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Sich den Frust einfach von der Seele kritzeln

Archivartikel

Unsere Mitarbeiterin hat mit verschiedenen Leuten gesprochen, um die besten Mittel gegen Stress herauszufinden. Sport und viel Schlaf helfen, aber auch eine gute Planung – und Schimpfwörter. Von Xenia Heckmann

Meine Oma sagt immer: „Ruhe ist den Menschen heilig, nur Verrückte haben’s eilig!“ Betrachtet man aber das alltägliche Leben der Deutschen, wird schnell klar, dass wir verrückt sein müssen. Von einem Termin zum anderen gehetzt und zwischendurch noch schnell für den nächsten Vokabeltest gelernt: Multitasking statt Pause ist die Devise. Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten, Stress zu vermeiden und abzubauen.

Für Glücksmomente sorgen

Nachdem ich mehrere Menschen zu ihren effektivsten Mitteln, um Stress zu vermeiden, befragt hatte, konnte ich schnell eine eindeutige Gemeinsamkeit identifizieren: Sport. Der eine geht ins Fitnessstudio oder zum Boxen, um richtig Dampf abzulassen, während der andere lieber zum Wandern an die frische Luft geht.

Auch Yoga und Meditation werden als sehr gute Stressbewältigungsmethoden angesehen, da sie inneren Frieden, Ruhe, Entspannung, Konzentration und eine verbesserte Schlafqualität versprechen.

Letztlich ist es Geschmackssache, für welche Aktivität man sich entscheidet, aber man sollte anfangen, sich überhaupt zu bewegen, als Ausgleich zum Alltag. Es ist bekannt, dass beim Sport Endorphine ausgestoßen werden, die für Glücksmomente sorgen.

Wichtig ist es, ausreichend Schlaf zu bekommen, damit sich der Körper regeneriert, was beim Stressabbau hilft.

Im Hinterkopf sollte man immer behalten, dass die meisten Menschen die ersten Symptome von Stress zunächst deutlich unterschätzen und ignorieren. Damit es erst gar nicht dazu kommt, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Gerne aufgeschoben

Viele Schüler und Studenten kennen den Feind: Prokrastination. Gerne werden Erledigungen aufgeschoben, wodurch ein riesiger Lernhaufen entsteht, der dann Stress verursacht. Man sollte sich in dieser Situation bewusst machen, wie sehr man sich ärgern wird, wenn man freie Zeit bewusst nicht genutzt hat und anschließend Stress hat.

Außerdem hilft es, Prioritäten zu setzen und ein Ziel vor Augen zu haben. Sonst wird Zeit für unnötige Dinge verschwendet und für Angelegenheiten, die wirklich wichtig sind, bleibt keine Zeit mehr. Wer sich auf eine Sache konzentriert, muss sich gar nicht erst mit Stress befassen, denn er geht fokussierter und ergebnisorientierter vor.

Nur in Maßen

Koffein bekämpft Müdigkeit, fördert aber gleichzeitig den Erschöpfungszustand. Kaffee beziehungsweise Koffein regen das Nervensystem und die Gehirnleistung an – nur ist die Wirkung recht kurz und lässt schnell nach. Koffein sollte man daher nur in Maßen genießen.

Bei einem Bummel durch die Stadt ist mir neulich etwas Kurioses ins Auge gestochen. Zwischen all den üblichen Malbüchern und Mandalas, die „neues Kraftschöpfen“ und meditative Motive enthalten, lag ein Buch zum Schimpfworte Ausmalen. Neugierig blätterte ich darin und las Seiten mit „Blöde Kuh“ oder „Dummschwätzer“ in verschnörkelter Schrift, umgeben von spirituellen Formen und Mustern. Sich den Frust von der Seele zu kritzeln – klingt nach einer innovativen Idee. Obwohl es vielleicht ungewöhnlich und auch ein bisschen lächerlich klingt, lohnt es sich bestimmt, das „Fluchbuch“ mal genauer zu betrachten und darüber zu lächeln. Denn Lachen ist eine der einfachsten, schnellsten und effektivsten Methoden gegen Stress.