Kickers Würzburg

Fußball DFB-Pokalteilnahme wäre gut für Kickers-Budget

Noch ein Schritt zum Saisonziel

Claus Schromm, der Trainer der unterlegenen Unterhachinger, baute gleich nach dem Halbfinale im bayerischen Verbandspokal wieder Druck auf: „Ich gehe schwer davon aus, dass ihr den Titel holt“, sagte er in Richtung Michael Schiele. Der Coach der mit 3:0 siegreichen Würzburger Kickers (wir berichteten) verbarg sein smartes Grinsen ein wenig hinter seiner linken Hand. Aus seinen blauen Augen leuchtete aber die Zufriedenheit über die Leistung seiner Mannschaft.

„Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir haben gutes Gegenpressing gespielt und hatten gute Ballpassagen. Das war schon gut“, empfand der 41-jährige Fußballlehrer auch noch gestern im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Noch einen Schritt ist der FWK vom Saisonziel entfernt, der Qualifikation für den DFB-Pokal-Wettbewerb. Dazu ist jetzt noch der Finalsieg Pflicht. Gegner ist am Samstag, 25. Mai, entweder Drittliga-Konkurrent 1860 München oder Regionalligist Viktoria Aschaffenburg. Sollte „Sechzig“ das Endspiel erreichen, wird das Heimrecht ausgelost, schafft Aschaffenburg das Finale, wird dort, am „Schönbusch“ gespielt.

Auch wenn der Gegner vom Dienstag personell arg gebeutelt war, so war es für Michael Schiele keine Selbstverständlichkeit, in Unterhaching zu bestehen: „Die hatten schon noch gute Spieler auf dem Platz.“ Insgesamt hob der FWK-Trainer die Qualität des gesamten Wettbewerbs mit drei Drittligisten und vielen Regionalligisten hervor: „Da ist es ein Erfolg, wenn man im Finale steht, doch jetzt wollen wir das Ding auch gewinnen.“ Schiele verschwieg aber auch nicht, dass man gegen Schweinfurt mit dem Sieg durch ein Spruchkammerurteil und in Illertissen im Elfmeterschießen das nötige Glück gehabt habe.

Der erneute Einzug in die erste Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs würde für die Kickers auch bares Geld bedeuten: 125 000 Euro erhalten alle Starter 2019/20; dazu kommen die Zuschauereinnahmen. „Das täte unseren Finanzen gut“, gab gestern Sebastian Herkert, Mitglied des Aufsichtsrats bei den Kickers, unumwunden zu. Aktuell werde der Etat für die neue Saison festgelegt: „Die Budget-Gespräche sind gerade in der finalen Runde“, sagte der junge Unternehmer.

Erstrundenspiel wäre „am Dalle“

Sichergestellt sei, dass die Würzburger im Falle eines DFB-Pokalspiels dieses Mal auch ein „wirkliches Heimrecht“ hätten: „Es muss wegen des Lärmschutzes ein Tagesspiel sein. Doch das ist dem DFB bekannt“, so Herkert. Im Sommer 2017 hatte der FWK sein DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen Werder Bremen in Offenbach austragen müssen.

Doch erst einmal muss das Verbandspokalfinale gewonnen werden – was für Claus Schromm ja schon klar ist. Michael Schiele glaubt, dass es „Sechzig“ in Aschaffenburg sehr schwer haben wird...