Hohenlohe-Franken

Stadtrat Röttingen Haushalt ohne Zuführung verabschiedet

Wechsel im Gremium: Rudof Geßner vereidigt

Röttingen.Als Nachfolger der jüngst zurückgetretenen Stadträtin Luitgard Hubert wurde eingangs der jüngsten Ratssitzung Rudolf Geßner vereidigt. Luitgard Hubert war aus strukturellen Gründen auf eigenen Wunsch nach nur vier Jahren Amtszeit zurückgetreten.

Bürgermeister Martin Umscheid lobte ihr großes Engagement, vor allem im sozialen Bereich, „sie war eine wichtige Stimme im Stadtrat“. Ihr Einsatz bei der Flüchtlingsbetreuung sei mehr als ein Halbtagsjob gewesen und habe die Verwaltung stark entlastet.

Im Finanzausschuss wurde der Röttinger Haushaltsplan 2018 zwar besprochen, doch die Beschlussfassung im Stadtrat dürfte rekordverdächtig sein. In nur 19 Minuten verabschiedete das Gremium ohne Nachfrage den erstmals vom Leiter der Kämmerei, Rainer Dollmann, vorgetragenen Etat der Stadt Röttingen und der Eigenbetriebe. Lediglich Josef Gessner monierte, dass der Haushalt nicht erst im Juni eines Jahres verabschiedet gehöre.

Bürgermeister Umscheid verwies auf die dünne Personaldecke der Verwaltungsgemeinschaft. Der Haushaltsplan für das Jahr 2018 wurde im Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf 5 792 (Vorjahr 5 199/plus 11,4 Prozent) Millionen Euro und im Vermögenshaushalt auf 5 251 (5 505/ minus 4,6) Millionen festgesetzt. Im laufenden Jahr sind keine Zuführungen vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt möglich. Es müssen 277 600 Euro vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt zugeführt werden. Als Grund hierfür gibt Dollmann vor allem die wegen der guten Steuereinnahmen stark gestiegene Kreisumlage von 509 300 auf 1 233 Millionen an. Die Gewerbesteuereinnahmen werden sich nach 1,5 Millionen auf 1,6 Millionen erhöhen. Wegen der gestiegenen Steuerkraft zählt die Kommune zu den wenigen, die keine Schlüsselzuweisung bekommen. Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten (ohne VGem-Personal) mit 1,735 Millionen Euro am meisten auf. Davon entfallen auf den Bauhof 317 000 Euro, Festspiele 588 900 Euro und Kindergarten 353 200 Euro. Die Verwaltungsgemeinschaftsumlage beträgt pro Einwohner 218 Euro. Der Stand der allgemeinen Rücklagen beträgt voraussichtlich zum 31.12.2017 rund 4 455 Millionen Euro. Durch die geplante Entnahme sinkt diese auf 2 826 Millionen Euro. Der Schuldenstand beträgt für die 1 713 Einwohner 1 458 Millionen (851,67 pro Einwohner), der Landesdurchschnitt beträgt zum 31.12.16 607 Euro. Zu den größten Investitionen zählen 2018 die Taubergasse 1 mit knapp 500 000 Euro, der Wiederaufbau Ostflügel mit 1 630 Millionen, Hauptstraße 23 mit 884 000 Euro, Gemeindesverbindungsstraße Strüth-Schäftersheim mit 122 000 Euro und Investitionszuschüsse in Höhe von 755 000 Euro. Beim Versorgungsbetrieb Röttingen gibt es gegenüber dem Vorjahr kaum Veränderungen. brun