Kickers Würzburg

3. Liga Die Würzburger Kickers treten morgen beim krisengeschüttelten 1. FC Kaiserslautern an / Gesperrter Gnaase kann in verschiedenen Modellen ersetzt werden

Beide wissen nicht, was auf sie zukommt

Bis morgen, 14 Uhr, war es nur ein Befreiungsschlag, dieses jüngste 5:2 der Würzburger Kickers gegen den FC Carl Zeiss Jena. Sieben elend lange Begegnungen durften sich die „Rothosen“ zuvor nicht über einen Sieg freuen, doch nach den Negativ-Wochen soll es nun wieder in die andere Richtung gehen. Mit einem Sieg im morgigen Spiel beim 1. FC Kaiserslautern soll aus dem Befreiungsschlag die Kehrtwende werden.

„Wichtig war die Art und Weise, wie wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollte“, sagte FWK-Trainer Michael Schiele gestern den FN. Auf den Glauben und den Willen „seiner Jungs“ konnte und darf sich der 40-jährige Coach stets verlassen. Dieser wird erneut nötig sein im WM-Stadion auf dem Betzenberg.

Neuen Trainer vorgestellt

Nur wie wird der 1. FC Kaiserslautern spielen? Seit gestern hat der ehemalige Bundesligist mit Sascha Hildmann einen neuen Trainer. Er übernahm für den am vorigen Samstag entlassenen Michael Frontzeck (siehe Seite 10 in dieser Ausgabe). Hildmann war am Anfang der Saison für den Liga-Konkurrenten SG Sonnenhof Großaspach sportlich verantwortlich, wurde dort allerdings im Oktober entlassen. „Wir haben deshalb noch geschaut, wie er dort spielen ließ“, sagte Michael Schiele.

Insgesamt sei das Spiel unter Hildmann bei „Sonnenhof“ etwas defensiver angelegt, so Würzburgs Trainer. Er sagt aber: „Ich weiß nicht, ob man in Lautern den Fußball so sehen will, wie bei Sonnenhof.“ Insgesamt gehe es in der Vorbereitung auf das Spiel in der Pfalz nun mehr darum, seine Akteure auf die individuelle Stärken und Schwächen des Gegners aufmerksam zu machen. Auch wenn man nicht genau wisse, was auf die Würzburger zukomme, bleibt Schiele entspannt: „Wir können auch verschieden Systeme und Arten des Fußballs spielen.“

Aus diesen letzten Worten des 40-Jährigen hört man heraus, dass das Selbstvertrauen bei den Kickers nach dem jüngsten Erfolg wieder deutlich gestiegen ist. Der Negativ-Serie soll nun in einen positiven Lauf gewandelt weden, so wie das nach dem miesen Saisonstart bereits Mitte der Vorrunde der Fall war.

Auf einer Position mindestens, auf „eventuell zwei, drei“ wird Michael Schiele seine Startformation im Vergleich zum Jena-Spiel verändern. „Sechser“ Dave Gaanse muss auf jeden Fall ersetzt werden. Er ist wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Um seinen Ausfall zu kompensieren, hat der Coach diverse Möglichkeiten: Anthony Syhre neben Janik Bachmann im defensiven Mittelfeld wäre die „Eins-zu-Eins-Lösung“. Aber der Coach erwägt auch, Daniel Hägele aus dem Abwehrzentrum nach vorne zu ziehen und dafür Hendrik Hansen in der Viererkette spielen zu lassen. Eine Dreierkette ist für den Schwaben ebenfalls als Option. Es sieht so also so aus, als wüsste auch der Gegner nicht, was auf ihn zukommen wird. Und deshalb stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass aus dem Befreiungsschlag nun tatsächlich die Kehrtwende wird…