Igersheim

Johann Adam Möhler-Schule „Mint“-Tag für junge Forscher, Programmierer und Konstrukteure / Unterricht mal ganz anders

Zählen mit Gummibärchen machte Spaß

Was ist „Mint“? Die Antwort ist einfach: Die Buchstaben stehen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Jetzt war „Mint-Tag“ in der Möhler-Schule.

Igersheim. Die Johann Adam Möhler-Schule (Jams) ist nur noch eine Grundschule. Eifrig gelernt und unterrichtet wird hier, und das Kollegium ist immer „up to date“, also ganz vorne mit dabei, wenn es gilt, neue Lehrformen anzuwenden.

Und im Falle von „Mint“, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, hat man geradezu ideale Voraussetzungen: Es gibt einen Technikraum und auch die Digitalisierung hat längst Einzug in die Schule und den Unterricht gefunden.

Dennoch wollte man noch mehr, und so ersann und organisierte die Lehrerin Veronique Neumann den ersten Mint-Tag an der Jams. Und da war viel, ja sehr viel geboten: Von 8.30 bis 12 Uhr gab es 15 verschiedene Projekte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Die 170 Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse konnten sich für jeweils eines entscheiden, und so erlebten sie zusammen mit ihren Lehrern einen ganz besonderen Tag. Nicht nur das gesamte Kollegium, auch einige Eltern waren beim Mint-Tag aktiv.

Etwa beim Bauernhofbesuch, wo die Kinder einen Blick in einen Kuhstall werfen konnten und vieles über Rinderhaltung und -zucht lernten. Und sogar zwei Lehramtsstudentinnen waren mit dabei: Die Igersheimerinnen Anna Ruess und Tamara Smolka leiteten das Wachsziehen. Die jeweiligen Grundschulkinder waren aus allen Klassenstufen, also bunt gemischt. Auch die FN/TZ war mit dabei.

Was gab es zu sehen, was muss berichtet werden? Unser Reporter schaute überall hinein, war sich am Ende aber dennoch nicht ganz sicher, tatsächlich in jedes Klassenzimmer gegangen zu sein – das Angebot war einfach riesig!

Herausragende Eindrücke war etwa der wohl „süßeste“ Mathematikunterricht aller Zeiten, das Rechnen mit Gummibärchen. Damit die Kinder ihr Unterrichtsmaterial nicht schon während dieser besonderen Schulstunden naschten, stand natürlich eine extra Schüssel Gummibärchen bereit. Was die Kleinen machten? Sie zählten den Inhalt ihrer Gummibärchentüte, sortierten nach Farben, bauten sogar Türmchen und Pyramiden und erstellten Balkendiagramme.

Die Kinder waren wahrhaft, ebenso wie ihre „Kollegen“ in den anderen Projekten, mit Feuereifer bei der Sache. Natürlich wurden auch vorbereitete Blätter ausgefüllt, und da die ganz Kleinen noch nicht so gut im Schreiben sind, halfen ihnen die älteren Kinder bei dieser Dokumentation.

In einem anderen Raum wurde experimentiert: Der Gedanke „Warum kann der Wasserläufer auf dem Wasser laufen, der Mensch aber nicht“, stand hier Pate. So ließen die Kinder Wasser verdampfen; lernten die Oberflächenspannung von Wasser mit einem Tropfen Spülmittel zu beeinflussen, rätselten über die Zahl der auf eine Münze passenden Wassertropfen oder erzeugten Seifenblasen.

Es gab viel zu entdecken, und das Arbeitsblatt machte deutlich, dass sich die Kinder vor jedem Experiment Gedanken gemacht hatten, was wohl passieren wird. Anderer Raum, andere Versuche: Für das Coding, also das Programmieren von Robotern, hatten sich hier die Kinder entschieden. Und da war viel Spaß und Entdeckerfreude zu beobachten. Dass die „Bienen“ tatsächlich wie programmiert vorwärts, rückwärts oder eben nach links und rechts fuhren, sorgte für Erfolgserlebnisse. Programmiert wurde auch mit einem i-Pad: die digitale Ausstattung der Schule macht vieles möglich.

Andere Kinder konstruierten einen Kreisel, dessen verschiedene Bestandteile aus Holz und Schnur sie abschliffen, kürzten und dann zusammensetzten und verleimten. Und natürlich wurde das „Spielzeug“ ausgiebigst ausprobiert, nachdem es unter den kritischen Augen der kleinen Holzhandwerker fertiggestellt war.

Auch ein „Auto“ wurde gebaut, das Material kam aus Metallbaukästen. Hier galt es, die richtigen Teile auszusuchen und dann zusammenzubauen. Warum manchmal eine zweite Mutter gebraucht wird, wie man Schrauben einsetzt und was passiert, wenn man das Fahrzeug ausprobiert (alles richtig gemacht, wackelt ein Teil, alles fest, aber nicht zu fest verschraubt?), das alles fesselte die Kinder.

Und natürlich waren sie am Ende stolz, dass „ihr“ Auto auch rollte. Das Leben der Bienen stand in einem weiteren Projekt im Fokus, und die gewonnenen Erkenntnisse wurden von den Kindern auf Plakaten umgesetzt. Zum Abschluss wurden kleine Insektenhotels gebaut. Sogar an dreidimensionalen Zeichnungen versuchten sich die Grundschüler, nachdem sie mit Soma-Würfeln Treppen, Türmchen oder Mäuerchen konstruiert hatten. Auch wurden Papier-Fallschirme und Hubschrauber gebastelt, bunte Muster erstellt und dann bemalt, und in der Schulküche fand das Koch-Projekt statt – die Kinder bereiteten eine vegetarische Nudelpfanne, Gurkensalat und Waffeln zu. Für die interne Dokumentation sorgten gleich drei Videogruppen, die Filme drehten. Sie befragten Schüler und Erwachsene. Auch hier nahmen sich die Kinder der Sache mit viel Eifer und Freude an. Man darf gespannt sein, was nach der Bearbeitung zu sehen und zu hören sein wird. Fazit: Es war ein sehr gelungener Tag für die Schule und die Kinder sowie die ebenfalls aktiven Eltern. Sämtliche Projekte wurden unter dem Stichwort „Mint“ altersgerecht aufbereitet.