Hohenlohe-Franken

Wohnhausbrand Großeinsatz für die Wehren rund um Gerabronn / Wegen Brandnestern Gebäude noch in der Nacht abgerissen

Technischer Defekt ist Brandursache

Der Hauseigentümer wurde gerettet, aber ein Nachbar erlitt eine Rauchgasvergiftung. Nach einem Großbrand wurde ein Wohngebäude in Gerabronn noch in der Nacht ab gerissen.

Gerabronn. Um in der Stadt kursierenden Gerüchten die Spitze zu nehmen: Die Experten von Polizei und Feuerwehr gehen beim Gerabronner Wohnhausbrand am Samstagabend von einem technischen Defekt als Ursache aus. Verständlich ist die Skepsis allemal: Ein zweiter Brand in einer Entfernung von gut hundert Metern – zuvor in der Spörersgasse – innerhalb von elf Tagen, da drängt sich der Verdacht des Zündelns auf. Das indes weist der stellvertretende Kommandant Christian Schmidt von sich: „Die Gerüchteküche brodelt, aber es war tatsächlich ein technischer Defekt“, sagt er.

Alarmiert worden war die Gerabronner Wehr samt den Abteilungen Amlishagen, Dünsbach und Michelbach am vergangenen Samstag um 17.45 Uhr. Der zunächst gemeldete Zimmerbrand weitete sich rasch zum Wohnhausbrand aus, weil inzwischen auch Rauch aus dem Dachgeschoss drang, das kurz darauf in Flammen aufging. Die Feuerwehr-Kollegen aus Schrozberg waren da bereits mit ihrer Drehleiter unterwegs. Aus Blaufelden rückten Atemschutzgeräteträger an, aus Crailsheim nahte der Atemschutz-Abrollcontainer mit weiteren Geräten.

Weil das brennende Haus im dicht bebauten Ortskern lag, waren mehrere sogenannte Riegelstellungen nötig, um ein Übergreifen des Feuers auf andere Objekte zu verhindern. Vor allem die Drehleiter bewährte sich bestens. Zur Wasserversorgung wurden Schlauchleitungen zum Schwanensee und zum Löschwasserbehälter in der Kirchgasse gelegt.

Die erste Meldung, wonach vier Kinder einer Asylbewerberfamilie im Nachbarhaus vermisst wurden, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Dafür erlitt der Vater der Kinder eine Rauchgasvergiftung, als er dem im Haus wohnenden Eigentümer zu Hilfe kommen wollte.

Der Helfer musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden, war aber am Sonntag schon wieder gesund bei seiner Familie, die inzwischen im Asylbewerberwohnheim Platz gefunden hatte. Auch der Hauseigentümer war wohlauf. Er erhielt psychologische Unterstützung vom Kriseninterventionsteam des Landkreises, das mit vier Einsatzkräften vor Ort war.

In der Summe waren 94 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen im Einsatz. Dazu kamen 15 Rot-Kreuz-Leute, vier Polizisten, Bürgermeister Christian Mauch, der sich in der Hauptstraße sein Bild machte, und Mitarbeiter von Verwaltung und Bauhof. Um die Feuergefahr von Nachbargebäuden fernzuhalten, musste ein Bauunternehmen noch in der Nacht das Wohnhaus abbrechen. Nur so konnten alle Brandherde zugänglich gemacht und gelöscht werden. Laut Protokoll meldete Einsatzleiter Matthias Trumpp den Einsatz um 4 Uhr als beendet. els