Hohenlohe-Franken

Hällisch-Fränkisches Museum Retrospektive Werkschau des Künstlers und Schriftstellers Eberhard Stein

Wahrnehmungen und Empfindungen

Archivartikel

Schwäbisch Hall.Anlässlich des 75. Geburtstags von Eberhard Stein veranstaltet das Hällisch-Fränkische Museum eine retrospektive Werkschau des Künstlers und Schriftstellers Eberhard Stein.

In der Ausstellung werden sowohl Zeichnungen als auch Aquarelle, Radierungen und Keramiken gezeigt – Werke, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden sind.

Eberhard Stein ist 1943 in Kirchheim am Neckar geboren, einer kleinen, damals von Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk geprägten Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg. Nach dem Schulbesuch erlernte er zunächst den Beruf des Schriftsetzers, ein grafisches Handwerk, das den künstlerischen Neigungen des jungen Mannes entsprach und ihm Bestätigung war, sich künftig gestalterisch zu betätigen. Stein studierte danach an der Freien Kunstschule in Stuttgart bei Kurt Männel und anschließend an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel bei Prof. Ernst Röttger und Prof. Fritz Winter.

Aus der Stadt ins Dorf

In den 1960er Jahren richtete er sich in Kirchheim am Neckar ein Atelier ein. Großen Einfluss auf die Arbeit des jungen Künstlers hatte – wie Stein betont – die Bekanntschaft mit HAP Grieshaber, der wie er selbst ausgebildeter Schriftsetzer war.

1983 lehrte er an der Freien Kunstschule Nürtingen. 1992 zog sich Stein aus dem unruhigen Großraum Stuttgart zurück und übersiedelte nach Mistlau – einem winzigen Ort im idyllischen Tal der Jagst bei Kirchberg. Hier lebt und arbeitet er seither bildnerisch und schriftstellerisch.

Steins Kunst ist gegenstandslos, ob Druck, Aquarell oder Keramik. Bei der Gestaltung seiner Arbeiten spielen Wahrnehmungen und Empfindungen des Weltgeschehens eine Rolle, wie zum Beispiel die kathastrophale Explosion des Kernreaktors von Tschernobyl 1986 und die damit einhergehenden Gefahren für den Menschen und die Natur. Linien und Flächen fügen sich in seinen Werken zu luftigen Gebilden oder auch zu kraftvollen, manchmal sogar beängstigend wirkenden düsteren Graphiken zusammen. Stein überlässt es dem Betrachter, sich in seine Arbeiten „hineinzusehen“ und diese für sich zu entdecken und zu interpretieren.

Die Ausstellung wird am kommenden Freitag, 28. September 2018, um 18 Uhr im Hällisch-Fränkischen Museum durch Hermann-Josef Pelgrim, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall, eröffnet. Außerdem sprechen Eberhard Stein im Dialog mit der Kunsthistorikerin Dr. Johanna Hummel und der Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums Dr. Armin Panter. Führungen finden am Sonntag, 14. Oktober und am Sonntag, 28. Oktober, jeweils um 14.30 Uhr statt. stv