Hohenlohe-Franken

CSU-Kreisverband Kanapee-Gespräch in der Röttinger Burghalle über Europapolitik

Vor großer Herausforderung

Archivartikel

Röttingen.Bereits zum 14. Mal lud der CSU-Kreisverband Würzburg-Land zum Kanapee-Gespräch in die Röttinger Burghalle ein. Im Jahr der Europawahl am 26. Mai stand diese natürlich im Mittelpunkt und Hauptgast auf dem Kanapee war der erst kürzlich gekürte unterfränkische Spitzenkandidat der CSU, Christian Staat.

Für den 34-Jährigen, der aus Büchold (Lkr. Main-Spessart) stammt, gab es keinen besseren Vorstellungsort als die vor 36 Jahren zur ersten Europastadt proklamierte Stadt Röttingen. Der in der Region noch unbekannte Kandidat belegt Platz acht der CSU-Setzliste Bayern und ist Büroleiter von EU-Kommissar Günther Oettinger. Auf die Frage vom Kreisvorsitzenden und Moderator des Abends, Thomas Ebert, warum die Europa-Wahl so wichtig sei, verwies er im Beisein von Hausherr und Bürgermeister Martin Umscheid, Landrat Eberhard Nuß und Bezirksrätin Rosa Behon auf die Röttinger Proklamationsurkunde vom 30. August 1953 mit ihren Eingangssätzen, „das Maß der Leiden der Völker Europas ist übervoll, sie sehnen sich nach einem dauerhaften Frieden“. Dieser 70-jährige Frieden sei für ihn eine Errungenschaft, die schon allein für sich spricht, Frieden bringe Wohlstand.

Ehrlicher Umgang

Für MdB Paul Lehrieder müssten die positiven Ergebnisse, die Europa bereits für uns gebracht habe, besser herausgestellt werden, „Nur gemeinsam sind wir konkurrenzfähig. Der Austritt Großbritanniens wird zeigen, wie wichtig ein vereinigtes Europa ist“ und nannte als Beispiel die künftigen Zollkontrollen. Für Lehrieder sei wichtig, wo was entschieden wird. So könne nicht über den Tourismus im Taubertal in Brüssel entschieden werden. Landtagsabgeordneter Manfred Ländner mahnte an, mehr zielgerichtete Diskussionen zu führen und ehrlich miteinander umzugehen. Dabei verurteilte er den Rechts-Populismus, deren Sympathisanten zwar gegen Europa seien, aber viele Abgeordnete nach Brüssel schicken wollen.

Europakandidat Christian Staat erteilte einer europäischen Arbeitslosenversicherung eine klare Absage und warb für eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sein Parteikollege Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament und Spitzenkandidat der EVP für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, könne nach seiner Überzeugung etwas bewegen.

Lehrieder ergänzte, dass Weber bei der Klausur in Seeon erklärte, dass er bei einem Wahlerfolg die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sofort einstellen werde. Die drei Diskutanten sehen die Flüchtlingspolitik, vergleichbare Steuersätze und vor allem die Cybersicherheit als größte Herausforderung an.

Unterfranken nicht repräsentiert

In der Diskussionsrunde kam die Frage eines Zuhörers auf, warum es in unserer Region kein Gesicht zu Europa gebe. Hierzu erklärte Lehrieder, dass die rund 1,3 Millionen Einwohner Unterfrankens zurzeit nicht im EU-Parlament durch einen Abgeordneten vertreten seien. Dies solle sich durch Christian Staat ändern. Dazu benötige es aber eine hohe Wahlbeteiligung.