Igersheim

Einzugsbereich der Bageno hat sich zuletzt vergrößert Genossenschaft ist zurzeit stark in Sachen Biogetreide engagiert / Mittlerweile zwölf Betriebsstellen

Profitable außer-landwirtschaftliche Standbeine aufgebaut

Archivartikel

Igersheim.„Mit Ihrem Besuch bekunden Sie Ihre Verbundenheit und Ihr großes Interesse an unserer Genossenschaft“, begrüßte Bageno-Vorstandsvorsitzender Karl Ehrmann die mehr als 500 Gäste in der voll besetzten Igersheimer Erlenbachhalle.

Im Beisein von Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk, der in einem viel beachteten Referat über den Erhalt einer flächendeckenden Landwirtschaft im Ländle sprach (siehe Extrabericht), blickte Ehrmann durchaus auf ein gutes Geschäftsjahr 2017 zurück, in dem vor allem drei Dinge herausgeragt hätten: Die Eingliederung der ehemaligen BAG Dörzbach („wirtschaftlich die richtige Entscheidung“) zum 1. Januar 2017, die Hinzunahme der Tierarztpraxis in Weikersheim sowie die Übernahme der Stegmühle Oberstetten mit den Standorten Riedenheim und Gammesfeld.

Großes Einzugsgebiet

„Unsere Genossenschaft hat mittlerweile ein großes Einzugsgebiet mit Main-Tauber, Kocher-Jagst, Hohenlohe und dem benachbarten Unterfranken“, begann Berthold Walter seinen Geschäftsbericht. Und mit einem Schmunzeln ergänzte er: „Wir haben also hier die Badener, die Württemberger und die Bayern friedlich vereint . . .“

Bis April sei es ruhig gewesen an den Märkten, bei niedrigen Preisen – bis der US-Präsident die Weltbühne betreten habe. Mit der Ankündigung von Zöllen sowie der Aufkündigung des Atomabkommens hätten aber die Preise schlagartig angezogen, was jeder zu spüren bekommen habe. „Sie können sich denken, ich werde permanent nach Preisentwicklungen, Marktaussichten und -einschätzungen gefragt“, so der Geschäftsführer. Er kritisierte, dass zunehmend politische Entscheidungen weltweit die Märkte enorm beeinflussten, was es schwierig mache, eine Aussage zu treffen.

Was die Situation am Getreidemarkt angeht, zeichne sich in Deutschland eine eher durchschnittliche Ernte ab. Im weltweiten Vergleich sehe es so aus, dass der Verbrauch bereits zum zweiten Mal höher sei als die Ernte, führte Walter weiter aus. Dies bedeute einen Bestandsabbau auf sehr hohem Niveau. In jedem Fall habe der weitere Fortgang des Handelsstreits zwischen den USA und China Auswirkungen auf die Märkte.

Märkte werden beobachtet

„Wir von der Bageno sind permanent bemüht, die Märkte zu beobachten und bei günstigen Prognosen die Informationen sofort an Sie weiterzugeben“, sagte der Bageno-Geschäftsführer zu den zahlreichen Zuhörern. So sei man in den letzten drei Jahren mit Vorverträgen an die Landwirte herangetreten, im Nachhinein betrachtet sei der Preis besser als im ganzen laufenden Jahr gewesen. „Allerdings, entscheiden muss das jeder selbst. Die Verkäufe zu splitten, mindert oft mal das Risiko.“

Aktuell stelle sich die Lage in der Genossenschaft so dar, dass „wir stark im Biogetreide aktiv sind“, betonte Berthold Walter weiter. Im Land hätten bereits 28 Prozent mehr Landwirte auf Bio umgestellt. Dies entspreche einer Flächenzunahme von rund 42 Prozent. „Gerade in diesem empfindlichen Bereich ist es extrem wichtig, dass man vertrauenswürdige und zuverlässige Partner hat.“

In der Zwischenzeit verfüge die Bageno in Bad Mergentheim, Markelsheim, Weikersheim, Laudenbach, Niederstetten, Riedenheim, Gammesfeld, Stachenhausen, Mulfingen, Ingelfingen, Marlach und Dörzbach über zwölf Betriebsstellen. Dazu unterhalte man neun Tankstellen, ein Bundesreservelager in Bayern, die Klärschlammentsorgung in den Kreisen Main-Tauber und Neckar-Odenwald sowie diverse Container-Dienste. An die Adresse von Minister Peter Hauk gewandt, meinte Berthold Walter: „Die Bageno hat in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Standbeine aufgebaut. Darüber sind wir sehr froh, und es zeigt sich seit Jahren, dass das positive Betriebsergebnis von den außer-landwirtschaftlichen Standbeinen kommt. Dies heißt, allein von der Landwirtschaft könnten wir das Unternehmen sehr schwer halten. Es ist traurig, aber wahr!“

Lobende Worte

Abschließend fand Berthold Walter noch lobende Worte für den Einsatz seiner Mitstreiter unter den 217 Beschäftigten. „Ganz klar, das kostet Kraft und Energie, aber nur so können wir ein gutes Ergebnis erzielen.“ Ebenso würdigte er die Unterstützung von Vorstand und Aufsichtsrat, die immer bereit gewesen seien, alle Entscheidungen mitzutragen und neue Wege mitzugehen.

Aufsichtsratschef Wolfgang Oechsner sprach von vier Sitzungen, zu denen sich Vorstand und Aufsichtsrat getroffen habe. Hier wurde die Basis dessen gelegt, dass die Genossenschaft erfolgreich wirtschaften könne. Unter anderem habe man auch die geplanten Investitionen diskutiert, bevor man sie auf den Weg gebracht habe.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1,443 Millionen Euro investiert. Hervorzuheben seien hier vor allem der Neubau der Tierarztpraxis in Weikersheim mit Photovoltaikanlage, ein Lieferwagen, ein Pkw, eine fahrbare Mahl- und Mischanlage, ein Silozug sowie ein Ausfuhr-Lkw.

Erfreulich sei, aus Sicht von Oechsner, dass das gute Ergebnis erneut eine Warenrückvergütung zulasse – die Summe belaufe sich auf gut 136 000 Euro. „So nehmen Sie als Mitglieder am Bilanzgewinn Ihrer Genossenschaft teil und bekommen eine ordentliche Summe Ihren Geschäftsguthaben zugeschrieben.“ Es bleibe zu hoffen, dass auch in den kommenden Jahren sich dieser Trend so fortsetze.