Hohenlohe-Franken

Generalversammlung Hohenloher Molkerei verbucht im vergangenen Jahr hohe Umsätze und Gewinne / „Deutlich über dem Schnitt von Süddeutschland“

Rekordjahr dank steigender Milch- und Butterpreise

Schwäbisch Hall.Nach dem Krisenjahr 2016 verbucht die Hohenloher Molkerei 2017 hohe Umsätze und Gewinne. Doch der Boom scheint schon vorbei.

Der Milchmarkt in der EU und in Deutschland hat sich nach zwei schwachen Jahren im Jahr 2017 deutlich erholt. Die Hohenloher Molkerei eG hat von den Entwicklungen an den Märkten besonders profitiert. So lautete die Kernbotschaft der beiden Geschäftsführer Martin Boschet und Manfred Olbrich in der Wolpertshausener Mehrzweckhalle.

Neue Allzeithochs bei Butter, hohe Fettpreise, gute Kontraktabschlüsse für Frischmilch und H-Milch, Mehrwertkonzepte und eine eigene Regionalmarke: „Das waren neben einer nach wie vor als überragend zu bezeichnenden Effizienz in der Produktion und nur unterdurchschnittlichen Kostensteigerungen die Voraussetzung, dass ich ihnen heute das beste Firmenergebnis unserer langen Geschichte präsentieren darf“, sagte Boschet.

Der Umsatz der Genossenschaft mit Sitz in Schwäbisch Hall stieg im vergangenen Jahr auf 215 Millionen Euro, was ein Umsatzplus von 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Milchauszahlungspreis liegt inklusive der Milchgeldendabrechnung deutlich über dem Bundesdurchschnitt und auch deutlich über dem Schnitt von Süddeutschland. Ein Milchpreis von brutto 41,81 Cent pro Kilogramm wurde an die rund 1000 Lieferanten der Hohenloher Molkerei ausbezahlt – 10,64 Cent mehr als im Vorjahr. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 36,19 Cent. 140,1 Millionen Euro Milchgeld, 36,8 Millionen mehr als 2016, wurde an die Genossenschaftsmitglieder ausgezahlt.

Im Schnitt verarbeitete die Hohenloher Molkerei 1,021 Millionen Kilogramm Milch pro Tag – leicht mehr als im Vorjahr (1,013 Millionen). Gleichzeitig sank die Zahl der Milchlieferanten von 1158 auf 1071. Das Unternehmen selbst beschäftigt aktuell 157 Mitarbeiter.

Die Butterproduktion lag bei der Hohenloher Molkerei letztes Jahr unverändert bei rund 9000 Tonnen pro Jahr. Ein besonderer Erfolg: Bei Stiftung Warentest wurde die Hohenloher Butter Testsieger.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung steht am Jahresende ein sattes Plus von 2,994 Millionen Euro. Die Summe soll in die gesetzliche und andere Ergebnisrücklagen eingestellt werden.

Neues Hofgut-Design

Nicht zuletzt die Imagepflege könnte zum wirtschaftlichen Erfolg 2017 beigetragen haben, so Martin Boschet in seiner Rede. Die Regionalmarke Hofgut sei in neuem Verpackungsdesign in die Läden gekommen und gut angenommen worden. „Es hat sich gezeigt, dass wir als glaubwürdig, natürlich und sympathisch, aber auch modern und ausdrucksstark wahrgenommen werden wollen“, so Boschet. Auf Großplakaten sind Milchbauern-Familien der Hohenloher Molkerei als Werbeträger zu sehen – zum Beispiel fröhliche, Milch trinkende Kinder oder ein junger Landwirt, der eine Kuh auf einer saftiggrünen Wiese umarmt. Das Wackershofener Bauernhaus hat indes ausgedient. Milchsammelwagen werden auf das neue Design umgestellt, ebenso die 14 firmeneigenen Sattelzüge, die im Radius von 250 Kilometern viele Zentrallager beliefern.

Aufgrund aktuell zu hoher Milchmengen auf dem Weltmarkt sei die Hohenloher Molkerei nicht umhingekommen, den Milchpreis ab April 2018 um zwei Cent abzusenken. Ob sich die Preise erneut auf hohem Niveau stabilisieren oder weiter fallen, sei noch nicht abzusehen.

Dessen ungeachtet plane man in diesem und im nächsten Jahr größere Investitionen, unter anderem die Anschaffung neuer Ultrahoch-Erhitzungsanlagen, so Martin Boschet abschließend. goma