Kickers Würzburg

3. Liga Bei den Würzburger Kickers laufen die Planungen für die neue Saison auf Hochtouren / Kleinerer Etat möglich / Entscheidung bei Neumann in zwei Wochen

Spieler sollen gehen, Trainer verlängern

Es ist doch klar, wen die treuen Kickers-Fans nach dem Sieg gegen Köln (Spielbericht siehe Extra-Text) zu sich auf den Zaun baten, um mit ihnen einen Singsang anzustimmen: Sebastian Neumann. Der Kapitän brüllte ein paar Parolen ins Megafon, auf welche die Anhänger jeweils lautstark mit „Nur der FWK“ antworteten. Dieses Singspiel hatte freilich keinen tieferen Sinn; allerdings durfte man dabei schon ins Schmunzeln kommen, denn wenn man den 27-Jährige nach dem Spiel gefragt hätte „Wer ist denn in der neuen Saison dein Arbeitgeber?“, dann hätte Neumann sicher nicht voller Inbrunst geantwortet: „Nur der FWK“. Denn: Immer noch ist in der wichtigsten Personalie für die kommende Runde nichts entschieden. Verlängert der Berliner seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag oder verlässt er die Würzburger Kickers? Doch auch weitere sportliche Fragen sind offen:

Kaderplanung: „In den nächsten zwei Wochen soll eine Entscheidung fallen“, sagte Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer zur Personalie Neumann. Trainer Michael Schiele will seinen wichtigsten Mann unbedingt halten. Allerdings locken „einige“ Zweitligisten, darunter der MSV Duisburg. Sauer sagt: „Wenn die zweite Liga lockt, wird es schwer, ihn zu halten.“ Neumann kennt und genießt seinen Stellenwert in der „Kickers-Familie“, dazu fühlt sich seine Frau mit den beiden Kindern sehr wohl in Würzburg. Für Neumann gilt es nun abzuwägen, ob ihm die Geborgenheit und das „Standing“ so wichtig sind, dass er dafür auf Geld verzichtet. „Mit Zweitligisten können wir nicht mithalten“, sagt Sebastian Herkert, Aufsichtsratsmitglied beim FWK. Ähnlich sieht es bei einer Vertragsverlängerung des aktuell verletzten Emanuel Taffertshofer aus. Auch er hat Offerten aus dem Unterhaus. Dagegen bestätigte Herkert, dass der Kontrakt des ehemaligen Zweitliga-Spielers Franko Uzelac nicht verlängert wird. Bei Marco Königs wird es wohl ebenso kommen. „Es kann auch sein, dass uns der eine oder andere Spieler mit Vertrag für die kommende Runde noch verlässt“, gab Herkert Einblicke in die Planungen. Björn Jopek und Joannis Karsanidis, die seit Wochen keine Rolle bei mehr bei Coach Schiele spielen, sind hier Kandidaten. Sauer sagte, dass man mit einem „Schattenkader“ auf personelle Veränderungen vorbereitet sei. Nominell soll das Team ein paar Köpfe weniger stark sein, sagte Michael Schiele. Verstärkt werden solle, so der Trainer, vor allem der Angriff.

Trainer/Vorstandsvorsitzender: „Er leistet überragende Arbeit“, lobte Daniel Sauer den Schwaben Michael Schiele, der nach dem Köln-Sieg die Moral und die Einstellung seiner Truppe lobte: „Wir stehen seit Wochen im Niemandsland der Tabelle und die Mannschaft haut trotzdem immer alles raus“, sagte der Coach, dessen Vertrag bis 2019 läuft. Dieser soll, so bestätigte Aufsichtsratsmitglied Herkert auf Nachfrage der FN, noch vor der kommenden Saison verlängert werden: „Das ist auch das Zeichen an die Spieler: Das ist in den nächsten Jahren unser Trainer.“ Der Aufsichtsrat hat zudem zugestimmt, dass Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag verlängert bekommt. „Er macht einen klasse Job“, so Herkert.

Finanzen/Saisonziel: Trotz der „Übernahme“ von 49 Prozent der Kickers-AG-Anteile durch „Flyeralarm“ und der damit verbundenen Kapitalerhöh ist es möglich, dass der Etat für die neue Saison etwas kleiner ist als in der laufenden Runde. „Aktuell befinden wir uns aber kurz vor dem Abschluss mit einem weiteren Hauptsponsor“, so Herkert. Das heißt schon jetzt, dass die Kickers nicht zwingend den Aufstieg in 2. Bundesliga ausrufen werden. „Wahrscheinlich wird das in der kommenden Saison die stärkste 3. Liga, die es je gab. Da wollen 15 Mannschaften aufsteigen“, glaubt Sauer mit Blick auf potenzielle Auf- und Absteiger in diese Klasse. „Wir wollen der Mannschaft keinen Druck machen, aber eine gute Rolle spielen“, fügt Sebastian Herkert an.

U23: Seit Wochen wabern Gerüchte „um den Dalle“, dass die Kickers mit dem Gedanken spielen, die U23 für die neue Runde abzumelden. „Wir wollen sie unbedingt behalten, wenn es finanziell möglich ist“, sagte Herkert. Dies hängt damit zusammen, dass die Kickers verstärkt auf junge Spieler setzen wollen: „Diese Absicht würde mit einer Abschaffung der U23 ja konterkarieren.“