Kickers Würzburg

Fußball Die Würzburger Kickers haben den Halleschen FC vor der Brust und Unterhaching im Kopf / Ibrahim Hajtic als Sinnbild der FWK-Entwicklung / Ademi fehlt

Dreckige drei Punkte fände Schiele „geil“

Archivartikel

In diesen Tagen dreht sich bei den Würzburger Kickers alles um den DFB-Pokal. Am kommenden Dienstag tritt der FWK im Halbfinale des bayerischen Verbandspokals bei der Spvgg. Unterhaching an – und nur der Sieger dieses Wettbewerbs qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des nationalen Cups. Aber auch das morgige Auswärtsspiel beim Halleschen FC (Anstoß 14 Uhr) steht bei den Kickers irgendwie unter dem Motto „DFB-Pokal“, denn: Der Vierte der 3. Liga darf in Deutschlands erster Pott-Runde starten; und der Vierte ist aktuell Halle – sechs Punkte vor den Würzburgern.

„Der vierte Platz ist auf jeden Fall noch ein Thema bei uns“, sagte Ibrahim Hajtic gestern, am Tag seines 21. Geburtstags. Der Bosnier personifiziert so ein wenig die Entwicklung des unterfränkischen Drittligisten während der laufenden Saison: Waren die Leistungsausschläge und die Ergebnisse in der Hinrunde noch extrem schwankend, so haben sich die Würzburger während der zweiten Halbserie eine gewisse Konstanz erarbeitet – wie Ibrahim Hajtic eben. Er spielte in die Hinrunde kaum eine Rolle bei Trainer Michael Schiele, im zweiten Saisonabschnitt stand er bei den elf Spielen dann aber immerhin acht Mal auf dem Platz.

Lob vom Trainer

„Jeder Trainer möchte etwas anderes sehen. Das war schwer für mich. Aber spätestens im Winter wusste ich, dass ich etwas ändern muss“, so Hajtic. Für sich hatte sich der Neuzugang vom 1. FC Heidenheim ausgemacht: „Der Trainer möchte Härte und Mentalität sehen.“ Also bot ihm der Innenverteidiger während der Wintervorbereitung genau das an: Mentalität und Härte. „Er hat ein wirklich sehr gutes Trainingslager absolviert und auch in Uerdingen stark gespielt“, lobte Michael Schiele, der nun aber auch erkannt hat, dass sein junger Defensiv-Akteur gerade wieder ein kleines Tal durchläuft. „Das ist aber für einen jungen Spieler ganz normal. Wichtig ist, dass er daraus lernt“, fügt der 41-jährige Fußballlehrer an.

Dass Hajtic in Halle von Beginn an spielt, ist unwahrscheinlich, denn in der Innenverteidigung sind aktuell Kapitän Sebastian Schuppan und Daniel Hägele gesetzt. Für einen Einsatz auf einer Außenbahn sieht der Trainer seinen Schützling noch nicht gereift: „Da muss er taktisch noch ein bisschen arbeiten.“

Auf die Frage, welchen Weg der Trainer in den DFB-Pokal bevorzuge, antwortet Michael Schiele ganz professionell: „Es muss unser Anspruch sein, beide Wege so lange wie möglich zu gehen.“ Coach Schiele sieht die beiden wichtigen Begegnungen binnen drei Tagen nicht separat. Man müsse bei der Aufstellung schon überlegen, wen man wo und wie viel spielen lässt – wegen der Belastungssteuerung eben; er wolle aber in Halle keinen Spieler draußen lassen, der momentan „einen Flow“ habe. „Zudem müssen die Jungs zwei Spiele in drei Tagen gehen können.“

Orhan Ademi wird mit seiner Bauchmuskelzerrung morgen noch nicht bereit sein. „Er ist eher wieder für Dienstag eine Option“, so Schiele. Keeper Patrick Drewes wird ebenso weiter fehlen wie Hendrik Hansen. Letztgenannter ist nach seinem Schlüsselbeinbruch allerdings wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ein Einsatz käme bei ihm allerdings noch zu früh, so Schiele. Ein Fragezeichen steht hinter Janik Bachmann, der gegen Münster einen schweren Bluterguss davon trug.

Für das Spiel in Halle schlummern im gesamten Team noch Revanche-Gelüste – wegen dieser unglücklichen 1:2-Heimniederlage. „Ein dreckiger Auswärtssieg wäre geil“, so Trainer Schiele. Und auch Ibrahim Hajtic wäre ein Auswärtssieg recht – und da ist er ganz selbstlos, denn er weiß: Die Runde, die er aufgrund seines gestrigen Geburtstags am Samstag nach dem Spiel ausgeben wird, wäre bei drei Punkten im Gepäck etwas größer…