Kickers Würzburg

Fußball Auch wenn die Würzburger Kickers mit einem Sieg die 20-Punkte-Marke erreichen wollten, waren sie am Ende mit dem 0:0 gegen Sonnenhof Großaspach zufrieden

Schiele hat eine große Aufgabe zu bewältigen

FC Würzburger Kickers – SG Sonnenhof Großaspach 0:0

Würzburg: Bätge, Hansen, Kaufmann (79. Mast), Baumann, Skarlatidis, Ademi (79. Evla), Hägele, Bachmann (60. Küc), Schuppan, Kurzweg, Göbel.

Sonnenhof Großaspach: Broll, Leist, Bösel, Pelivan, Choroba (88. Thermann), Röttger (73. Baku), Hingerl (83. Gerezgihr), Poggenberg, Hercher, Gehring, Vizethum.

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover). – Zuschauer: 5074.

Kickers-Spieler Daniel Hägele war ein gefragter Gesprächspartner am Montagabend nach dem Drittliga-Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Im Kabinengang plauschte er mit vielen alten Kollegen, es wurde gescherzt und gelacht. Im Sommer war der 29-Jährige von der SG zum FWK gewechselt. „Ich war hier vier Wochen verletzt. Jetzt habe ich meinen Fitness-Rückstand aufgeholt. Ein paar Prozent fehlen aber noch“, sagte der Schwabe in Diensten der Unterfranken.

Dass die Laune bei allen Protagonisten so gut war, lag wohl auch am Endergebnis: Das 0:0 war gerecht, weil beide Mannschaften Chancen auf den Sieg hatten. „Es hätte auch 2:2 ausgehen können, empfand Zlatko Blaskic, der Interims-Trainer der Gäste. Er hatte die krisengeschüttelten Schwaben überraschend offensiv und forsch attackierend aufs Feld geschickt.

„Die haben extrem Druck gemacht, so war es für uns extrem schwer“, sagte Daniel Hägele. Der Trainerwechsel bei Sonnenhof Großaspach sei sicherlich kein Vorteil für die Kickers gewesen, so der Defensiv-Allrounder, da sich jeder Spieler neu zeigen und beweisen wollte.

So hatte es auch der Routinier im defensiven Mittelfeld schwer, das Spiel zu ordnen, was auch Kickers-Trainer Michale Schiele aufgefallen war: „Bachmann und Hägele können es besser.“ Daniel Hägele hatte beim vorigen Spiel in München noch in der Viererkette gespielt, rückte nun aufgrund der Gelb-Rot-Sperren von Dave Gnaase zusammen mit Janik Bachmann allerdings auf „die Doppel-Sechs“. „Mir ist es egal, wo ich spiele, nur als Mittelstürmer wäre es vielleicht nicht so gut.“

Gegen den vermeintlichen Underdog mussten sich die Würzburger auch deshalb mit dem Unentschieden zufrieden geben, weil es ihnen, abgesehen von den ersten 15 Minuten, nicht gelang, durch kontrollierten Ballbesitz konstant Druck aufzubauen.

Wohlfühlen als Fünfter

Vor allem während des zweiten Durchgangs spielte der FWK die Bälle viel zu schnell vertikal nach vorne, hatte dabei aber immense Ungenauigkeiten, weshalb die SG sofort gefährliche Gegenangriffe einleiten konnte. Zwischendurch war es ein wildes Hin und Her. „Wir hatten nicht die Ruhe. Wir wollten mehr Ballbesitz, haben aber zu viele Fehler gemacht“, analysierte Michael Schiele.

Der Coach hätte freilich gerne mit einem Sieg die 20-Punkte-Marke geknackt. Trotzdem war auch er nicht total unzufrieden nach dem Spiel. „Wir stehen gut da“, sagte der 40-Jährige. Als Fünfter sind es vier Punkte Rückstand zum ersten Aufstiegsplatz und sechs Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nach der schweren Bürde der drei Niederlagen aus den ersten drei Saisonspielen ist das vor der Länderspielpause wirklich ein ordentliches Resultat. „Ich bin stolz darauf, wie wir uns da rausgearbeitet haben“, sagte Dauerläufer Patrick Göbel. Diese Serie von nun acht Spielen in Serie ohne Niederlage hat in der gesamten Liga Beachtung gefunden: „Würzburg ist ein cooler Verein. Die Kickers haben eine Top-Mannschaft mit einer Top-Spielanlage, sie sind eine Top-Mannschaft in der Liga“, lobet Gäste-Trainer Blaskic die Unterfranken.

Dass dies so ist, ist ein Verdienst von Trainer Michael Schiele. Dass dies so bleibt, ist nun auch eine große Aufgabe von Michael Schiele, der durch die Vertragsverlängerung (wir berichteten) zusammen mit Sportchef Daniel Sauer nun die Verpflichtung hat, schon jetzt den Kader für die Saison 2019/20 zu „basteln“. Immerhin laufen am Rundenende 17 Verträge aus.

Und die Rückkehr in die 2. Bundesliga soll dabei nicht aus den Augen verloren werden. . .