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Von Nischeln, Batschern und Rindviechern

Deutschlands Regionen bieten eine Vielzahl von Dialekten, die auch einiges über ihre Sprecher verraten. Unsere Mitarbeiterin hat sich einmal umgehört Von Alina Veth

Quatschen, schwätzen, schnacken oder babbele: In Deutschland gibt es viele Dialekte. Sie zeigen, woher jemand kommt und transportieren eine regionale Identität.

Alemannisch

Im Südwesten Deutschlands wird eine Mundart gesprochen, die den Namen Alemannisch trägt. Doch sie reicht über die deutschen Grenzen hinaus: Auch im Elsass, im österreichischen Vorarlberg, in Liechtenstein, im deutschsprachigen Teil der Schweiz und in einigen kleinen Flecken Norditaliens ist dieser Dialekt zuhause. Dort werden dann „Grummbiere“ anstatt Kartoffeln angebaut und das Spiegelei zum „Ochseaug“.

Bayrisch

Kaum ein Bundesland prägt das Bild der Deutschen im Ausland so sehr wie Bayern. Auch der dort beheimatete Dialekt ist weltbekannt. Doch die Übersetzungskünste der meisten enden dann doch schon bei „Ozapft is!“ Auch wissen viele wohl nicht, dass „Spezln“ der bayrische Begriff für Kumpels ist und ein „Rindvieh“ nicht unbedingt etwas mit einem milchgebenden Tier zu tun hat.

Berlinerisch

Berlin ist nicht nur die deutsche Hauptstadt, sie ist auch die Heimat vieler Kulturen und Sprachen. Doch berühmt ist sie vor allem für ihre Berliner Schnauze. Schlagfertig und schroff, aber dennoch offenherzig kommt Berlinerisch oft daher. Beim Bäcker gibt es allerdings keine Brötchen oder Brot, sondern „Schrippen“ oder „Stullen“. Dann fehlt zum Frühstück wohl nur noch „Muckefuck“ (Kaffee-Ersatz), aber „ick weeß ja nüscht jenauet“.

Fränkisch

Es gibt nicht das eine Franken, sondern drei Teile: Ober-, Mittel- und Unterfranken. Doch im Sprachlichen verschwimmen die Grenzen. Es gibt einfach unzählige Varianten des Fränkischen. Auch die Mentalität ist unterschiedlich: Bier oder Wein? Nur in einem sind sich alle Franken einig: Wenn es gegen die Bayern geht, halten sie fest zusammen. Denn die haben nach fränkischer Meinung oft mal „enn Batscher“.

Hamburgisch

Hoch im Norden spricht man alles, nur kein reines Hochdeutsch. Dort ist eher das Plattdeutsch beheimatet. „Moin Moin“ tönt es über den Fischmarkt und die Reeperbahn. Doch Platt ist nicht gleich Platt: Die meisten Hamburger sprechen eher eine Mischung aus Hamburger Platt und Hochdeutsch. Bei den ganzen unterschiedlichen Mundarten sollten die „Lüd“ (Leute) aber nicht „in’n Tüddel koomm“ (durcheinanderkommen).

Sächsisch

Zu den unbeliebtesten Dialekten gehört wohl Sächsisch. Denn selbst einige Sachsen schämen sich für ihre Mundart. Dabei ähnelt es in seiner Grammatik stark dem Hochdeutschen. Zum Essen gibt’s in Sachsen „Runksen“ (dicke Scheibe Brot) und „ä Scheelchn Heeßn“ (eine Tasse mit heißem Getränk) und auf dem „Nischl“ (Kopf) trägt man auch in Sachsen manchmal ein „Schebbdäggl“ (Schirmmütze).

Schwäbisch

Die Schwaben dagegen sind stolz auf ihre Mundart. Und das Leben im Ländle könnte auch so friedlich sein, wären da nicht die badischen Nachbarn. Denn die sind sich „a bissle“ feindlich gesinnt. Dabei haben die Schwaben doch so einiges Gutes zu bieten: Zum Beispiel „Bräschdleng“ (Erdbeeren), „Flädlasuppe“ (Suppe mit Pfannkuchen-Streifen) oder „Xälz“ (Marmelade). Na dann, „en Guada“!

Saarländisch

Es ist eines der kleineren Bundesländer Deutschlands: Das Saarland. Es wechselte oft die Nationalität und die Grenzlage zu Frankreich hat sowohl die Mentalität als auch die Mundart geprägt. So ist ein kleiner ungezogener Junge im Saarland ein „Fräggat“, der Bürgersteig heißt „Trottwa“ und die wohl beste Liebeserklärung ist „Isch hann dich gääre“ (Ich liebe dich). Und was sagt der Saarländer zum Schluss? „Awei is zabbeduschder!“