Jugendseite

Schon in der Steinzeit gab es Stress

Archivartikel

Immer mehr Menschen klagen über Stress. Gerade in der heutigen Zeit mit einer Vielzahl an elektronischen Geräten fällt es vielen schwer, einfach mal „abzuschalten.“ Angesichts des hohen technischen Standards, über den wir heute verfügen, stellt sich die Frage, ob die Belastung durch Stress früher auch schon in dieser Form existierte. Stress ist ein Phänomen, das sich quer durch die Menschheitsgeschichte zieht. Die Höhlenmenschen der Steinzeit fürchteten täglich um ihr Leben, sie mussten immer achtsam vor wilden Tieren oder Naturgewalten sein. Der Körper stand stets unter Strom und war jederzeit zum Kampf oder zur Flucht bereit, man konnte sich also nie hundertprozentig entspannen. Durch den notwendigen Körpereinsatz, zum Beispiel beim Kampf mit Raubtieren, konnte man den Stress aber auch abbauen.

Der Facebook-Faktor

Da physische Anstrengungen sich im Gegensatz zu früher stark vermindert haben, wird der Stress nicht mehr körperlich abgebaut. Noch vor gut 100 Jahren wurde in der Regel mehr gearbeitet als heute und es herrschten härtere Arbeitsbedingungen. Heute übernehmen Maschinen viele Arbeitsschritte.

Stress war vor 100 Jahren noch kein so verbreitetes Phänomen wie heute, da die Menschen damals im Schnitt drei Stunden mehr pro Tag geschlafen haben. Ein gesunder Schlaf ist für den Stressabbau sehr wichtig, der Körper kann regenerieren. Durch neue Technik wurde es immer lauter auf der Erde, Flugzeuge und Autos verursachen Lärm. Massenmedien wie Fernsehen und Internet kamen auf den Markt und nehmen viel Zeit im Alltag ein. Dazu kommt der indirekte „Druck“ der Gesellschaft: Wer nach dem Wochenende in der Schule oder auf der Arbeit nichts zu erzählen hat, ist uninteressant. Die Werbung suggeriert, was wir alles brauchen, um „cool“ zu sein. Wer viele Hobbys hat, gilt allgemein als engagiert und hilfsbereit, wer viele „Gefällt-mir“-Bewertungen auf seinen neuem Facebook-Post erzielt, als beliebt. Die Faktoren, die Stress auslösen oder begünstigen, sind in den letzten Jahrzehnten rapide gestiegen, jedoch sollte man sich nicht von ihnen vereinnahmen lassen. Es hilft schon, sich ein Bewusstsein für seinen Medienkonsum zu schaffen.