Kickers Würzburg

Fußball Nach dem peinlichen Pokal-Aus in Schweinfurt wartet in der 3. Liga mit der Spielvereinigung Unterhaching der Tabellenführer auf die Kickers / Martin Hägele:

„Mussten uns den einen oder anderen Satz anhören“

Nach der 1:3-Pokalschlappe gegen Schweinfurt geht es für die Würzburger Kickers in der 3. Liga am Sonntag nun zum Spitzenreiter Spvgg. Unterhaching. Für die Schiele-Elf geht es in Haching auch darum, die eigenen Fans nach der Derby-Blamage wieder versöhnlich zu stimmen.

Richtet man den Fokus einzig auf die Ligaspiele, erwartet die Zuschauer am Sonntagnachmittag im Unterhachinger Sportpark ein echtes Spitzenspiel. Die Hausherren stehen nach vier Siegen und zwei Unentschieden mit 14 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz. Die Gäste aus Würzburg reisen nach drei Siegen in Serie ebenfalls mit einer breiten Brust gen Süden. Wäre da nicht die bittere Derby-Niederlage der Kickers am Mittwochabend gewesen, die vor allem bei den eingefleischten Rothosen-Fans für ordentlich Verstimmung sorgte, weiß auch FWK-Defensivspieler Daniel Hägele: „Klar geht es am Sonntag auch um Wiedergutmachung. Nach dem Spiel in Schweinfurt mussten wir uns von den Fans den ein oder anderen Satz anhören. Dafür habe ich auch Verständnis. Jetzt heißt es für uns natürlich, gegen Unterhaching alles reinzuhauen.“

Vor der Saison hatten zwar nur wenige Experten den früheren Erstligisten auf der Rechnung, nach nur sechs Spieltagen gehören die Hachinger für Kickers-Trainer Michael Schiele aber schon zu den ganz großen Aufstiegsfavoriten: „Die gehören auf jeden Fall zu den Top drei in der Liga. Die spielen einen geilen Fußball. Sie können kontern, haben Ruhe vor dem Tor und sie haben Spieler drinnen, die immer den Unterschied ausmachen können.“

Für die Kickers wird es „darauf ankommen hinten die Null zu halten und vorne auf Chancen zu lauern“, meint Hägele, der die Pokal-Niederlage rein sportlich gesehen auch nicht überbewerten will: „Ich gehe nicht davon aus dass wir uns nach dem Nackenschlag nun aus den Tritt bringen lassen“.

Die spielstarken Oberbayern wiesen in der noch jungen Saison bereits die hochgehandelten Uerdinger (3:1) und die Aufstiegsaspiranten aus Wiesbaden (2:1) und zuletzt Braunschweig (3:0) teils deutlich in die Schranken. Mittelfristig soll der Weg zurück in die 2. Bundesliga führen. Realisieren wollen dies Präsident Manfred Schwabl und Cheftrainer Claus Schromm mit einer Mischung aus jungen Talenten und gestandenen Profis, wie Torjäger Stephan Hain (vier Saisontore), der im Sommer 2016 in Würzburg unter Hollerbach als damals vertragsloser Spieler noch durch das Probetraining fiel. In Unterhaching blühte der heute 29-jährige, der einst höherklassig für 1860 München und Augsburg stürmte, mit 59 Toren in 80 Einsätzen wieder auf. Wie treffsicher Hain ist, davon konnten sich im Vorjahr auch die Kickers ein Bild machen. Beide Spiele gegen Unterhaching verlor der FWK (0:2 und 2:3), in beiden Partien traf Hain.