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Kreativ mit der Kettensäge

Die warmen Sommerwochen sind jetzt eindeutig vorbei. Es wird draußen kühler und die Sonne zeigt sich auch nicht mehr so oft. Typisches Herbstwetter eben. Die Tage werden kürzer und seine Zeit verbringt man dann auch lieber drinnen. Aber was macht man da am besten? Neben Spielen und Bastelarbeiten gibt es für die schon etwas älteren kreativen Köpfe, die bereits einen Kettensägenschein oder das nötige Know-How für die Motorsäge besitzen, eine weitere Beschäftigung: Carving.

Carving ist die Kunst des Schnitzens mit der Motorsägen, also aus Holzstämmen die verschiedensten Figuren und Körper herauszuarbeiten. Was man dafür braucht? Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, ordentlich Muckis und ruhige Nerven. Wer schon mal eine Motorsäge in der Hand gehalten hat, merkt schnell, dass sie gar nicht so leicht ist, wie man vielleicht auf den ersten Blick denkt. Vor allem nicht, wenn man sie stundenlang auf Hüft- und Brusthöhe hält.

Länge der Sägeschwerter

Bei den Motorsägen gibt es, wie auch bei anderen Werkzeugen, viele unterschiedliche Größen. Zum Beispiel gibt es kurze und lange Sägeschwerter. Damit zusammen hängen unterschiedliche Techniken, die Sägen zu verwenden.

Viele Hobby-Carver nutzen die Herbstzeit, um dabei ihren Kopf frei zu bekommen und ihrer Kreativität neue Herausforderungen zu stellen. Natürlich kann man auch im Frühling und Sommer zur Motorsäge greifen und sich beim Schnitzen verausgaben, doch wer schon einmal die dicke Schutzkleidung mit Helm und Stahlkappenschuhen anhatte, kann sich vorstellen, dass es im Sommer bei relativ warmen Temperaturen nicht so viel Spaß macht, sich dabei auch noch groß anzustrengen.

Um ein Projekt zu starten, benötigt man neben der Schutzkleidung, die ein mancher gern mal vergisst, auch den richtigen Stamm. Der Schnitzer muss sich im Voraus schon im Klaren darüber sein, welche Maße seine Figur haben soll. Wer also nicht zufällig eigenen Wald besitzt, muss sich anderweitig darüber erkundigen, wer gerade einen großen Brocken Holz übrig hat.

Vorsicht vor Splittern

Auch beim Holz gibt es wieder unterschiedliche Möglichkeiten. Möchte man lieber weiches Holz, empfiehlt sich Linde oder Pappel. Letztere ist jedoch sehr faserig. Wessen Liebe eher dem Hartholz gilt, der sollte lieber zu Eiche oder Esche greifen. Wer sein Holz aus unterschiedlichen Waldregionen bezieht, sollte sich beim Förster danach erkundigen, ob sich in den Stämmen mögliche Granatsplitter aus den beiden Weltkriegen befinden können. Anders als bei Eichen, bei denen sich das Holz durch einen Splitter aufgrund der Gerbsäure verfärbt, sind Splitter bei anderen Baumarten nicht so einfach zu erkennen.

Ist der Brocken Holz dann da, geht es ans Eingemachte. Bevor man jedoch zu voreilig die Motorsäge aufheulen lässt, empfiehlt es sich, seine Figur zuvor einmal aus Knete zu modellieren. So bekommt man schon mal einen genaueren Überblick über das entstehende Objekt und sieht, wo sich vielleicht Schwierigkeiten ergeben könnten. Denn auch beim Carving gilt: Was einmal weg ist, ist weg. Es kann helfen, sich mit einem groben Stift, zum Beispiel mit Wachsmalkreide, die Umrisse aufzumalen, damit man klare Linien vor Augen hat und sich nicht völlig auf seine Vorstellungskraft verlassen muss.

Konzentration und Geduld

Carving kann viel Zeit beanspruchen, vor allem wenn man es zum ersten Mal macht. Bis das Holz genau die Form annimmt, die man sich vorstellt, bedarf es eines hohen Maßes an Konzentration und Geduld.

Oft sind es die kleinen Details, die ein Tier realer wirken lassen. Soll zum Beispiel ein Adler entstehen, benötigt man für das Gefieder feines Werkzeug wie einen Dremel. Bei Tieren gibt es auch die Möglichkeit die Augen durch gewisse Augenknöpfe darzustellen, um ihnen einen Hauch von Lebhaftigkeit zu verleihen. Nicht nur Tiere, Fabelwesen und Menschen lassen sich mit Carving modellieren. Wer beispielsweise Holz zu Blumentrögen „aushöhlen“ möchte, kann zu einem Troghöhler greifen.

Wenn das Werk dann nach intensiver Arbeit vollbracht ist, besteht die Möglichkeit, die Figur etwas zu flambieren, um die Fasern und Strukturen zu verdeutlichen. Und wer seine Schnitzerei gerne etwas länger bei sich stehen hat, und nicht möchte, dass sie mit den Jahren ergraut, sollte spezielles Öl verwenden, das einen starken Schutz vor Verwitterung bietet. So kann man seine Holzfiguren getrost auch in den Garten oder vors Haus stellen.