Igersheim

Kolpingsfamilie Igersheim Gelungene Vorstellung der Theatergruppe „Bühnenreif“ mit dem Stück „Eine Ortsverwaltung auf Abwegen“

Kein Bordellbetrieb an der Tauber

Die Igersheimer Theatergruppe „Bühnenreif“ begeisterte mit dem Verwirrspiel „Eine Ortsverwaltung auf Abwegen“ das Publikum.

Igersheim. Als die letzten Dialoge des turbulenten Lustspiels „eine Ortsverwaltung auf Abwegen“ gesprochen waren und sich der Vorhang im Katholischen Gemeindehaus geschlossen hatte, konnten sich die Mitglieder der Igersheimer Kolping-Theatergruppe „Bühnenreif“ erst einmal zurücklehnen und den brausenden Beifall der begeisterten Zuschauer genießen. Denn die vier Vorstellungen waren nahezu ausverkauft, was eindeutig für die Qualität der Theatergruppe spricht, die seit vielen Jahren mit ihren Lustspielen die Bevölkerung erfreut. Eine glänzende Premiere lieferte dabei Marius Luger bei seinem ersten Auftritt in der Laienspielgruppe ab, als der etwas arrogant wirkende und mit Machogehabe auftretende Ortsverwaltungsstellungsleiter Vincent Baum (Bäumchen).

Bekannte Qualität

Die Qualitäten der übrigen Schauspieler sind hinlänglich bekannt, wobei die einzelnen Rollen für jeden Akteur wieder wie maßgeschneidert schienen. Regisseurin Franziska Baumann, hatte bei den Proben unaufdringlich aber bestimmt die Schauspieler dirigiert, damit Timing, Körpersprache und Ausdruckskraft stimmten. Manchmal zuerst unwichtig erscheinende Accessoires waren das Sahnehäubchen des Ganzen. Den Part der Souffleuse hatte wieder Christa Braun übernommen, für die Maske zeichnete Jutta Landwehr verantwortlich. Klaus und Jacob Kohlschreiber sorgten hinter der Bühne dafür, dass die Theaterbesucher mit Licht- und Tontechnik in bester Qualität versorgt wurden.

Die Komödie in drei Akten entführte die Zuschauer in die scheinbar heile Welt einer Ortsverwaltung (Igersheim), mit Ortsvorsteher August Billig (Andreas Mittnacht) als Chef, den künftig der neue Ortsverwaltungsstellenleiter Vincent Baum (Marius Luger) entlasten soll. Der legt sich bei seinem Amtsantritt sofort mit den beiden Sekretärinnen an, die er unbedingt loswerden möchte. Es sind die eher konservative Hedwig Gruber (Ann-Kathrin Gotthardt) im mittleren Alter und die jüngere attraktive und intelligente Eva Kirchner (Vanessa Dastig). Die beiden Rathausgrazien sinnen nach Rache und suchen eine dunkle Stelle im Leben des Vincent Baum.

Ungeahnte Hilfe bekommen sie dabei in der vom Ortsvorsteher unter Angabe eines falschem Familienhintergrunds eingeschleusten Praktikantin Lilly Brand (Viktoria Mayr), die alles beherrscht, nur nicht die Tätigkeit einer Sekretärin. Weiter Unterstützung kommt von der resoluten und geschwätzigen Mitbürgerin Frau Kiesel (Monika Mittnacht), deren Hauptaufgabe darin besteht sich überall über alles zu beschweren.

Im Verwirrspiel um die Vergangenheit des Ortsverwaltungsstellenleiters wirken versehentlich auch der konservative Ortsgeistliche (Bernhard Stempfhuber) mit, dem man seine Rolle so auch im wahren Leben abnehmen würde, sowie der zwar selbstbewusst auftretende Computertechniker Herbert Winzig (Klaus Hügel), der die Worte „keine Ahnung“ aber in ganz neuem Licht erscheinen lässt.

Zwielichtiges Etablissement

Als dann die mondäne Lolita Becker (Melanie Olkus), die Besitzerin des zwielichtigen Würzburger Etablissements „Paradiso“ auftaucht, spitzt sich die Situation für alle Beteiligten zu. Besonders unangenehm für Vincent Baum wird es, als bekanntwird, dass er Stammgast im Paradiso ist. Das benutzt die raffinierte Bordellbesitzerin als Druckmittel, um ihre erotischen Geschäfte künftig auch in Igersheim betreiben zu können. Die zuvor genannten vier Damen sind durch einen cleveren Schachzug an das für Vincent Baum so belastende Material in Form einer DVD gekommen. Durch einen von Hedwig Gruber versehentlich verursachten technischen Fehler wird die DVD jedoch unbrauchbar. So wird der Würzburger Bordellbesitzerin, die mit Waffengewalt das Beweis- und Druckmittel in ihren Besitz bringen möchte, eine nicht abspielbare DVD überreicht.

Danach kehrt wieder Ruhe ein im Igersheimer Rathaus, die dunkle Vergangenheit von Vincent Baum bleibt auf ewig im Dunkeln, nachdem die beiden Sekretärinnen ungewollt seine Karriere retteten. Alles geht seinen gewohnten Gang und so wird auch in Zukunft kein Bordellbetrieb für zusätzliche Gewerbeeinnahmen der Taubertalgemeinde sorgen.