Kickers Würzburg

Fußball Beim gestrigen 3:1-Erfolg der Kickers gegen FC Energie Cottbus macht Stürmer Dominic Baumann auf sich aufmerksam

Mit Viererkette zu drei Punkten

FC Würzburger Kickers – FC Energie Cottbus 3:1

Würzburg: Drewes, Hansen, Wagner, Gnaase (73. Hägele), Baumann (79. Breitkreuz), Skarlatidis, Mast, Ademi (83. Bytyqi), Bachmann, Schuppan, Göbel.

Cottbus: Spahic, Startsev, Matuwila, Weidlich, Geisler (66. Graudenz), Scheidhauer (79. Gehrmann), Viteritti, De Freitas (46. Mamba), Stanese, Stein, Schlüter.

Tore: 1:0 (29.) Ademi, 2:0 (44.) Skarlatidis, 3:0 (65.) Baumann, 3:1 (89.) Mamba. – Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Frankfurt). – Zuschauer: 5089.

Nach 79 Spielminuten war der Arbeitstag von Dominic Baumann gestern beendet. Als der Stürmer erschöpft gen Auswechselbank schlurfte, erhoben sich die Zuschauer auf der Haupttribüne und spendeten ausgiebig anerkennenden Applaus. „Das ehrt einen“, sagte der 23-Jährige nach dem Spiel „im Bauch“ der „Flyeralarm-Arena“. Der kleine Kompakte lieferte eine beherzte Leistung ab, warf sich in jeden Zweikampf und schonte dabei weder sich noch seine Gegenspieler. Und nicht nur das: Baumann krönte seine Leistung mit einem Traumtor. An den beiden anderen Treffern zum 3:1-Erfolg war er beteiligt.

„Wir müssen jetzt erst einmal kräftig durchatmen“, sprach er weiter. Dicke Schweißperlen auf seiner Stirn zeigten auch 15 Minuten nach dem Schlusspfiff, wie anstrengend es war, diesen ersten Saisonsieg für die Würzburger Kickers einzufahren. „Wir haben ein super Spiel gemacht und das Ruder erst einmal herumgerissen. Wir sind sehr kompakt gestanden“, so Baumann.

Mit diesem letzten Satz lieferte der Ex-Nürnberger den Hauptgrund für den ersten „Dreier“ nach den drei Auftaktniederlagen. Die Würzburger verteidigten erstmals in dieser Saison mit einer Viererkette (Göbel, Hansen, Schuppan und Wagner). Davor machten zwei „Sechser“ (Gnaase und Bachmann) das Zentrum zu. Den sonst so angriffsstarken Cottbusern gelang es lediglich zweimal, ernsthaft aufs Tor zu schießen: Zehn Minuten vor dem Ende hielt Patrick Drewes den Gewalt- und Verzweiflungsschuss von Lasse Schlüter, und in der 89. Minute machte Streli Mamba das 1:3, nachdem Sebastian Schuppan beim Kopfball-Klärungsversuch unter dem Ball hindurch gesprungen war.

„Bis dahin hätten wir schon 0:4, 0:5 oder 0:6 hinten liegen können“, sagte Energie-Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz und sprach von einem „hochverdienten Sieg“ für Würzburg. Und genau hier legte Kickers-Coach Michael Schiele den Finger in die Wunde: „Nach dem 3:0 war ich nicht mehr zufrieden.“ Der Grund dafür war die schludrige Konterführung der Würzburger. Viel zu leichtsinnig verspielten sie ihre zahlreichen schnellen Gegenzüge – in der 68. Minute sogar eine 4:1-Überzahl-situation, als Skarlatidis viel zu egoistisch abschloss.

Ademis schöne Direktabnahme

Nur zu gut, dass er in der 29. Minute mit einer exakt getimten Flanke das 1:0 durch Ademis Direktabnahme vorbereitet hatte. In einer prima Pressingaktion hatten er und Baumann den Ball zuvor an der Eckfahne der Cottbuser erobert. In der 44. Minute durfte der wendige „Zehner“ durch die Hälfte des Aufsteigers spazieren und traf aus etwa 14 Meter mit einem platzierten Schuss zum Pausenstand. Baumann hatte an der Mittellinie mit der Brust abgelegt. Und der Vorarbeiter avancierte beim 3:0 mit einem beherzten Flugkopfball zum Vollstrecker, nachdem Wagner präzise geflankt hatte (65.).

Schiele: „Alle ruhig geblieben.“

Ademi und Baumann – die beiden zuletzt gescholtenen Stürmer trafen gestern. Angesprochen auf die ständige Stürmer-Diskussion beim FWK sagte Dominic Baumann trotzig: „Wenn sie denken, sie brauchen noch einen Stürmer, dann sollen sie noch einen holen.“ Nervös waren sie bei den Verantwortlichen, glaubt man dem Trainer, allerdings nach der Niederlagenserie nicht: „Alle im Verein sind ruhig geblieben.“

Und das wäre auch in der aktuellen Situation besser als zu sehr zu frohlocken. Schiele schob berechtigt nach: „Wir haben erst drei Punkte.“ Und Baumann schob nach: „Wir haben die Qualität, um jeden zu schlagen, doch jetzt sollten wir erst einmal demütig bleiben.“