Kickers Würzburg

3. Liga Kickers reisen zum vorletzten Auswärtsspiel der Saison nach Jena / Duell der Serien: Carl Zeiss gewann die vergangenen vier Partien, aber noch nie gegen Würzburg

Torwartfrage: Bätge oder Verstappen?

Archivartikel

„Innerlich vielleicht schon“, antwortete Kickers-Trainer Michael Schiele mit einem verschmitzten Grinsen auf die Frage, ob er sich schon entschieden habe, wer am Samstag (14 Uhr) im Tor stehen werde. Dann absolvieren die Würzburger Kickers das vorletzte Auswärtsspiel der Drittliga-Saison bei Carl Zeiss Jena.

Bereits drei verschiedene Keeper hüteten in der laufenden Spielzeit das Würzburger Tor: Als „Nummer eins“ begann Patrick Drewes in den ersten acht Partien, ehe er verletzungsbedingt für den Rest der Hinrunde von Leon Bätge vertreten wurde. Das Szenario wiederholte sich in der Rückserie, als der zwischenzeitlich genesene Drewes wieder einige Partien bestritt, bis er sich das Syndesmoseband anriss und damit wieder Bätge zwischen den Pfosten stand. Nun bekam in den jüngsten beiden Spielen erstmals der im Winter verpflichtete Eric Verstappen eine Chance, die er besonders beim 2:0-Sieg gegen Fortuna Köln eindrucksvoll nutzte. Damit steht Kickers-Coach Michael Schiele jetzt vor der Frage, wer in den verbleibenden Begegnungen das Tor hüten soll: Der starke Debütant Verstappen oder Bätge, der in der Hinserie noch Schwächen offenbarte, sich zuletzt aber gesteigert hatte? Nach seiner Verletzung „macht Drewes auch schon sehr gute Fortschritte, aber Bätge und Verstappen haben es gut gemacht, deswegen brauchen wir nichts überstürzen“, sagte Schiele zum Status seines etatmäßigen Stammkeepers. Für den Rest der Saison entscheide er daher „von Spiel zu Spiel“.

Jenaer Siegesserie

Einen sicheren Rückhalt kann man in Jena auf jeden Fall gut gebrauchen. Zwar stehen die Thüringer „nur“ auf Platz 16 und sind damit akut abstiegsgefährdet, allerdings durchliefen sie in den vergangenen Wochen eine beeidruckende Entwicklung. „Die Mannschaft hatte sehr viel Druck, und Trainer Kwasniok stand schon auf der Kippe. Dann haben sie eine Serie gestartet“, sagte Michael Schiele über den Gegner vom Samstag. „Wir müssen das Selbstvertrauen brechen, das sie sich aufgebaut haben“, gab Schiele die Marschrichtung vor. Tatsächlich gewannen die Jenaer bis zum 2:1-Erfolg gegen Cottbus Anfang April in der Rückrunde kein einziges Spiel, seitdem aber jedes weitere. Damit steht Jena mittlerweile sogar wieder „über dem Strich“ und will die neu aufgekommene Euphorie auch gegen Würzburg nutzen.

Wenig beeindruckt zeigte sich Kickers-Stürmer Patrick Breitkreuz von den jüngsten Erfolgen der Jenaer: „Die Serie ist da, um gebrochen zu werden.“ Aber auch die Kickers haben eine Serie zu verteidigen. Noch nie hat man gegen Jena verloren, im Hinspiel siegte DER FWK überzeugend 5:2. Um die eigene Serie aufrecht zu erhalten „müssen wir uns auf jeden Fall wieder steigern“, sagte Breitkreuz in Anspielung auf das 2:0 gegen Köln, das alles andere als souverän zustande kam. Dennoch sind dank der drei Punkte aus der Vorwoche Gedanken daran, doch noch in den Abstiegskampf zu rutschen, gemäß Breitkreuz „aus den Köpfen“. Damit können die Kickers nun ganz befreit versuchen, nach drei verlorenen Auswärtsspielen wieder auf fremdem Platz zu punkten.

Der zuletzt angeschlagene Caniggia Elva sowie die gelb-gesperrten Fabio Kaufmann und Patrick Sontheimer stehen wieder zur Verfügung. Verzichten muss Schiele auf Kapitän Sebastian Schuppan, der gegen die Fortuna die zehnte Gelbe Karte sah. Für ihn wird entweder Hendrik Hansen oder Ibrahim Hajtic in die Startelf rücken.