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Auf Papier, im Fernsehen und im Netz

Im Alltag begegnet sie einem überall: die Werbung. Wir finden sie im Fernsehen, im Internet, in Prospekten und in unserem E-Mail-Postfach. Doch alle vier Jahre, nämlich anlässlich der Bundestagswahl, wird die Werbung in einer ganz anderen Form genutzt. Anstatt für Produkte oder Dienstleistungen wird diesmal für eine bestimmte Partei, beziehungsweise für einen Spitzenkandidaten geworben.

Das bekannteste und transparenteste Werbemittel hierfür sind sicher die Wahlplakate, die einem überall im öffentlichen Leben begegnen. Die ersten Plakate sind mir genau einen Tag nach Angela Merkels Rückkehr aus dem Urlaub aufgefallen, nämlich am 13. August. An diesem Tag ist offiziell nicht nur ihr Wahlkampfprogramm gestartet. Viele Straßen wurden von Plakaten gesäumt, mit aussagekräftigen Slogans, Porträts der Kandidaten und Versprechen, die das Ziel haben, möglichst viele Wähler davon zu überzeugen, dass ihre Partei geeignet für den Bundestag ist.

Da Sommerferien waren, bin ich natürlich auch verreist: nach Leipzig und München. Als ich in Sachsen war, hatte der Wahlkampf erst angefangen, aber als ich in der bayrischen Landeshauptstadt war, konnte man immer mehr erkennen, dass bald gewählt wird. Viele Plakate waren an Straßenlaternen und an Litfaßsäulen angebracht worden.

Ich entdeckte auch ein paar mir unbekannte Parteien. Besonders in Großstädten und Metropolen wie München läuft der Wahlkampf über viel mehr Kanäle. Es gibt Kundgebungen von Politikern, die nicht selten von Demonstranten besucht werden, Wähler werden zu Parteifesten eingeladen, um das Wahlprogramm besser kennenzulernen und es gibt Angebote von Bürgerforen, um Regierungsideen von Wählern einreichen zu können.

Fragen aus der "Community"

Auf You-Tube landen zahlreiche Videos in meiner Abobox, in denen "You-Tuber" die Kanzlerin zu Fragen ihrer "Community" interviewen. Ebenfalls im "Social Media"-Bereich, nämlich auf Instagram, posten die Spitzenkandidaten auf ihren "Accounts" Informationen und Veranstaltungen rund um den Wahlkampf. Beim Blick in das Fernsehprogramm ist mir das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz aufgefallen, zusammen mit Diskussionen zwischen Politikern und Satiresendungen, die mit viel Komik das Wahlkampfgeschehen betrachten. Eines Tages landeten auch die Wahlbenachrichtigungen bei uns zuhause im Briefkasten. Für mich war keine dabei, da ich erst bei der nächsten Bundestagswahl wahlberechtigt bin.

Trotzdem darf ich mein Kreuz setzen, wenn auch ohne Stimmgewicht. Denn an meiner Schule gibt es die Möglichkeit, zu wählen. Bei der letzten Wahl im Jahr 2013 konnte ich so auch meine Stimme für Partei und Kandidat abgeben. Die Ergebnisse konnte man dann mit den "echten" abgleichen, und die Stimmen von meiner Schule und die der Wahlberechtigten waren auffallend ähnlich verteilt.

Wer aber - vor allem als Erstwähler - noch nicht mit Sicherheit weiß, welche Partei seine Interessen am besten im Bundestag vertreten kann, hat die Möglichkeit, den digitalen Wahlhelfer "Wahl-O-Mat" in Anspruch zu nehmen. 38 Fragen zeigen einem, welches Wahlprogramm am besten zu den eigenen Antworten passt und geben einen Überblick über das breite Parteienspektrum. Der Online-Test ist zwar keine Wahlempfehlung, kann aber sicherlich helfen, sich über Parteien und Politiker zu informieren.

Ganz gleich, wo und wie man sich informiert: Die Entscheidung, an welcher Stelle man sein Kreuz setzt, sollte wohl bedacht werden, denn ein Grundpfeiler einer Demokratie, wie wir sie haben, ist das freie Wahlrecht.