Hohenlohe-Franken

LBV Schrozberg Bei der Generalversammlung auf ein schwieriges Jahr zurückgeblickt / Mitgliederzahl leicht rückläufig

Ziel: geschlossene Wertschöpfungen in der Region

Schrozberg.Der Umsatz der LBV Raiffeisen ist 2018 auf 64,2 Millionen Euro angewachsen. Allerdings war die Ertragslage nicht zufriedenstellend. Ein neues Leitbild soll die Richtung für die Zukunft vorgeben, wie bei der Generalversammlung zu hören war.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen in Erstaunen setzen. „Unsere Kürbiskerne kamen bisher aus China“, berichtete LBV-Geschäftsführer Andreas Rohr bei der 105. ordentlichen Generalversammlung. „Man erkennt sie an der Farbe, sie sind weißlich.“ Der Import wurde gestoppt, mittlerweile werden die Kürbiskerne von einem Hohenloher LBV-Mitgliedsunternehmen produziert. „Wir mussten deshalb den Preis je Kürbiskernbrötchen von 65 auf 80 Cent erhöhen“, erklärte Rohr. Die Folge? „Es gab keinerlei Absatzrückgang.“ Diese Umstellung ist ein Baustein, den die LBV bei ihrer Strategie „Basis für Wachstum ist die Qualität“ verfolgt.

In den Bilanzzahlen für 2018 ist allerdings ein Minus von knapp 93 000 Euro verbucht. Sorgen muss man sich deshalb nicht machen, sagte Wirtschaftsprüfer Patrick Schmälzle vom Württembergischen Genossenschaftsverband: „Die LBV steht solide da. Die eingeleiteten Maßnahmen sind zielführend.“ Schmälzle lobte die Diversifizierungsstrategie, unter anderem den Erwerb der Firma Mühlenbeck. Dadurch stieg der Umsatz im Bereich „Bäckerei“ von rund 8,6 Millionen auf über elf Millionen Euro. Allerdings habe sich die Integration der zehn Bäckerei-Filialen als schwieriger als erwartet herausgestellt.

Dazu kamen weitere Herausforderungen. Wegen des trockenen Sommers orderten die Landwirte weniger Spritz- und Düngemittel. Außerdem fuhren sie dadurch weniger mit Maschinen und Traktoren, der Dieselabsatz der LBV ging zurück. All dies schmälerte den Umsatz der Genossenschaft. Der Umsatz an landwirtschaftlichen Bedarfsmitteln ging von rund 23,6 Millionen auf knapp 22 Millionen Euro zurück. Insgesamt verbleibt ein Minus, das aus der Rücklage gedeckt wird.

In der Generalversammlung vor den rund 350 Mitgliedern wurde die Entwicklung offen kommuniziert. „Es war ein schwieriges Jahr“, fasste der Vorsitzende Rudolf Herrmann zusammen. „Die Preise für Getreide sind in 2018 aufgrund der Trockenheit in Deutschland deutlich gestiegen. Dies führte zu höheren Futtermittelpreisen.“ Dadurch gerieten die Einkommen der Betriebe aus der Ferkelerzeugung und der Schweinemast unter Druck. „Weitere Gesetzesverschärfungen bei der Tierhaltung und im Ackerbau sowie die öffentliche Berichterstattung trugen ihr Übriges zum Strukturwandel bei.“ Unterstützt durch die gute Baukonjunktur hat der Handel mit Baustoffen um 25 Prozent zugelegt. Der Verkauf von Backwaren erhöhte sich sogar um 30 Prozent. Herrmann ging auch noch einmal auf die schwierige Situation an der LBV-Spitze ein, da die Stelle des Geschäftsführers einige Monate lang vakant war. Seit August wirkt dort nun Andreas Rohr aus Langenau. „Er brennt für diesen Job“, lobte Herrmann die Arbeit von Rohr.

Der gab sich bescheiden: „Ich freue mich an dieser neuen beruflichen Herausforderung“, sagte Rohr. Hohenlohe kennt er durch seine frühere Tätigkeit im Futtermittelhandel. Rohr überzeugte die Besucher mit einem energiegeladenen Bericht voller Zuversicht. „Unser Ziel sind geschlossene Wertschöpfungen innerhalb der Region.“ Deshalb wurde auch ein neues Büchlein zu den „Unternehmens- und Leitbild-Werten“ aufgelegt. Das Motto lautet: „Gemeinschaft gewinnt“.

Rohr wurde bei der Generalversammlung zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied gewählt. Dies erfolgte genauso einstimmig wie alle weiteren Wahlen. Herrmann beendete die Versammlung mit den Worten: „Wir werden liefern, weil wir es Ihnen schuldig sind.“ .

Die LBV Raiffeisen in Zahlen

Umsatz (in Euro, in Klammern: Werte Vorjahr): Gesamtumsatz 64 162 674 (61 557 707), darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse 2 523 382 (2 621 109), landwirtschaftliche Bedarfsartikel 21 988 827 (23 570 416), Mineralöle 9 170 325 (8 696 224), Raiffeisenmärkte 3 949 899 (3 878 215), Edekamärkte 12 565 658 (12 016 914), Bäckerei 11 221 430 (8 571 755), Baustoffe 2 307 449 (1 840 484), Leistungserlöse 344 704 (362 590)

Mitgliederbewegung: Anfang 2018: 989 Mitglieder, 1228 Geschäftsanteile, Stand Ende 2018: 979 Mitglieder, 1210 Geschäftsanteile.

Bilanz in Auszügen: Anlagevermögen 13 601 446, darunter Grundstücke und Gebäude 7 121 089, Umlaufvermögen an fertigen Erzeugnisse und Waren 5 523 428, Kassenbestand und Bankguthaben 653 500, Eigenkapital 6 197 173, darunter gesetzliche Ergebnisrücklagen 1 680 000, Verbindlichkeiten gegenüber Banken 10 961 874 Euro. Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse 64 162 674, Löhne und Gehälter 9 145 871, Bilanzverlust 92 767, Entnahme aus der gesetzlichen Rücklage 92 767 Euro

Mitglieder des Vorstands: Rudolf Herrmann, Wolfskreut (Vorsitzender); Albert Meinikheim, Oberwinden (Stellvertreter); Hermann Rohn, Spielbach; Martin Dürr, Leuzendorf; Steffen Fröhlich (Blaufelden); geschäftsführendes Vorstandsmitglied: Andreas Rohr. Gus