Hohenlohe-Franken

Stadtratssitzung Stadt Aub will Wohnraum für sozial Schwache und anerkannte Flüchtlinge schaffen

Rücksicht auf die Gestaltungssatzung

Die Stadt Aub hat in der Etzelstraße, einer „Problemstraße“, in der mehrere Häuser leerstehen, zwei Gebäude, die seit vielen Jahren nicht mehr bewohnt werden, erworben. Sie sollen saniert werden.

Aub. Die beiden Gebäude in der Etzelstraße mit den Nummern vier und sechs sollen nun so umgebaut werden, dass dort Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge und andere sozial schwache Bürgerinnen und Bürger entsteht. Der Umbau erfolgt im Rahmen eines Förderprogramms, nach dem ein entsprechender Umbau gefördert wird.

Architekt Felix Tannenberg stellte dem Stadtrat das Entwurfskonzept seines Büros für den Umbau des dort sehr eng bebauten Areals vor. Danach soll in dem größeren der beiden Gebäude der marode Dachstuhl entfernt, die Höhe des Gebäudes ein Stück weit zurückgenommen werden. Das Dach soll neu aufgebaut, mit Dachgauben zur Straße hin und einem Zwerchhaus zur Rückseite ergänzt werden.

Konzept positiv gewürdigt

Der bisher mittig am Gebäude angebrachte Eingang wird bergwärts an den Rand des Gebäudes ersetzt, um von dort auch gleich das benachbarte, kleinere Gebäude mit erschließen zu können. In dem Gebäude sollen im Untergeschoss eine etwas kleinere, im Obergeschoss eine größere Wohnung entstehen. Eine dritte Wohnung wird im Dachgeschoss installiert, der Spitzboden soll als Lagerraum für die Hausbewohner dienen. Die obere Wohnung wird durch eine breite Fensterfront des Zwerchhauses mit Außenlicht versorgt. Im kleineren der beiden Gebäude sollen zur Straße hin drei Stellplätze für Pkws entstehen, dazu ist ein Durchgang zum Hof vorgesehen. Die Stellplätze werden mit einem senkrechten Sektionaltor zur Straße hin abgegrenzt. Die Lamellen dieses Tores sollen so gestaltet werden, dass Licht von der Rückseite nach vorne zur Straße durchdringen kann. Ein bisher vorhandener Anbau nach hinten wird abgebrochen, stattdessen entsteht ein Hochbeet, das begrünt auch den Straßenzug selbst auflockern soll. Eine weitere Wohnung ist im Obergeschoss des kleineren Gebäudes vorgesehen.

Der Stadtrat nahm das Konzept positiv auf. Theo Theuerkaufer bat aber zu bedenken, dass durch die Gestaltung mit modernen Elementen die bestehende Gestaltungssatzung seiner Meinung nach ausgehebelt wird: „Wenn wir das so bauen, brauchen wir künftig keinem Bauwerber mehr entsprechende Auflagen zu machen,“ war seine Erkenntnis. Tannenberg widersprach: Das Zwerchhaus sei von öffentlichem Raum aus nicht zu sehen, außerdem handele es sich dabei nicht um eine übergroße Gaube, wie sie die Gestaltungssatzung verbietet.

Fotovoltaik zurückgestellt

„Wir werden das Projekt der Städtebauplanung und den Denkmalbehörden vorlegen, deren Änderungswünsche werden dann noch eingebracht“ schlug Bürgermeister Robert Melber vor. In der Abstimmung gaben alle Ratsmitglieder dem Projekt ihre Zustimmung. Der Antragsvorbescheid für den Neubau eines Zweifamilienhauses mit Garage in Aub war bereits Gegenstand der Beratungen im Stadtrat. Verschiedene Befreiungen vom örtlich gültigen Bebauungsplan genehmigte der Stadtrat. So darf der Bauwerber statt einem zwei Vollgeschosse errichten, darf abweichend von der vorgegebenen Firstrichtung bauen, erhält Befreiung von der vorgegebenen Dachneigung und der Ausrichtung der vorgesehenen Terrasse.

Mit einer Entscheidung über den Antrag eines Bauwerbers, im Industriegebiet von Baldersheim eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten, tat sich der Stadtrat schwer. Zwar hatte im Grunde niemand etwas gegen die geplante Anlage mit einer Nennleistung von 340 Kilowatt-Peak (kWp), doch kamen im Stadtrat Befürchtungen um die gewährten Zuschüsse auf, die in den 1980er Jahren für die Ansiedlung von produzierendem Gewerbe im dortigen Industriegebiet gewährt wurden.

Auf Antrag von Bürgermeister Robert Melber stellte der Stadtrat deshalb die Entscheidung zurück, um vorher mit den Zuschussgebern zu klären, ob die Genehmigung der Fotovoltaikanlage zuschussunschädlich ist.

Erstmals musste sich der Stadtrat mit einem Antrag auf Sonderabschreibungen für eine Baumaßnahme im Sanierungsgebiet in Burgerroth befassen.

Um die Steuerabschreibung für ein Bauprojekt zu erhalten, ist im Vorfeld eine entsprechende Sanierungsvereinbarung des Bauwerbers mit der Stadt Aub zu treffen. Einstimmig gab das Gremium seine Zustimmung.