Hohenlohe-Franken

Heimische Wirtschaft Würzburger Landrat Eberhard Nuß besuchte die Bavaria Yachtbau in Giebelstadt

Unternehmen sieht sich „auf einem guten Weg“

Archivartikel

Giebelstadt.Stürmische Zeiten liegen hinter der Bavaria Yachtbau in Giebelstadt. Im April letzten Jahres meldete die Werft, deren Segel- und Motoryachten in vielen Häfen der Welt vor Anker liegen, Insolvenz an (wir berichteten). Seit Oktober 2018 läuft die Bavaria unter der Flagge des Finanzinvestors CMP, der seinen Sitz in Berlin hat. Der Investor ist spezialisiert auf mittelständische Unternehmen in Sonder- und Umbruchsituationen.

Bei einem Firmenbesuch erkundigte sich Landrat Eberhard Nuß jetzt nach dem Fortschritt der ambitionierten Umstrukturierungsmaßnahmen. Begleitetet vom Giebelstädter Bürgermeister Helmut Krämer und einer Delegation aus IHK Würzburg-Schweinfurt, Agentur für Arbeit, Regierung von Unterfranken, dem Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg sowie Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamts ließ sich Nuß im Rahmen einer Werfttour das Sanierungskonzept erläutern.

„Wir sind auf einem guten Weg“, lautet die Botschaft von Michael Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung und Verkaufsleiter bei der Bavaria. Die Überarbeitung des Produktportfolios laufe. Die Erneuerung der Angebotspalette folgt dem Grundsatz „weniger ist mehr“. Bootslinien werden zusammengeführt und Kernkompetenzen ausgebaut. „Wir entwickeln Bavaria wieder zum Volkswagen unter den Yachten“, erklärt Ralph Kudla, Geschäftsführer für den Bereich Restrukturierung, das Ziel.

Für Landrat Nuß ist die Bavaria Yachtbau ein wesentlicher Bestandteil des ausgezeichneten und hochspezialisierten Standortprofils, das der Landkreis Würzburg vorweisen könne, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Sinne der Wirtschaftskraft und der Arbeitsplatzdichte sei es enorm wichtig, dass die Werft ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern könne. Ausdrücklich lobt Nuß den im Restrukturierungskonzept verankerten Grundsatz, zu hundert Prozent made in Giebelstadt zu produzieren. Auch Michael Dröse, Leiter der Kreisentwicklung am Landratsamt Würzburg, freute sich über das klare Standortbekenntnis.

Dass schon jetzt alle Hauptkomponenten in der Giebelstädter Werft gefertigt werden, ist in der Branche eine Besonderheit. Auf einer Produktionsfläche von zehn Fußballfeldern entstehen vom Rumpf bis zum Deck alle Bauteile. Eine eigene Schreinerei sorgt für den kompletten Innenausbau.

An der Umsetzung arbeiten in Giebelstadt rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Produktionszeit einer Yacht beträgt etwa sieben bis zwölf Wochen. Dann sind rund 3000 Einzelteile in einem Boot verbaut.

Um zukunftsfähig zu bleiben, investiert die Bavaria Yachtbau in diesem Jahr vier Millionen Euro in die Produktentwicklung. Die Häfen der Welt sollen auch weiterhin nicht auf Boote aus Giebelstadt verzichten müssen, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. pm