Hohenlohe-Franken

Bauernakademie KJV reagiert auf Naturschützer

„Willkommen Wolf“ reicht nicht aus

Kirchberg/Main-Tauber-Kreis.Unter dem Titel „Der Wolf bleibt ein gefürchteter Zaungast“ erschien am 16. Mai ein Beitrag über die Kirchberger Bauernakademie – Naturschützer und Weidetierhalter diskutierten über Maßnahmen zum Schutz vor Wölfen.

Die Kreisjägervereinigung (KJV) Mergentheim erklärt in diesem Zusammenhang: „Der Bestand an Wölfen in Deutschland wächst jährlich um etwa 30 Prozent, wobei sich die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern bislang lediglich auf unterschiedlichen Bestandsniveaus vollzieht. Nach Schätzungen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) leben inzwischen über 1.000 Tiere in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist realistisch.“

Damit nähmen die Konflikte weiter zu. Die Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer „fordern für die Zukunft ein aktives, unter wissenschaftlicher Begleitung, Eingreifen in die Wolfsbestände“. Der Wolf habe in Deutschland ein Existenzrecht. „Willkommen Wolf“ allein reiche aber nicht. Sonst drohe der komplette Akzeptanzverlust, so Kreisjägermeister Hariolf Scherer. Die betroffenen Verbände regen für die Zukunft ein aktives Bestandsmanagement nach dem Vorbild der skandinavischen Schutzjagd an.

Basis für den Schutzjagdansatz sei eine wildökologische Raumplanung.

Demnach gibt es drei Kategorien: In Wolfsschutzarealen soll sich der Wolf unbeeinflusst entwickeln können, etwa in großen Waldgebieten oder auf Truppenübungsplätzen. In Wolfsmanagementarealen soll der Wolf grundsätzlich toleriert sein, seine Bestände aber auf Basis der individuellen Akzeptanzgrenzen reduziert werden. In Wolfsausschlussarealen sollen territoriale Wolfsrudel nicht toleriert werden, insbesondere in Hinblick auf die Gefahrenabwehr. Urbane Gebiete gehören dazu ebenso wie der alpine Raum oder Weidetierhaltung mit großem Konfliktpotenzial.

„Wir Jäger werden in den Medien bei der Diskussion um die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht automatisch in eine Schublade gesteckt: Die wollen halt Wölfe schießen. Was für eine einfältige und falsche Unterstellung, die fast reflexartig geäußert wird, wenn es um Jagd und Jäger geht. Wir Jäger machen uns nicht aus Jagdfieber für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht stark, sondern weil wir als vom Wolf Betroffene beim Wolfsmanagement mitreden und mitentscheiden wollen. Außerdem sind wir – weil flächendeckend im Land präsent – für ein Monitoring prädestiniert“, so Scherer. kjv