Hohenlohe-Franken

Hällisch-Fränkisches Museum Ausstellung über Ted Moré

Seit über 50 Jahren als Puppenspieler aktiv

Schwäbisch Hall.Die Sonderausstellung „Marionetten – Märchen – Moritaten“ von Ted Moré ist bis 17. Februar im Medienraum des Hällisch-Fränkischen Museums zu sehen.

Ted Moré, Jahrgang 1930, stammt aus Witten an der Ruhr. Im Zweiten Weltkrieg verschlug es Moré nach Oberbayern, wo er sich zunächst als Kaufmann versuchte, sich aber dann immer mehr der Kunst zuwandte. Er war Rekommandeur, Sprechstallmeister beim Circus, Komparse beim Film, Statist beim Theater, Convérencier, Schriftsteller; gelegentlich arbeitete er aber auch als Maurer, Fensterputzer und Schildermaler. Seit über 50 Jahren ist Ted Moré hauptberuflich Puppenspieler. In Künzelsau-Nagelsberg, wo er seit 1968 lebt, richtete er sich in seinem Haus ein Zimmertheater ein.

Das in der Frühzeit seiner Puppenspielerkarriere dafür benutzte Leiterwagentheater ist ebenso Teil der Ausstellung wie seine Marionetten. Er ist gleichzeitig Marionettenbauer, Marionettenspieler, Filmemacher, Schriftsteller und Maler. In der Ausstellung werden neben Zeichnungen und Bildern, die den so genannten Wimmelbildern ähneln, seine sehr eigenwilligen, oft skuril anmutenden Marionetten gezeigt, die er alle vom Kopf bis zu den Händen, die vielfach nur vier Finger haben, den Kostümen und dem Fadenkreuz selbst herstellt und mit denen er Werke der Weltliteratur wie Marlowes Faust oder von Hofmannsthals „Jedermann“ so ungemein spannend aufführt, dass Kinder wie Erwachsene fasziniert sind. Eine Besonderheit bilden seine aus den 1968er Jahren stammenden minimalistischen Stabmarionetten, die Moré für sein „Kindermitmachtheater“ entwickelt hat. Er schreibt aber auch selbst Bühnenstücke, für die er die am Faden hängenden Akteure und das Bühnenbild selbst entwirft und baut. Vorbilder für seine Kunst sind die Schnitzer volkstümlicher Heiligenfiguren und Schießbudenfiguren.