Hohenlohe-Franken

Röttinger Frankenfestspiele Fulminantes Spektakel des Heeresmusikkorps Veitshöchheim vor rund 700 Konzertbesuchern

Musikalischer Countdown für Apollo 11

Archivartikel

Der Hof der Burg Brattenstein war zum zweiten Mal die passende Kulisse für das erneut fulminante Spektakel des Heeresmusikkorps Veitshöchheim im Rahmen der Frankenfestspiele Röttingen.

Röttingen. Mit jährlich rund 50 Konzerten im In- und Ausland begeistert das über 50-köpfige Ensemble unter Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle das Publikum, so auch die 700 Gäste im voll besetzten Burghof.

Mit einem breitgefächerten Repertoire unterhielten sie bei hervorragenden Rahmenbedingungen, wie blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen, das vielschichtige Musikpublikum in zwei Abschnitten. Dabei stellten sie die Auswahl ihrer Stücke in die Zeit der beiden 50-jährigen Jubiläen von der ersten bemannten Mondlandung am 17. Juli 1969 und der Erstausstrahlung der Fernsehsendung „Erkennen sie die Melodie“ mit Ernst Stankowski.

Noch eher getragen gestartet, ging es über den Marsch „Auf rauen Pfaden zu den Sternen“ von Ernst Urbach oder dem choreografisch gestalteten Start der Mondmission „Apollo 11“ thematisch zurück in das Jahr 1969.

Die Szenerie fiel dabei in blaues Licht und stimmte auf die erste Mondlandung ein. Den Countdown zählten einige der Instrumentalisten bis zum Start der Melodie herunter und fielen sich nach geglückter Mission im fiktiven Kontrollzentrum in die Arme.

Für ein Militärmusikkorps nicht üblich, der Auftritt von Gastsängerinnen wie Anja Stegmann aus Würzburg, eine der gefragtesten Solistinnen an zahlreichen Opern- und Konzerthäusern. Dvoráks „Lied an den Mond“ aus der Operette „Der Vetter aus Dingsda“ gab’s von ihr in tschechischer Sprache.

Im zweiten Teil ging es dann richtig schwungvoll zu, zunächst mit dem „Palladio“ von Karl Jenkins, sehr bekannt aus einer Diamanten-Werbung aus den 1990er Jahren. Durch das Musikprogramm mit großer Bandbreite führte Hauptfeldwebel Thomas Hümmer-Althön gleichermaßen gekonnt und humorvoll, war aber mit seiner Bassklarinette auch als Musiker im Einsatz.

Von Ouvertüren über Filmmusik, Dvoráks Slawischen Tänzen, Glenn Millers „In the mood“ und „Something stupid“ mit Anja Stegmann und Markus Lenhardt im Duett reichte die Bandbreite an Musikstücken.

Den Abschluss des Konzerts bildete ein Medley aus vielen Frank-Sinatra-Hits, das als „unendlich lang“ angekündigt war. Stabsfeldwebel Markus Lenhardt glänzte hier als gefühlvoller Solist.

Bevor das kurzweilige Konzert nach den erklatschten Zugaben mit der „Bayern-Hymne“ und dem „Deutschlandlied“ zu Ende ging, bedankten sich Bürgermeister Martin Umscheid und Röttingens Weinprinzessin „Anna I.“ mit Weinpräsenten bei den Musikern für deren außergewöhnliches Konzert und ihre Konzertzusage für das kommende Jahr – der Termin steht jedoch noch nicht fest.