Igersheim

Zirkus-Gala „Circus Mumm“ bringt Kinder in die Manege / Insgesamt knapp 350 Zuschauer

Wenn die Kleinen plötzlich ganz groß werden

Das Training begann am Montag und schon am Freitag war die erste von zwei großen Gala-Vorstellungen. Für die Kinder war es ein besonderes Erlebnis – für die Zuschauer auch.

Igersheim. Wenn der Zirkus kommt, dann ist was los. So war es immer, und so wird es auch bleiben. Doch der „Circus Mumm“ ist ein ganz besonderer Zirkus, denn er bringt keine Artisten mit und, bis auf zwei Hunde, auch keine Tiere. Aber die „Bellos“ treten nicht auf. Die Manege füllen Kinder. Und die schnuppern für fünf, sechs Tage Zirkusluft – ein Erlebnis, das die Kleinen im Alter von neun bis 14 Jahren sicherlich nicht vergessen werden.

Was das „Circus Mumm“-Team in nicht einmal einer Woche schaffte, ist bemerkenswert. Schließlich mussten die Zirkus-Pädagogen Hans-Jürgen Blickle, Kathrin Witthaus und Tamara Lüttgens bei Null anfangen. Doch die 32 Kinder waren allesamt nicht nur begeistert bei der Sache und lernbegierig (wir berichteten bereits), sondern schon seit dem ersten Tag voller Vorfreude auf ihre großen Auftritte am Freitagabend und am Samstagnachmittag. Zu diesen strömten insgesamt knapp 350 Zuschauer – auch dies ist bemerkenswert. Und die Kinder (Geschwister und Freunde), Eltern und Großeltern wurden glänzend unterhalten und erfreuten sich am Auftritt ihrer Lieblinge.

Am Freitagabend war unser Reporter mit dabei beim „Fantasyzirkus“, wie das Plakat im Eingangsbereich der Großsporthalle verhieß. Drinnen, im sorgfältig abgedunkelten und abgetrennten „Zelt“, war ein Wunderland aufgebaut. Von der Decke schwebten zwei bunte Drachen, unten waren Bäume, Pilze und Schilder aufgestellt – das Zirkus-Wunderland eben. Im Dreiviertelkreis um die Manege angeordnet standen Bierbänke und Tische – ganz vorne waren die Sitzgelegenheiten reserviert für die Kinder – „für Erwachsene verboten“. So ist es recht und so muss es auch sein, denn der „Circus Mumm“ ist ja ein Kinder-Zirkus. Dazu ausgesuchte Musik, eine stimmungsvolle Beleuchtung und – voilà! – schon passt der Rahmen.

Kein Zirkus ohne Spaßmacher

Was gibt es zu berichten von dieser speziellen Show? Vieles! Zunächst einmal: Es braucht nicht viel an Kostümen: bunte knielange Hosen und Leibchen, Zipfelmützen und ein bisschen Schminke. Gut, die Clowns – kein Zirkus ohne diese Spaßmacher – waren etwas üppiger ausgestattet, und der „Direktor“ (natürlich auch ein Kind!) trug selbstverständlich das standesgemäße rote, goldverzierte Gewand. Die Kleinen verzauberten ihr Publikum vielmehr mit ihrer artistischen Begabung und Leistung, die, wie bereits erwähnt, innerhalb weniger Tage ans Licht kam.

Da wurde mit leuchtenden Farbbändern eine stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt, es gab weite Sprünge vom Mini-Trampolin, und es wurde auf dem Rola-Brettchen jongliert. Ein bisschen Hilfestellung – es war eigentlich mehr eine Sicherheitsmaßnahme von Blickle und Witthaus – mehr mussten die Circus-Macher nicht tun bei der Gala-Vorstellung. Den Kleinen war von Anfang an die Begeisterung und Freude an der Sache anzusehen, und die zog sich durchs gesamte Programm.

Bei den „Feuerspielen“, die nach fulminanten Feuerbällen von einem Feuerschlucker beendet wurden, hielt das Publikum fast den Atem an.

Ein buntes Bild boten dann die Menschenpyramiden, die von den Kindern in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit „gebaut“ wurden. Das Spiel mit dem Diabolo machte deutlich, wie viel Geschick in den Kleinen steckt – der Spaß an der Sache sprang förmlich in die Zuschauerreihen über. Und die Clowns waren ein besonderer Hingucker und -hörer, denn zum „Showdown“ erklang doch tatsächlich die bekannte „Spiel mir das Lied vom Tod“-Melodie. Und als ein vermeintlich toter Clown bei der „Untersuchung“ durch seinen Kollegen eine unleugbare und unüberhörbare Vitalreaktion zeigte, da blieb kein Auge trocken.

Ebenso sehenswert waren die Seilhüpf- beziehungsweise -springeinlagen. Das hatte schon Klasse, und auch, wenn es ein-, zweimal nicht klappte – die Kinder nahmen einfach einen neuen Anlauf, und dann lief es wie gewünscht. Wer das zuhause nachmachen will: Der Versuch, auf einem Bein zu springen, erfordert hohe Konzentration und sportliches Geschick.

Krönender Abschluss

Den krönenden Abschluss bildeten dann die Trapeznummern, und auch da zeigten die Kinder, was alles in ihnen steckt. Nicht nur einzeln, auch zu zweit und zu dritt hingen sie dabei in der (dünnen Zirkus-)Luft.

Nicht vergessen werden darf das Engagement des Bürgerhaus-Teams und des Jugendclubs. Die Sozialpädagogen Stefan und Rebecca Rückert, die neue „Pädagogische Fachkraft“ Marcel Raupp sowie Praktikantin Greta Edelmann waren während des Trainings als Betreuer aktiv. Bei den beiden Vorstellungen bewirteten zudem die Jugendclubler die Zuschauer und auch die Akteure mit Grillgut.

So bleibt nur zu wünschen, dass der „Circus Mumm“ noch öfter in Igersheim Station macht.

Entsprechende Überlegungen sind bereits im Gange, wie Bürgermeister Frank Menikheim bereits am Samstag erklärte. Allerdings wünsche er sich „etwas mehr Elternengagement bei der Anmeldung der Kinder, damit es nicht so schleppend verläuft und wir früher Planungssicherheit haben“, wie er unserer Zeitung noch auf Nachfrage sagte.