Hohenlohe-Franken

Leserbrief Im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl in Tauberrettersheim

Neustart ist unumgänglich

Auf die Frage, ob er Entscheidungen in seiner langen politischen Laufbahn – im Rückblick – anders treffen würde, reagierte Hermann Höcherl, Bundesinnenminister a.D in der Zeit des Wirtschaftswunders und politisches Urgestein der CSU, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.

Resultierend aus einer beispiellosen Lebensleistung mit Höhen und Tiefen diktierte er die Maxime seines Handelns mit großer Souveränität in den Block und in die Kamera.

Eigentlich, so sagte er, könne man nicht viel falsch machen, wenn man sich die Frage stellt, ob die Auswirkungen einer Entscheidung nicht nur für die eigenen Kinder und Enkelkinder gut sei!

Eine Haltung, so richtig aus der Zeit gefallen und dem politischen Personal unserer Tage, sowohl in Tauberrettersheim, als auch im Maximilianeum doch so fremd. Aber zu Höcherls Zeiten schickten die Bürger ihre Vertreter auch noch mit 57,2 Prozent ins Parlament, weil sie glaubwürdig und überzeugend waren.

Neue Generation

Die Tatsache, dass die kommunalen Mandatsträger nicht nur konsequent die Rückwidmung des vormaligen Landschaftsschutzgebietes verweigern, sondern dieses in ein Baugebiet umetikettieren, macht einen Neustart im Taubertal unumgänglich.

Am 14. Oktober ist dazu Gelegenheit, dass aus einer neuen Generation tauberfränkischer Bürger, ein am Gemeinwohl orientierter Bürgermeister den Vorsitz übernimmt und das von Vetternwirtschaft geprägte Erscheinungsbild korrigiert.

Der neue Bürgermeister hätte dann auch die Gelegenheit, nach einer Reihe ehrenwerter und bedeutender Persönlichkeiten aus dem Winzerdorf an der Balthasar Neumann Brücke – in einem Fall mit deutschlandweiter Reputation – ein neues Kapitel aufzuschlagen und mit dem „Baurecht des Stärkeren“ Schluss zu machen.