Hohenlohe-Franken

Ambitionierter Plan Im Blaufeldener Ortsteil Wiesenbach gibt es Bestrebungen, noch in diesem Jahr einen Dorfladen zu gründen

Wieder Einkaufsmöglichkeit vor Ort schaffen

Archivartikel

Kommt Tante Emma zurück nach Wiesenbach? Die Bürger wünschen sich einen Dorfladen. Aber noch sind viele Fragen zu klären.

Wiesenbach. In Wiesenbach, dem größten Ortsteil von Blaufelden, gibt es Planungen für einen Dorfladen. Eine Fragebogenaktion zeigt, dass die Bürger durchaus gewillt sind, sich für das Projekt einzusetzen. Vor wenigen Jahrzehnten gab es in Wiesenbach noch Tankstellen, Metzgereien, Bäckereien und weitere Einkaufsmöglichkeiten.

Seit mehr als einem Jahr gibt es nichts mehr. Die Bürger müssen nach Blaufelden, Rot am See oder Schrozberg fahren, um sich mit Wurst, Käse oder Toilettenpapier einzudecken. Um diese Situation zu ändern, wurde die Initiative Dorfladen Wiesenbach gegründet. Bei einer Bürgerversammlung in der Lötholzhalle wurden die Ergebnisse einer Fragebogenaktion präsentiert.

Der Andrang war groß, das Interesse ist da. Rund 80 Menschen fanden den Weg in die Dorfhalle. Schon die Rücklaufquote der Fragebögen, die bei 64,8 Prozent lag, zeigt, dass sich die Bürger eine Veränderung der aktuellen Situation wünschen. „Die durchschnittliche Rücklaufquote liegt bei 39,4 Prozent“, sagte Wolfgang Gröll von New-Way, der als Unternehmensberater Gründern von Dorfläden bei der Planung und Umsetzung hilft.

Besonders wichtig ist den Wiesenbachern, dass der Preis der angebotenen Produkte stimmt und dieser mit Discounterpreisen mithalten kann. Die Produkte sollten dabei möglichst aus der Region stammen. Auch die Öffnungszeiten spielen eine große Rolle. Mehr als 20 Prozent wünschen sich, dass der Laden auch nach 18 Uhr noch geöffnet hat.

Die Auswertung der Fragebögen zeigt, dass sich die Bürger nicht nur ein Lebensmittelgeschäft wünschen.

Treffpunkt

Jeder Zweite hätte gerne eine Poststelle und ein Café, das den Dorfladen als Treffpunkt für Jung und Alt erweitern könnte.

Große Fragen wirft der Standort auf. Eine Möglichkeit wäre die alte Schule, die allerdings stark sanierungsbedürftig ist. Weitere erste Überlegungen des Ortschaftsrats rund um Manfred Glemser sind, neu zu bauen, die Lagerhalle der Volksbank zu kaufen oder Container aufzustellen. Eines scheint aber schon sicher: Die Verkaufsfläche des Dorfladens soll bei rund 200 Quadratmetern liegen. Hinzu kommen noch Nebenräume wie Toiletten, ein Lager oder ein Technikraum. Neben den Fragen, wo der Dorfladen entstehen und wie er ausgestattet sein soll, muss geklärt werden, wie das Projekt finanziert wird. Wie sehr sind die Bürger bereit, sich mit Anteilen am Dorfladen einzubringen? Welche Förderung gibt’s vom Land Baden-Württemberg?

Wie viel kann man durch Eigenleistung wie Bauarbeiten oder Mitarbeit im Laden sparen? All dies soll nun in Arbeitsgruppen geklärt werden. Und dazu sind alle Wiesenbacher aufgerufen.

Bei einer weiteren Bürgerversammlung am Donnerstag, 5. April, um 20 Uhr im Rathaus Wiesenbach werden Gruppen eingeteilt. Unterstützung erhält die Initiative Dorfladen weiterhin von Wolfgang Gröll, der in Bayern bei der Gründung von 120 Dorfläden geholfen hat. „Ich sehe die Fragebogenaktion als Ermutigung“, sagt Manfred Glemser. „Wolfgang Gröll zeigt uns, dass wir nicht alleine auf dem Weg sind.“ Bis man in Wiesenbach einkaufen, einen Kaffee trinken oder die Post abgeben kann, wird es noch ein wenig dauern.

Egal in welcher Rechtsform, ob als Genossenschaft oder Unternehmensgesellschaft, ein Ziel gibt es: Die Gründung soll noch vor den Sommerferien über die Bühne gehen. Johannes Ihle