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Eine Sprache für alle

Archivartikel

Englisch ist heute die bedeutendste Weltsprache. Doch die Konkurrenz holt auf. Von Salome Hein

Zahllose Schüler müssen während der Schulzeit täglich Vokabeln lernen, sich mit verschiedenen Vergangenheits-, Zukunfts- oder Gegenwartsformen von Wörtern quälen und auch noch wissen, wann man diese anwendet.

„He – she – it – das ‚S’ muss mit“, unregelmäßige französische Verben konjugieren, den Spanischen Subjuntivo richtig anwenden oder sogar Latein lernen, eine Sprache, die nirgendwo mehr wirklich gesprochen wird: Welchen Sinn hat das alles, wenn man doch auch gut mit der Muttersprache im Mutterland durchs Leben kommen kann?

Gesteigerte Verbundenheit

Menschen, die diese Einstellung haben, werden durch die Globalisierung, also die gesteigerte Verbundenheit von Ländern überall auf der Welt, vor zunehmende Probleme gestellt.

Länder, die tausende von Kilometern voneinander entfernt sind, betreiben Handel miteinander, bilden Verbünde oder veranstalten gemeinsame Sport-Ereignisse.

Damit es hierbei nicht zu Kommunikationsproblemen kommt, ist es das Einfachste, sich auf eine Sprache zu einigen, die jeder Partner zusätzlich zu seiner Muttersprache spricht.

International anerkannt

Die heute international größtenteils anerkannte Weltsprache ist Englisch. Viele Unternehmen setzen Englischkenntnisse voraus, manchmal wird sogar innerhalb der Firmen nur englisch gesprochen.

Bedeutung des Königreichs

Verantwortlich für diese Entwicklung ist unter anderem die frühere Bedeutung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland. 1922 hatte es Kolonien in vielen Teilen der Welt, wodurch auch die englische Sprache etwa einem Viertel der Weltbevölkerung nähergebracht wurde.

Auch andere waren jedoch nicht untätig. Spanien, Frankreich und Portugal verbreiteten ihre jeweiligen Sprachen in ihren Kolonien. In Südamerika zum Beispiel sind heute die spanische und portugiesische Sprache vorherrschend.

Daneben befördern die rasanten Entwicklungen, die Indien, aber vor allem auch China in den letzten Jahren durchgemacht haben, Konkurrenz für das Englische als Weltsprache.

Dabei spielt nicht nur die Tatsache eine Rolle, dass mehr als dreimal so viele Menschen als Muttersprache chinesisch (Mandarin) haben. Auch durch die zunehmenden wirtschaftlichen Kontakte mit China werden vermehrt Angestellte gesucht, die Mandarin sprechen.

Vielleicht müssen die nächsten Generationen also chinesisch Vokabeln lernen und dabei unter anderem auf die korrekte Betonung achten, um nicht etwas vollkommen Verkehrtes zu sagen.