister Umscheid ergänzte, sei der Vorverkauf vor allem für das Musical „Hello Dolly“ gut angelaufen. Jetzt hoffe man nur noch auf gutes Wetter.