Hohenlohe-Franken

Röttinger Stadtrat Wird die alte Schule für rund 1,325 Millionen Euro zu einem „Haus der Kultur“ umgebaut? / Förderantrag soll gestellt werden

Realisierbarkeit hängt von den Zuschüssen ab

Archivartikel

Röttingen.Gibt es in Röttingen bald die nächste Großbaustelle? Seit Jahren ist bekannt, dass das mit Kupferblech eingedeckte Dach der alten Schule in der Herrenstraße saniert werden muss. Es regnet an mehreren Stellen bereits durch das Dach. Der Dachstuhl selbst muss ebenfalls dringend saniert werden. Auch die Heizung sei verschlissen, war in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zu hören. Die schon vor geraumer Zeit ermittelten Kosten für die Dachsanierung betrugen gut 300 000 Euro. Dipl. Ing Reiner Roßbach, Spezialist für Altbausanierung, trug nun dem Rat seine Präsentation für den Umbau zu einem „Haus der Kultur“ vor. Aktuell beheimatet das Haus nur die städtische Bücherei und den so genannten Sonnenuhrenraum.

Im September 2015 wurde mit Ausnahme der Bücherei, die bisherige Nutzung für die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien geändert. Alle Flüchtlingsfamilien sind mittlerweile anderweitig untergebracht. Seit dieser Zeit steht das Haus (ausgenommen Bücherei) leer. Das Baudenkmal, das bis zum Schuljahr 2002 als Grundschule diente, soll nun barrierefrei zugänglich sein und daher ein Aufzug eingebaut werden.

Zudem muss ein zweiter Fluchtweg über den ehemaligen Schulhof per Stahltreppe installiert werden. Im Obergeschoss ist durch die Zusammenlegung von drei Zimmern ein Multifunktionsraum für rund 90 Personen und die Eingliederung die historische Bibliothek aus dem Stadtarchiv geplant. Das Dach soll anstelle mit Kupfer durch eine Zinkeindeckung ersetzt werden.

Die benötigten Stellplätze im Hinterhof reichen jedoch nicht aus und müssen daher abgelöst werden. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Ermittlung von Roßbach auf 1,325 Millionen Euro. Gleich zu Beginn der Diskussionsrunde stellte Hartmut Eichinger die Frage: „Können wir uns das überhaupt leisten“? Von Bürgermeister Martin Umscheid kam die klare Antwort: „Das kommt auf die Förderung an“. Im Rahmen des Investitionspakts „Soziale Integration im Quartier“ und analog der Bund-Länder-Städtebauförderung soll daher zunächst ein Förderantrag gestellt werden. Der Rathauschef erhofft sich inklusive Bayerische Landesstiftung eine Förderung von 90 Prozent der förderfähigen Kosten, was rund 75 Prozent (eine Million) der Gesamtkosten bedeutet. Allein die Dachsanierung ohne Förderung würde sich nach Meinung von Umscheid schon auf über 300 000 Euro plus Heizung und sonstige zahlreiche kosmetische Arbeiten belaufen. Die Kosten stehen nach seiner Feststellung an, denn „das Haus kauft uns keiner ab“. brun